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05.01.2015

10:36 Uhr

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg

Bücherwurm für zwölf Monate

VonLisa Hegemann

Der Neujahrsvorsatz von Mark Zuckerberg lautet: Bücher lesen. Damit seine Aufgabe aber nicht nur im stillen Kämmerchen, sondern auch auf Facebook stattfindet, hat sich der Gründer des Netzwerks schon etwas ausgedacht.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg will 2015 jede Woche ein neues Buch lesen. dapd

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg will 2015 jede Woche ein neues Buch lesen.

DüsseldorfAusgerechnet, könnte man schreiben. Ausgerechnet Mark Zuckerberg, Gründer des sozialen Netzwerks Facebook, Revolutionär der Kommunikation, Vernetzer der Welt, hat sich für das neue Jahr etwas vorgenommen, das gewöhnlich offline stattfindet: Bücher lesen.

Doch so „ausgerechnet“, wie diese Nachricht auch klingen mag, ist sie dann doch nicht. Denn der Vorsatz stammt erstens nicht von Zuckerberg selbst und wird zweitens auch in seinem sozialen Netzwerk das ganze Jahr über zu verfolgen sein.

Dazu muss man wissen, dass der 30-Jährige schon viele, viele gute Vorsätze hatte: Mandarin lernen; jeden Tag eine neue Person kennenlernen, die nicht bei Facebook arbeitet; Vegetarier werden; jeden Tag eine Krawatte tragen. In diesem Jahr teilte er seinen Neujahrsvorsatz nicht nur öffentlich mit, er band gleichzeitig auch Facebook ein: Statt sich ganz privat eine Aufgabe für die nächsten zwölf Monate vorzunehmen – abnehmen, Job wechseln, mehr Sport treiben –, befragte Zuckerberg 2014 die Nutzer des sozialen Netzwerks.

Facebook in Zahlen

Transparenz dank Börsengang

Facebook war lange verschwiegen, wenn es um die Geschäftszahlen ging. Das hat sich mit dem Börsengang im Mai 2012 geändert – nun muss das Unternehmen die Börsianer genau informieren. Die Dokumente offenbaren zudem einen Blick in die ersten Jahre des Sozialen Netzwerks. Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick.

Schon früh profitabel

In den ersten Jahren verlor Facebook zwar Geld – wie fast alle Startups. Doch schon 2009 erreichte das Unternehmen mit einem Gewinn von 229 Millionen Dollar die schwarzen Zahlen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr machte Facebook 7,9 Milliarden Dollar Umsatz aus Werbung und Online-Spielen und verdienten 1,5 Milliarden Dollar Gewinn. Damit hängt das Netzwerk Internet-Urgesteine wie AOL und Yahoo längst ab.

Werbung als wichtigste Geldquelle

Facebook macht sein Geld vor allem mit Werbung. Zuletzt lag der Anteil bei rund 90 Prozent. Der Rest resultiert vor allem daraus, dass Facebook an den Einnahmen aus Online-Spielen beteiligt wird. Im ersten Quartal 2014 schnellte der Umsatz um 72 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar hoch, der Gewinn verdreifachte sich auf 642 Millionen Dollar.

Beispielloses Wachstum

Facebook hat ein beispielloses Wachstum hinter sich: Binnen zehn Jahren ist die Zahl der aktiven Nutzer auf 1,28 Milliarden gewachsen, das entspricht grob der Hälfte der globalen Internet-Population.

Zuckerberg hat die Kontrolle

Gründer und Firmenchef Mark Zuckerberg hat Facebook auch nach dem Börsengang fest im Griff. Er hält Aktien der Klasse B, die zehn Stimmen haben, während Anleger beim Börsengang nur A-Klasse-Aktien mit einer Stimme bekommen haben.

Dominant in aller Welt

Fast die ganze Welt ist blau: In beinahe allen Ländern ist Facebook das größte Soziale Netzwerk – nennenswerte Ausnahmen sind Russland und China, wo lokale Unternehmen dominieren.

Keine Chance für StudiVZ

Auch wenn StudiVZ lange vorne lag, ist Facebook in Deutschland inzwischen die unangefochtene Nummer 1. Nach jüngsten Schätzungen des Portals allfacebook.com hat Facebook hierzulande 27 Millionen aktive Mitglieder.

Ende des vergangenen Jahres bat Zuckerberg um Vorschläge für gute Vorsätze. Das Ergebnis: ein Jahr lang jede Woche ein Buch lesen. Damit die Lektüre jedoch nicht ganz privat – und auch auf Facebook – stattfindet, hat Zuckerberg einen digitalen Buchclub in seinem sozialen Netzwerk gegründet. Auf der Seite „A Year Of Books“ (deutsch: Ein Jahr der Bücher) will der Milliardär nun alle sieben Tage das Buch vorstellen, das er in der darauf folgenden Woche zu lesen gedenkt. Schon am Montagmorgen, nicht mal 48 Stunden nach Start der Seite, hatte die Community bereits mehr als 120.000 Fans.

Auf seinem eigenen Profil schreibt Zuckerberg, er wolle seinen Lernschwerpunkt auf „verschiedene Kulturen, Glaubensrichtungen, Geschichten und Technologien“ legen. Er sei „aufgeregt“ gegenüber der bevorstehenden Aufgabe. „Ich finde das Lesen von Büchern intellektuell sehr erfüllend“, schreibt Zuckerberg weiter. Er freue sich darauf, seine „Mediendiät“ mehr in Richtung des Bücherlesens zu verschieben. Ob er die Werke auf einem Tablet oder auf Papier liest, ließ der Facebook-Gründer offen.

Personalisierte Werbung: Facebook führt Datenschutz-Regeln später ein

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Facebook führt Datenschutz-Regeln später ein

Die neuen Datenschutz-Regeln von Facebook sollen die Tür für ortsbasierte und stärker personalisierte Werbung öffnen. Die Einführung der Regeln verschiebt das Netzwerk jedoch – aus Rücksicht auf Beschwerden aus Europa.

Das erste Buch, dem Zuckerberg sich annehmen will, soll jedenfalls „The End Of Power“ von Moises Niam sein. In dem Buch geht es darum, wie sich die Macht verschiebt, etwa von Präsidentenpalasten hin zu öffentlichen Plätzen, vom Westen nach Norden, von Männern zu Frauen – und von riesigen Konzernen hin zu kleinen Start-ups.

Warum Zuckerberg ausgerechnet dieses Buch ausgewählt hat, mag da kaum noch verwundern.

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