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06.08.2016

13:47 Uhr

Facebook-Labor

Was in der „Area 404“ entsteht

Im Silicon Valley ist man selten damit zufrieden, immer das Gleiche zu tun. So auch bei Facebook. Der Internetkonzern verlegt sich jetzt auf handfeste Arbeiten an High-Tech-Apparaturen – in seinem nagelneuen Labor.

In dem Lab sollen unter anderem energieeffiziente Rechner für Facebook-Datenzentren entworfen und neue Laser-Halterungen sowie Drohnen-Propeller getestet werden. AP

Hardware-Labor

In dem Lab sollen unter anderem energieeffiziente Rechner für Facebook-Datenzentren entworfen und neue Laser-Halterungen sowie Drohnen-Propeller getestet werden.

Menlo ParkBisher hat Facebook sein Vermögen im Internet gemacht: Als soziales Netzwerk im Cyberspace, in dem Menschen Neuigkeiten in ihrem Leben, Erfahrungen und digitale Videos mit Freunden austauschen können. Aber Facebook hat weitergehende Ambitionen. In seinem Hauptquartier im kalifornischen Silicon Valley ist ein neues Labor eingerichtet worden, mit computergesteuerten Drehbänken, Fräsen und anderen Werkzeugen zur Herstellung von Waren zum Anfassen.

Es ist keine Fabrik zur Massenproduktion von Smartphones oder anderen Verbraucherartikeln. Die Ingenieure dort sollen vielmehr an einigen der High-Tech-Apparaturen arbeiten, die zur Umsetzung der Langzeitpläne des Unternehmens nötig sind. Und die lauten: Menschen durch „schlaue“ Geräte, Virtual-Reality-Kopfhörer und hoch fliegende Drohnen zu verbinden, die via Laser Internetsignale in ferne Winkel der Welt senden können.

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Und wie Googles gefeiertes X-Lab, in dem der Suchmaschinen-Gigant bahnbrechende Projekte wie selbstfahrende Autos verfolgt, zeigt Facebooks neue Forschungseinrichtung: Führende Technologiefirmen im Silicon Valley geben sich selten damit zufrieden, immer nur das Gleiche zu tun. „Wenn man daran denkt, die Welt zu verbinden, muss man andere Arten von Hardware bauen, um Menschen zu helfen, sich miteinander zu verbinden“, sagt Jay Parikh, der bei Facebook für Technik und Infrastruktur zuständig ist.

In dem Lab sollen unter anderem energieeffiziente Rechner für Facebook-Datenzentren entworfen und neue Laser-Halterungen sowie Drohnen-Propeller getestet werden. Weiteres Ziel: Die Perfektionierung des Prototypen einer 360-Grad-Videokamera, den Facebook im April vorgestellt hat.

Free Basics

Worum handelt es sich?

Facebook bietet in mehr als 35 Schwellenländern einen beschränkten, aber kostenlosen Zugang zu einigen Internetdiensten an. Der Konzern will so möglichst vielen Menschen Zugang verschaffen.

Wie macht Facebook das?

Der Konzern kooperiert mit lokalen Netzbetreibern. Die Idee: Wenn die Nutzer die Dienste nützlich finden, entscheiden sie sich vielleicht auch für einen kostenpflichtigen Vertrag.

Warum ist das nötig?

Facebook argumentiert: Die Anschlüsse sind in den meisten Ländern vorhanden, doch für viele Menschen sind die Tarife zu teuer und der Nutzen zu unklar. Free Basics soll das ändern.

Warum ist das Projekt umstritten?

Weil Facebook das Projekt kontrolliert, sehen Kritiker darin einen Verstoß gegen die Netzneutralität – dieses Prinzip fordert einen diskriminierungsfreien Zugang zu allen Websites.

Wie reagiert Facebook auf die Kritik?

Als Antwort hat Facebook das Projekt bereits von Internet.org in Free Basics umbenannt, um den Charakter des Zugangs deutlicher zu machen. Zudem kann inzwischen jede Firma selbst eine App für das Programm entwickeln.

Wie erfolgreich ist das Projekt?

Das Resultat ist gemischt. Facebook bietet die Free Basics in mehr als 35 Ländern an. Allerdings hat die indische Telekommunikationsbehörde den Dienst Ende 2015 verboten.

Was tut Facebook noch?

Der Konzern investiert auch in die Entwicklung von Drohnen, um entlegene Landstriche mit dem Internet zu verbinden. