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19.05.2012

15:33 Uhr

Facebook-Aktie

Harte Landung in der Börsenrealität

Die Euphorie rund um den Facebook-Börsengang ist nach dem ersten Handelstag in Ernüchterung umgeschlagen. Das Kursfeuerwerk blieb aus und die US-Börsenaufsicht ermittelt nun wegen der Pannen beim Börsenstart.

Unerfüllte Erwartungen hin oder her: das Facebook-Team um Marc Zuckerberg feiert den Börsenstart. AFP

Unerfüllte Erwartungen hin oder her: das Facebook-Team um Marc Zuckerberg feiert den Börsenstart.

San Francisco/New YorkDie Euphorie rund um den Facebook -Börsengang ist nach dem ersten Handelstag in Ernüchterung umgeschlagen. Die Aktie des weltgrößten sozialen Netzwerks schloss am Freitag nur leicht im Plus. Konsortialführer Morgan Stanley sah sich Kreisen zufolge gezwungen, das Papier mit Zukäufen über dem Ausgabepreis von 38 Dollar zu halten. Nach Einschätzung von Investoren trugen auch technische Pannen dazu bei, dass das Interesse nicht so groß ausfiel wie erwartet. Die Börsenaufsicht will nun die Vorgänge untersuchen, die stundenlang für Verwirrung um Kaufaufträge gesorgt hatten. Doch Experten verwiesen auch auf das hohe Emissionsvolumen sowie auf Zweifel am Geschäftsmodell.

Das Wall-Street-Debüt sei kein gutes Zeichen für die Entwicklung der Aktie in den kommenden Tagen, sagte Channing Smith von Capital Advisors Growth. Der Portfolio-Manager hält selbst keine Facebook-Papiere, wie er sagt. "Andernfalls würde ich auch ziemlich besorgt ins Wochenende gehen."

Kurz nach dem Start waren die neuen Dividendenpapiere zunächst bis auf 45 Dollar gestiegen, im Verlauf bröckelte der Kurs aber in Richtung des Ausgabepreises von 38 Dollar ab. Die Aktien beendeten den ersten Handelstag mit einem Plus von 0,6 Prozent auf 38,23 Dollar. Einige Experten hatten Aufschläge von 50 Prozent bei dem weltgrößten Börsengang eines Internet-Unternehmens vorhergesagt. Es gab aber auch mahnende Stimmen.

So hatten Skeptiker schon im Vorfeld Zweifel an der Bewertung von Mark Zuckerbergs acht Jahre altem Unternehmen in Höhe von 104 Milliarden Dollar angemeldet. Das ist ungefähr so viel wie der Online-Handelsriese Amazon an der Börse wert ist und übertrifft den Marktwert der beiden Computerkonzerne Hewlett-Packard und Dell zusammen.

Facebook hat im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von 3,7 Milliarden Dollar eine Milliarde Gewinn gemacht - vor allem mit Werbung. Kurz vor dem Börsengang hatte der Autobauer General Motors angekündigt, keine Reklame mehr auf Facebook zu schalten, und damit Zweifel an den Gewinnaussichten geschürt.

"Es genügt eine Papierserviette und ein Bleistift, um sich das auszurechnen", sagte Dave Rolfe vom Facebook-Aktien-Abstinenzler River Park Wedgewood. Es brauche gigantische Wachstumsprognosen, um bei 100 Milliarden Dollar Unternehmenswert zu bleiben oder sogar auf 115 bis 120 Milliarden Dollar zu kommen. "Es gibt natürlich eine Menge Begeisterung und Überschwang, aber offenbar hat der Markt heute mit knallharten Kalkulationen angefangen."

Kommentare (7)

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Thomas-Melber-Stuttgart

19.05.2012, 18:23 Uhr

Das heißt doch nur, daß FB den maximal möglichen "nachhaltigen" Ausgabepreis erzielt hat.

Thats_life

19.05.2012, 18:35 Uhr

Stimmt, FB und alle die in dieses Unternehmen vorher investiert haben und darauf spekuliert haben, sind erfolgreich gewesen und haben ihr Ziel erreicht.
Also für alle Kapitalgeber von FB war es ein voller Erfolg und alles andere wird sich zeigen.
Wer die Aktie gekauft hat, wird auf Kurssteigerungen hoffen und ob das passiert, hängt nicht nur von der weiteren Entwicklung des Unternehmens ab, sondern auch von der politischen Lage und die sieht zur Zeit nicht so gut aus. Also, könnte der Kurs nach unten gehen und dann wäre es eine Überlegung, ob man in FB einsteigen möchte oder nicht.

Account gelöscht!

20.05.2012, 09:39 Uhr

Dieser Hype um diesen komplett überflüssigen Social-Network-Quatsch erinnert mich fatal an den sagenhaften John Law oder die Tulpenzwiebel-Spekulation.
Es scheint, als ob die Anleger nicht nur geldgierig sind, sondern auch noch vollständig plemplem, weil sie dem unsäglich überkapitalisierten Unfug auch noch ihr Kapital zur Verfügung stellen, anstatt die günstigen Einstiegspreise für Edelmetalle zu nutzen und in reale Werte zu investieren.

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