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13.07.2014

13:53 Uhr

Facebook im Visier

Wettbewerbshüter untersuchen WhatsApp-Übernahme

Die größte Übernahme in der Geschichte von Facebook ist nun ein Fall für die Wettbewerbshüter. Die Behörde hat bereits die Ermittlungen aufgenommen - und will untersuchen, was mit den Daten der Nutzer passieren soll.

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BerlinDie Milliardenübernahme von WhatsApp durch Facebook beschäftigt einem Magazinbericht zufolge die europäischen Wettbewerbshüter. Der Deal werde inzwischen von der EU-Kommission überprüft, berichtete der "Spiegel". Demnach durfte sie das Verfahren an sich ziehen, weil die Behörden in den drei EU-Ländern Großbritannien, Spanien und Zypern das Geschäft aus unterschiedlichen Wettbewerbsgründen kontrolliert hätten.

„Alle Beteiligten sind froh, dass sich ein Hebel zur Prüfung gefunden hat“, wird ein Kartellwächter zitiert. Dem Magazin zufolge konnte in Deutschland das Bundeskartellamt nicht aktiv werden, weil der hiesige Umsatz von WhatsApp bei unter fünf Millionen Euro liege, obwohl über 30 Millionen Deutsche den Dienst nutzten.

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Ohne Dienste wie WhatsApp geht bei vielen Kindern und Jugendlichen gar nichts mehr. Kurze Nachrichten verschicken sie nicht per SMS, sondern per Smartphone-App. Welche rechtlichen Gefahren dabei lauern.

Facebook hatte WhatsApp im Februar für rund 19 Milliarden Dollar übernommen. Für das weltgrößte Online-Netzwerk ist dies der teuerste Zukauf seiner zehnjährigen Geschichte. Dem Bericht zufolge hat die EU-Kommission die Internetfirmen angeschrieben, um mehr über die Folgen der Transaktion für den Wettbewerb zu erfahren. Zudem solle untersucht werden, wie Facebook die Daten der WhatsApp-Nutzer künftig verwerten will. Facebook selbst hatte die EU-Kommission ersucht, die Übernahme zu überprüfen, wie Reuters bereits Ende Mai von einer mit der Angelegenheit vertrauten Person erfahren hatte.

Unternehmen, die für eine Übernahme die Zustimmung verschiedener nationaler Behörden brauchen, bringen ihren Fall üblicherweise bei der EU-Kommission vor, um Auseinandersetzungen bei mehrfachen Überprüfungen zu vermeiden.

Die WhatsApp-Alternativen

Marktführer mit Image-Problem

Whatsapp ist in Deutschland und vielen anderen Ländern uneingeschränkter Marktführer in Sachen Instant Messaging. Trotzdem steht der Dienst, den Facebook gekauft hat, immer wieder in der Kritik: Zum einen wegen verschiedener Datenpannen, zum anderen wegen der Übernahme.

Herausforderer aus Japan...

In Japan ist der Dienst Line sehr beliebt, weltweit hat er rund 470 Millionen Nutzer. Die Anwendung ist kostenlos, Geld verdienen die Betreiber mit Werbung sowie dem Verkauf von Spielen und virtuellen Stickern.

... und auch aus China

Das chinesische Pendant von Whatsapp heißt Wechat. Die App hat mittlerweile auch außerhalb des Landes zahlreiche Nutzer gewonnen, im Mai 2014 waren es mehr als 800 Millionen. Ähnlich wie Line schaltet auch Wechat Werbung und verkauft virtuelle Sticker. In der Kritik ist die App, weil sie angeblich auf Geheiß der chinesischen Regierung bestimmte Inhalte ausfiltert.

Skype ist noch im Rennen

Skype, inzwischen eine Tochterfirma von Microsoft, hat eine treue Nutzergemeinde. Der Dienst bietet neben Videotelefonaten ebenfalls Chats an, die auch auf dem Smartphone funktionieren – damit steht er ebenfalls in Konkurrenz zu WhatsApp. Nach eigenen Angaben nutzen Skype mehrere Hundert Millionen Menschen, 2013 waren es bereits rund 300 Millionen.

Viber steigt ins Rennen ein

In Deutschland wenig bekannt ist Viber – trotzdem ist der Dienst aus Zypern viel wert: Das japanische Unternehmen Rakuten kaufte ihn im Februar 2014 samt der damals 300 Millionen Nutzer für 900 Millionen Dollar. Mit der App können Nutzer nicht nur chatten, sondern auch telefonieren.

Apps mit mehr Datenschutz

Einige App-Anbieter wollen mit Datenschutz punkten. Neben Threema zählt dazu auch der Chat-Dienst Telegram. Beide verschlüsseln den Datenverkehr auf dem gesamten Weg. Verbraucherschützer kommen allerdings zu einem durchwachsenen Fazit: Während die Stiftung Warentest Threema gute Noten gibt, sieht sie bei Telegram Schwächen, etwa ein fehlendes Impressum und die automatische Übernahme aller Adressbucheinträge.

Von

rtr

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