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11.12.2013

08:29 Uhr

„Extrem ermutigend“

„Bild“ gewinnt 150.000 Online-Abonnenten

Vor rund einem halben Jahr hat die Online-Nachrichtenseite der „Bild“ ein Bezahlmodell eingeführt. Über 150.000 zahlende Abonnenten haben sich bislang angemeldet. Verlagschef Döpfner findet das „extrem ermutigend“.

Springer-Chef Mathias Döpfner: „Mich freut am meisten, dass es die Bereitschaft gibt, trotz der scharfen Gratiskonkurrenz für Online-Inhalte zu zahlen.“ AFP

Springer-Chef Mathias Döpfner: „Mich freut am meisten, dass es die Bereitschaft gibt, trotz der scharfen Gratiskonkurrenz für Online-Inhalte zu zahlen.“

BerlinRund ein halbes Jahr nach Einführung des Online-Bezahlmodells für Deutschlands größte Boulevardzeitung „Bild“ hat das Springer-Blatt fast 152.500 zahlende Abonnenten im Netz gewonnen. Dies sei „extrem ermutigend“, sagte Springer-Chef Mathias Döpfner am Dienstagabend in Berlin. „Mich freut am meisten, dass es die Bereitschaft gibt, trotz der scharfen Gratiskonkurrenz für Online-Inhalte zu zahlen.“ Zugleich gab er zu bedenken, dass das Verlagshaus noch einen weiten Weg vor sich habe, um die Online-Angebote als sichere Erlösquellen zu etablieren. Zum Vergleich: Die gemeinsame Printauflage der „Bild“ und „B.Z.“ lag im dritten Quartal im Schnitt bei 2,6 Millionen Exemplaren.

Die Mehrzahl der Online-Abonnenten orderte bei Springer nach Angaben von „Bild“-Geschäftsführerin Donata Hopfen die günstige Abo-Variante zum Monatspreis von 4,99 Euro. Rund 50.000 der Online-Käufer griffen zudem bei der Bundesliga-Zusammenfassung zu, die monatlich zusätzlich 2,99 Euro kostet. Der Berliner Medienkonzern hat einen Millionenbetrag in die Übertragungsrechte investiert.

Angesichts rückläufiger Printauflagen und damit auch sinkender Werbeeinnahmen sagen immer mehr Medienkonzerne der Kostenlos-Kultur im Netz den Kampf an. Internationales Vorbild ist die „New York Times“. Die Zeitung zählte inklusive ihrer internationalen Ausgabe im dritten Quartal rund 727.000 Online-Abonnenten. Springers Tageszeitung „Welt“, deren Bezahlmodell sich an der „NYT“ orientiert, kam nach sechs Monaten auf 47.000 Abonnenten im Netz. Das Angebot der „Welt“ wird künftig durch die Fusion mit dem Fernsehsender N24 deutlich gestärkt.

Springers digitales Geschäft

Ehrgeizige Ziele

2012 verdiente der Springer-Konzern erstmals mehr mit seinem Digital-Geschäft als mit Print. In den ersten drei Quartal des laufenden Geschäftsjahres erreichten die digitalen Erlöse knapp 40 Prozent. Unter dem Dach des Medienkonzerns gibt es nicht nur die Online-Ableger der klassischen Printprodukte. Ein Überblick.

Zeitungen und Magazine im Netz

Die digitalen Ableger von Springers Printprodukten sind stark. Bild.de ist die meistgeklickte Nachrichtenseite Deutschlands, rund 12 Millionen Nutzer rufen die Seite pro Monat auf. Auch Computerbild.de und Welt Online zählen zu den beliebtesten journalistischen Angeboten im Netz.

Blog für Gründerszene

Im Juni 2014 übernahm Springer die Firma Vertical Media, die vor allem für das Blog Gründerszene.de bekannt ist. Zu ihr gehören auch die englischsprachige Webseite Venture Village, eine Jobbörse und mehrere Veranstaltungsreihen.

Vergleichs- und Rubrikenportale

Springer verfügt über zahlreiche Serviceportale zu unterschiedlichen Themen – etwa den Preisvergleich Idealo oder den Online-Prospektedienst Kaufda, der die Angebote regionaler Geschäfte zusammenfasst. Auch Autokäufer hat das Berliner Verlagshaus mit seiner 50-prozentigen Beteiligung an autohaus24.de auf dem Radar.

Schwerpunkt Immobilien und Karriere

Springers digitales Geschäft beschränkt sich nicht nur auf Deutschland. Mit Seloger besitzen die Berliner Frankreichs führendes Immobilienportal, in Deutschland betreibt Springer das Immobilienportal Immonet. Im vergangenen Jahr übernahm Recruiting-Portal und Springer-Tochter Stepstone den britischen Konkurrenten Totaljobs.

Marketing-Unternehmen im Portfolio

Das Verlagshaus ist mehrheitlich an Zanox beteiligt. Das Unternehmen ist auf erfolgsbasiertes Online-Marketing spezialisiert. Der Werbekunde zahlt hierbei nur, wenn der Verbraucher tatsächlich etwas kauft. 2012 setzte Zanox 457 Millionen Euro um.

Springer verlagert seit Jahren sein Geschäft immer stärker ins Netz. Zum Konzern gehören Anzeigen-Portale wie Immonet, Seloger und Stepstone genauso wie Online-Vermarktungsdienste und eben der Printbereich. Dieser Sektor schrumpft allerdings deutlich mit dem Verkauf eines Großteils der Zeitungen und Magazine wie „Hamburger Abendblatt“, „Berliner Morgenpost“ und „Hörzu“ an die Essener Funke-Gruppe, die hinter der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (WAZ) steht.

Dieser Schritt sorgte deutschlandweit für viel Kritik. Döpfner betonte nun: „Journalismus ist der Kern des Unternehmens.“ Dies solle sich ab kommendem Jahr auch in der Aufteilung der Konzernbereiche widerspiegeln. Es werde dann keine Unterscheidung mehr in print und digital, national und international geben. Stattdessen erfolge die Trennung in journalistisch betriebene Bezahlangebote, Vermarktungsangebote, die sich über Anzeigenkunden refinanzierten und Rubrikenangebote, die von zahlenden Stellen-, Immobilien- und Autoanzeigenkunden getragen würden.

Von

rtr

Kommentare (2)

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julisstosscheck

11.12.2013, 09:34 Uhr

10 mio umsatz wenns hoch kommt im monat

soviel frägt döpfner im jahr raus

100 tausend auflagenverlust hat die bild im gleichen zeitfenster und ob die bei springer richtig zählen können ?aJhHXX

Account gelöscht!

11.12.2013, 09:37 Uhr

Wer's braucht, soll's machen. Ich brauch's nicht.

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