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15.01.2016

16:55 Uhr

Facebook

Berliner Löschteam knöpft sich Hasskommentare vor

Facebook will stärker gegen Hasskommentare vorgehen. Inhalte sollen nicht nur gelöscht, sondern notfalls auch an Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet werden. Darum kümmern sich künftig „Agents“ in Berlin.

Facebook will nicht nur deutsche Muttersprachler einsetzen, sondern auch Kontrolleure, die fließend Arabisch, Französisch oder Türkisch beherrschen. dpa

Facebook ändert Kontrollverfahren

Facebook will nicht nur deutsche Muttersprachler einsetzen, sondern auch Kontrolleure, die fließend Arabisch, Französisch oder Türkisch beherrschen.

BerlinDas US-Unternehmen Facebook geht künftig mit einem eigens engagierten Team von Deutschland aus gegen Hasskommentare in seinem Online-Netzwerk vor. Das Unternehmen habe in den vergangenen Monaten sogenannte Customer Care Agents vom externen Dienstleister Arvato eingestellt, um gezielt deutschsprachige Hetze auf Facebook aufzuspüren und zu löschen, berichtete der „Spiegel“ am Freitag. Ein solcher Schritt war zuvor unter anderem von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) gefordert worden.

Eine dreistellige Zahl von „Agents“ werde von Berlin aus ausschließlich für Facebook Inhalte überprüfen, bestätigte die Bertelsmann-Tochter Arvato. Dabei würden nicht nur deutsche Muttersprachler eingesetzt, sondern auch Kontrolleure, die fließend Arabisch, Französisch oder Türkisch beherrschen. Eine Facebook-Sprecherin sagte, mit der Investition wolle das Unternehmen sicherstellen, dass Verstöße gegen „unsere Gemeinschaftsstandards“ effektiver bearbeitet würden.

Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz begrüßte, dass Facebook sein bisheriges Kontrollverfahren nun ändere. Zugleich betonte er, hasserfüllte Inhalte müssten nicht nur gelöscht, sondern auch nach Abgleich mit der deutschen Rechtslage falls nötig an die Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet werden. Ob das tatsächlich geschehe, sei noch unklar. „Es bleibt viel zu tun“, sagte von Notz.

Im Dezember hatte Facebook angekündigt, aufwiegelnde Kommentare und Bilder künftig möglichst binnen 24 Stunden von seiner Seite zu entfernen. Zugleich räumte das Unternehmen ein, dass eine umfassende Kontrolle aufgrund der starken Zunahme eindeutiger Hassbotschaften schwierig sei. Facebook kündigte zudem an, mit zivilgesellschaftlichen Partnern bis Mitte 2016 einen Leitfaden zum Thema „Hate Speech“ im Netz zu entwickeln und Initiativen zur Gegenrede zu stärken.

Von

afp

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