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13.01.2015

15:25 Uhr

EyeEm – das Start-up des Monats

Instagram für Profis

VonLaura Waßermann

Auf den Straßen New Yorks platzte sein großer Traum, was er heute nicht bereuen dürfte. Florian Meissner ist der Geschäftsführer der Foto-App EyeEm; die zum Konkurrenten für Instagram werden will.

Start-up des Monats

Überholt EyeEm bald den App-Riesen Instagram?

Start-up des Monats: Überholt EyeEm bald den App-Riesen Instagram?

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BerlinIn unserer Reihe das „Start-up des Monats“ stellen wir Ihnen regelmäßig ein innovatives Unternehmen vor. In diesem Monat – nachträglich für den Dezember – ist das EyeEm.

Dem Dieb, der ihm damals seine Kamera in der New Yorker U-Bahn klaute, könnte Florian Meissner heute fast dankbar sein. Um seinen großen Traum als Fotograf zu leben, war Meissner nach New York gegangen, hatte alles auf eine Karte gesetzt. Doch als ihm seine Kamera geklaut wurde, schien seine Karriere beendet zu sein, bevor sie begonnen hatte.

Meissner knipste weiter – statt eine teure Kamera nahm er sein Smartphone. „In New York wurde mir klar, welche Qualität Smartphone-Fotos haben“, sagt er heute. Aus seiner Notlösung hat er ein Geschäftsmodell entwickelt und sich damit selbstständig gemacht: Meissner gründete 2011 mit drei Partnern die Fotografie-App EyeEm. Eine App, die Handyfotos sammelt und Fotografen weltweit vernetzen soll.

Drei Jahre später sind es mehr als zehn Millionen Fotografen, die er zusammenbringt. Es sind Fotografen, die Unternehmer und Kreative zugleich sein wollen. Seine App hat er für Smartphone-Junkies gemacht, die Momentaufnahmen mit einer Community teilen möchten. Für die Fotos aber mehr sind, als ein Egotrip.

Im Gegensatz zum größten Konkurrenten Instagram geht es bei EyeEm weniger um Teenager, die ihr Essen fotografieren und unter dem Hashtag #Foodporn verbreiten als um qualitativ hochwertige Momentaufnahmen – aus der Natur, vom Menschen oder seinem Instrument. Bei EyeEm gelten andere Regeln als bei seinen Marktgegnern. Das mache die App laut Meissner und seinem Team auch so einzigartig. Weniger Hipster-Selfies und mehr Avantgarde der Smartphone-Fotografie also. Denn Smartphone-Fotos sind ein Fundus, der von Bildagenturen bisher noch nicht ausreichend ausgenutzt wird.

Start-up des Monats – Modomoto: Betreutes Shoppen für Männer

Start-up des Monats – Modomoto

Betreutes Shoppen für Männer

Viele Männer kaufen ungern Kleidung. Also haben sich die Gründer von Modomoto überlegt, wie sie dieses Problem lösen können. „Curated Shopping“ nennt sich ihre Idee, also „betreutes Einkaufen“. Kann das funktionieren?

Die Funktionen von EyeEm sind eigentlich wie bei allen anderen mobilen Foto-Services. Foto knipsen, bearbeiten, hochladen. Was Instagram und Co. aber nicht haben, ist die Funktion des „Taggens“ mit einer Kategorie. Sonst setzt man Hashtags, also Schlagworte, unter denen die Fotos gefunden werden (und die dazu noch lustig sein) sollen. Bei EyeEm verschlagwortet der Fotograf sein Bild, damit dieses kategorisch zu finden ist.

Die 10 besten Ratschläge für Unternehmer

Hab Spaß

„Das Leben ist ein Marathon und kein Sprint“, sagt Thorsten Reiter, dessen Buch „Start up – Jetzt! Endlich loslegen und es richtig machen“ gerade im Campus-Verlag erschienen ist. Genauso verhält es sich auch mit dem Bestreben als Unternehmer. Reiter: „Wer lange durchhalten will, sollte Spaß an der Sache entwickeln, der er täglich nachgeht, und vor allem daran, wie er es tut.“

Glaub an dich

Unternehmer sollten sich laut Reiter darauf konzentrieren, ihre Marke auszubauen sowie ihre Arbeit zu erledigen, und aufhören, über sich und ihr potentielles Versagen nachzudenken. „Wenn sie eines Tages scheitern, werden sie es schon merken und haben genug Zeit, im Nachhinein darüber nachzudenken.“

Glück ist eine Einstellungssache

„Jeder Gründer sollte sich entscheiden, stets Glück zu haben“, rät Thorsten Reiter. Seiner Lebensphilosophie nach liegt es in den eigenen Händen, Glück zu haben. Dabei ist für den Gründer-Experten genauso richtig, dass jeder einzelne der Herr seines Schicksals ist wie der Glaube daran, dass alles, was wir erleben, durch etwas oder jemanden vorherbestimmt ist.

