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03.06.2011

09:52 Uhr

Facebook

"Die ganze Klage ein Betrug"

Alle Beweise in der Klage gegen Facebook-Gründer Zuckerberg sollen gefälscht worden sein. Den angeblichen Vertrag mit Paul Ceglia habe er nie unterschrieben, erklärte Zuckerberg jetzt unter Eid vor Gericht.

Facebook-Profil des Firmengründers Mark Zuckerberg.

Facebook-Profil des Firmengründers Mark Zuckerberg.

New YorkDas wäre mal ein wirklich dreister Betrug: Der Mann, der Anspruch auf die Hälfte an Facebook erhebt, soll dem weltgrößten Online-Netzwerk zufolge alle seine Beweise gefälscht haben. Er selbst hält an seiner Darstellung fest.

Der ehemalige Holzpellethändler Paul Ceglia behauptet, 2003 mit Facebook-Gründer Mark Zuckerberg einen Online-Dienst mit dem Namen thefacebook.com geplant zu haben. Zuckerberg habe ihn jedoch schließlich ausgebootet und Facebook allein auf die Beine gestellt. Ceglia untermauerte seine Version der Geschichte mit der Kopie eines Vertrages sowie mehrerer E-Mails.

Zuckerberg erklärte jetzt aber unter Eid, er habe nie den von Ceglia präsentierten Vertrag unterzeichnet und auch nie die vorgelegten E-Mails geschrieben oder erhalten. "Der Vertrag ist mit der "Ausschneiden-Reinkleben"-Technik erstellt worden, die E-Mails sind komplette Fälschungen und diese ganze Klage ein Betrug", hieß es in einem Gerichtsdokument von Facebook am Donnerstag.

Ein Dokumentenexperte habe festgestellt, dass es zwischen den Seiten 1 und zwei des angeblichen Vertrages erhebliche Unterschiede gebe, was auf eine Fälschung hinweise. Zudem habe eine Auswertung der E-Mail-Server von Harvard, wo Zuckerberg zu der Zeit studierte, ergeben, dass dort nie solche E-Mails umgeschlagen worden seien. Stattdessen seien aber 175 Mails der beiden Männer gefunden worden, in denen der Name Facebook nicht vorkomme.

Zuckerberg sei seinerzeit zwar tatsächlich von Ceglia angeheuert worden - es sei aber nur um Programmiererarbeiten für dessen Website StreetFax gegangen, einen Dienst mit Fotos von Straßenkreuzungen für Versicherungsfirmen. Von Facebook oder einem ähnlichen Namen sei nie die Rede gewesen, schließlich sei Zuckerberg der Name erst Ende 2003 eingefallen und der angebliche Vertrag stammt von April des Jahres.

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