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21.07.2011

19:03 Uhr

Facebook, Groupon und Co

Welche Internetkonzepte eine große Zukunft haben

VonIna Karabasz

Die geplanten Börsengänge von Internetportalen beflügeln derzeit die Renditephantasien amerikanischer Investoren. Tobias Kollmann, Professor für E-Business, erklärt, warum auch hier das Internetgeschäft wieder auflebt.

Tobias Kollmann, Professor für E-Business an der Universität Duisburg-Essen.

Tobias Kollmann, Professor für E-Business an der Universität Duisburg-Essen.

DüsseldorfWas halten Sie von der hohen Bewertung von Internetportalen wie Facebook, Groupon und Co?

Ich sehe die hohen Bewertungen mit gemischten Gefühlen. Einerseits sind sie ein Beweis, dass sich Investitionen in Startups der Net Economy wieder lohnen. Andererseits erinnern sie an die erste dot.com-Blase vor etwas mehr als zehn Jahren. Es hat lange gedauert, bis sich die Branche davon erholt hat. Es bleibt zu hoffen, dass sich dies nicht wiederholt.

Welche Auswertung hat die Bewertung auf Deutschland?

Die Auswirkungen sind eindeutig zu spüren. Man schaut wieder auf die Net Economy und der Investmentfokus richtet sich neu aus. Gerade Business Angels und Venture Capital-Unternehmen sind hier erneut aktiv. Ein Bereich, um den lange Zeit ein Bogen gemacht wurde, ist wieder zum Leben erwacht. Allerdings fehlen neben den Investment-Spezialisten der Szene noch die allgemeinen Investoren, die ebenfalls wieder an das Internet glauben.

Glauben Sie, dass das Geschäft mit Internetfirmen in Deutschland eine Renaissance erlebt und warum gerade jetzt?

Es kommen wie schon beim ersten Internet-Hype zwei Dinge zusammen: Die großen Bewertungsvorbilder aus den USA wie Facebook & Co. und die ersten erfolgreichen Exits deutscher Investoren wie bei Groupon. Auch XING hat einen beachtlichen Börsengang hinter sich gebracht. Diese Vorbilder generieren den Wunsch nach mehr und bilden den Stoff, aus denen die dot.com-Träume sind.

Was ist das Interessante daran, in Internetfirmen zu investieren?

Die Gesetze im Internet werden täglich neu geschrieben und jeder hat eine Chance mit überschaubarem Einsatz dabei zu sein. Nach Web 1.0 und Web 2.0 wird es auch ein Web 3.0 und damit wieder neue Investmentchancen geben. Es ist und bleibt ein faszinierender Bereich mit einer hohen Dynamik, der eben nicht von etablierten Blue-Chips regiert sondern von Newcomern gestaltet werden kann.

Wie schätzen Sie die Situation von jungen Unternehmensgründern im Bereich Web-Services/ E-Business in Deutschland ein?

Gute Ideen sind unabhängig von schlechten oder guten Zeiten und so haben wir auch nach dem ersten Internet-Hype spannende Ideen, vielversprechende neue dot.coms und gute Exits in den USA aber auch in Deutschland gesehen. Man muss sich nicht mehr entschuldigen, wenn man im E-Business unterwegs ist. Eine neue Internet-Szene hat sich formiert und viele junge High-Potentials kommen wieder auf den Markt. Die Situation ist also bestens, um sich wieder als Web-Gründer zu positionieren.

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