Versuchen ist gut, machen ist besser

Reiter rät jungen Unternehmern nicht zu „entscheiden“, wann sie gescheitert sind. „Scheitern passiert und es bleibt keine andere Wahl, als das Scheitern zu akzeptieren und daraus zu lernen.“ Getreu dem Motto von Meister Yoda in Star Wars: „Do or do not. There is no try!“.

Nutze alle Ressourcen

Haben Sie Spaß daran, Teil von etwas zu sein und nutzen Sie das für sich. Als Unternehmer erhalten Sie Zugang zu Ressourcen, für die man sonst große Summen bezahlen müsste. Reiter: „Ein Marketingplan-Wettbewerb an einer lokalen Hochschule beispielsweise gibt der Einrichtung sowie ihren Studierenden Stoff, um sich weiter zu qualifizieren“, und Ihnen als Unternehmer einen enormen Pool an neuen Ideen.

Manchmal hilt nur: Zähne zusammenbeißen!

Jungunternehmer sollten sich schnell daran gewöhnen, die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit nicht nur auszutesten, sondern sie regelmäßig zu überschreiten. Thorsten Reiter: „Nur so können sich Gründer und Erfolgssuchende sicher sein, wo sie verlaufen.“ Und: „Im gemütlichen Nine-to-Five-Sessel lassen sich keine Märkte revolutionieren und keine Konsumentenerfahrungen erschaffen, die zu wahren Ereignissen im Leben der Kunden werden.“

Gib dein Wissen weiter

Behalten Sie niemals die Dinge, die Sie auf Ihrem Weg gelernt haben, für sich. Teilen Sie, wann immer sie können, lautet die Empfehlung des Start-Up-Experten Reiter. Halten Sie also Vorträge, geben Sie Workshops oder seien sie selbst ein Mentor für andere Entrepreneure. Reiter: „Dadurch wird auch der Gründer selbst besser, versteht seine Herangehensweisen und erhöht sein Exposure.“

The winner shares it all

Steuern Sie auf Ihrem Weg gezielt Win-Win-Win-Effekte an und ermöglichen Sie es so einer größeren Anzahl von Menschen, sich mit Ihrer Idee und der Sache, für die Sie stehen, zu identifizieren. Keine Angst, das bedeutet nicht, dass Sie etwas vom Kuchen abgeben müssen; es bedeutet, so Reiter, dass alle am Ende mehr haben. Wenn jemand also einen WLAN-produzierenden Baum entwickeln würde, wäre der zusätzliche Klimafaktor solch ein Effekt.

Verändere das Spiel der Könige

Was hat Unternehmertum mit Schach zu tun? Reagieren Sie im Business nicht nur auf die Züge des Gegners, sondern gehen Sie einen Schritt weiter über die Grenzen des Bretts hinaus, rät Thorsten Reiter. So werden die Regeln des Spiels neu definiert, das Feld wird erweitert und die Möglichkeiten sind plötzlich unzählig. Wer als Unternehmer gelernt hat, das Spiel zu durchschauen, hält einen Trumpf in der Hand, der die Konkurrenz ins Chaos stürzen kann. Reiter: „Manchmal ist ein vermeintlich irrationaler Zug der entscheidende Schlag, und was von außen wie Chaos erscheint, ist lediglich die strategische Wendung hin zum eigenen Competitive Advantage und ein echter Game Changer.“

Finde deine Antworten

Sind Sie ein Unternehmer? Haben Sie den Mut dazu, Ihr Leben – egal ob angestellt oder selbstständig – nachhaltig zu verändern? Ist das der richtige, der einzige Weg? Diese Fragen möchten Thorsten Reiter jedem potentielen Gründer mit auf den Weg geben, denn er kann lediglich Denkanstöße geben. Die Antworten darauf muss jeder für sich selber finden. Reiter: „Ob du ins Abenteuer Unternehmertum aufbrechen wirst, ob diese Reise für dich bestimmt ist, kannst nur du selbst sagen. Nur du kannst diese Antworten geben.“

Wer gezielt nach Skateboard-Fotos sucht, wird hier schnell fündig: Aktuell gibt es beispielsweise mehr als 100.000 Skateboard-Fotos. Skateboard-Fans abonnieren also einen speziellen Kanal, so ähnlich wie bei Youtube und die App zeigt ihnen fortan alle Fotos an, die mit „Skateboard“ getaggt sind. Meissner: „Das ist ein wichtiges Tool für Bildagenturen wie Getty Images.“

Seit März 2014 kooperiert Meissner mit der US-amerikanischen Bildagentur. Derzeit ist das System noch in der Testphase. 5000 Fotografen können ihre Fotos zur Lizenzierung freigeben, damit sind sie auch auf Getty Images zu finden. Und damit lässt sich Geld verdienen: „Unsere Fotografen werden die Rechte an ihren Fotos immer behalten.“ Anders als bei anderen Plattformen verbleiben die Urheberrechte beim User. Für die Vermittlung verlangt EyeEm die Hälfte des Honorars.

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