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22.01.2012

16:45 Uhr

Expansionspläne

Japans Internetriese Rakuten greift Amazon an

VonHans-Peter Siebenhaar

ExklusivDer Internethändler Amazon muss sich auf einen schärferen Konkurrenzkampf einstellen. Japans größtes Internetunternehmen Rakuten will dem US-Konzern die weltweite Marktführerschaft streitig machen - ein ehrgeiziges Ziel.

Mann mit globalen Ambitionen: Hiroshi Mikitani hat sich viel vorgenommen. dapd

Mann mit globalen Ambitionen: Hiroshi Mikitani hat sich viel vorgenommen.

München„In Japan sind wir die unbestrittene Nummer Eins im Internet. Rakuten ist das Schwergewicht des E-Commerce. Japan zeigt: das ,amerikanische’ Modell funktioniert in vielen Ländern eben nicht“, sagte Hiroshi Mikitani, Gründer und CEO von Rakuten, dem Handelsblatt. „Unser Hauptkonkurrent ist Amazon.“

Nun greift der börsennotierte Konzern den Konkurrenten Amazon in dem stark wachsenden Geschäft mit elektronischen Bücher (E-Book) und Lesegeräten (E-Reader) in Europa frontal an. „Wir sehen Europa als eine Region für Wachstum. Deshalb wollen wir weitere Zukäufe tätigen“, sagt der Harvard-Absolvent, der bei der Internetkonferenz DLD am Dienstag auftreten wird. An Geld für Akquisitionen auch im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich fehlt es den Japaner nicht. „Wir haben als Handelsunternehmen einen sehr hohen Cash-Flow. Das eröffnet uns traditionell viele Möglichkeiten“, sagt der 47-jährige Vorstandschef. Von Krediten und Schulden hält der selbstbewusste Japaner wenig.

In den vergangenen Jahren ist Rakuten global auf Einkaufstour gegangen. Im November erwarb Rakuten das kanadische E-Book- und E-Reader-Firma Kobo für 315 Millionen US-Dollar und wurden mit einem Schlag die Nummer Eins im elektronischen Buchhandel in dem nordamerikanischen Land. Zuvor übernahmen die Japaner die Play Holdings, Besitzer der britischen Nummer vier im Onlinemarkt, Play.com gekauft. Bereits 2010 hatte der Tokioter Konzern den französischen Online-Händler Priceminister für 200 Millionen Euro und den US-Onlinehändler Buy.com für 250 Millionen Dollar erworben.

Deutschland spielt bei dem Angriff auf Amazon eine Schlüsselrolle. Erst im vergangenen Jahr hatte Rakuten 80 Prozent der Anteile an der E-Commerce-Plattform Tradoria gekauft, die vor wenigen Tagen in Rakuten Deutschland GmbH umbenannt wurde. Das Bamberger Unternehmen ist mit 4400 aktiven Online-Händlern und über acht Millionen Produkten nach eigenen Angaben einer der führenden Anbieter von Mietshops im Internet. Mit dem Zukauf sind die Japaner unterdessen sehr zufrieden.

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