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08.01.2015

03:16 Uhr

Facebook-Herausforderer

Omlet Chat verbündet sich mit Huawei

VonAxel Postinett

Erfolg für Facebook-Herausforderer Omlet Chat: Mit Huawei installiert ein Schwergewicht der Smartphone-Szene den Messenger der Stanford-Universität auf seine Geräten. Die Kooperation könnte die Branche aufmischen.

Richard Yu, Chef der Konsumenten-Sparte bei Huawei, will mit dem Unternehmen langfristig 25 Prozent des weltweiten Marktanteils erlangen. Reuters

Richard Yu, Chef der Konsumenten-Sparte bei Huawei, will mit dem Unternehmen langfristig 25 Prozent des weltweiten Marktanteils erlangen.

Las VegasOmlet Chat ist ein soziales Netzwerk der nächsten Generation. Die Informationen werden nicht mehr zentral auf Unternehmens-Servern gespeichert wie etwa bei Facebook, sondern nur bei den Nutzern. Ist eine Mitteilung, ein Video oder ein Bild erst einmal zugestellt, verschwindet es aus dem Netzwerk. Eine Verwendung zu Werbezwecken etwa ist damit ausgeschlossen.

Hinter Omlet Chat steht Stanford-Professorin Monica Lam. Zusammen mit Studenten hat sie das Start Up 2012 aus der Taufe gehoben.

Im März 2014 überzeugte Lam mit Asus einen ersten asiatischen Hersteller, ihre Software zu installieren. Auf der Fachmesse für Unterhaltungselektronik CES in Las Vegas jetzt der zweite Coup: Huawei stattet im Laufe des Jahres alle seine Android-Smartphones, vor allem die populären Ascend-Modelle, mit Omlet aus.

Der Dienst selbst ist dabei für den Nutzer im Grunde unsichtbar. Anwendungen wie eine exklusive Funktion, um Fotos direkt vom gesperrten Homescreen aus zu teilen, erstellt Huawei. Diese Offenheit der Omlet-Software elektrisiert die Hersteller.

Die Apps und Funktionen der Hersteller stehen im Vordergrund und helfen die Smartphones zu individualisieren. Das ist ein krasser Gegenentwurf zu Facebook. Da steht die App des Giganten aus Menlo Park im Mittelpunkt. Das Gerät ist Nebensache. Der Fotofunktion werden weitere folgen, so Huawei. Denkbar sind Anwendungen wie ein Snapchat-Clon oder Videoanwendungen.

Huawei Ascend Mate 7 in aller Kürze

Was ist es?

Das neue Phablet von Huawei: Sechs Zoll groß, außen Alu, innen Android.

Was sagt die Werbung?

„Es ist die perfekte Kombination aus Design und technischer Innovation.“ Und: „Der 6-Zoller der Extraklasse.“

Was ist in der Verpackung?

Das Übliche: Smartphone und Netzteil.

Was ist gelungen?

Die Hardware ist hochwertig. Der Akku hält bis zu zwei Tage durch. Der Fingerabdrucksensor leistet gute Dienste.

Was ist nicht so gelungen?

Die Kamera zeigt im Vergleich zu den Spitzenmodellen anderer Hersteller sichtbare Schwächen.

Was kostet es?

Der Hersteller empfiehlt einen Preis von 499 Euro, online ist das Gerät bislang kaum günstiger zu haben.

Lohnt sich der Kauf?

Huawei bietet relativ starke Hardware für relativ wenig Geld. Wer auf eine gute Kamera wert legt, sollte sich allerdings nach Alternativen umsehen. Wer eine bekannte Marke haben will, auch.

Huawei ist einer der wilden Drei aus China, die den etablierten Marktführern Apple und Samsung das Leben schwer machen. Huawei, Lenovo und Xiaomi legten 2014 insgesamt gegen den Strich zu, während Apple und Samsung Federn lassen mussten.

Richard Yu, Chef der Konsumenten-Sparte bei Huawei, erklärte gegenüber Bloomberg, das Unternehmen verfolge das Ziel „langfristig 25 Prozent“ des weltweiten Marktanteils zu erlangen und damit dem zweiten Platz hinter Samsung, noch vor Apple. Derzeit liegt Huawei bei sieben Prozent.

Aber das Wachstum ist stark: Laut dem Marktforschungsunternehmen Gartner waren es im dritten Quartal 2014 mit 15,9 Millionen Smartphones so viel wie beim Shootingstar Xiaomi mit 15,8 Millionen Stück.

Populär ist vor allem das Huawei Ascend G7 mit einem 5,5-Zoll-Bildschirm. Das Modell wurde über zwei Millionen verkauft. Auch das große Ascend Mate 7 mit 6-Zoll-Bildschirm gehört zu den Verkaufsschlagern des Unternehmens. Das sind direkte Konkurrenten zu Apples iPhone 6. Sie laufen auf der Android-Software und sind deutlich preiswerter.

Omlet Chat ist seit März 2014 aus der Testphase raus. Seitdem wurde es drei Millionen downgeloaded, erklärte Monica Lam gegenüber dem Handelsblatt.

Das Geschäftsmodell den Social Media-Jünglings beruht nicht auf der Ausbeutung der Werbedaten, sondern auf dem Verkauf von Unternehmens-Präsenzen auf - und an den Unternehmen liegt es dann selbst, Fans anzuwerben. Zudem strebt Lam Kooperationen mit Hardware-Herstellern und Telekom-Betreibern an.

Ein Großteil des Erfolges von Facebook beruhe schlicht darauf, dass die Telekom-Betreiber ihren weltweiten Vorsprung im Messenger-Bereich mit SMS verspielt und an Netze wie Facebook verloren haben. Omlet ist als Download für iPhone und Android verfügbar.

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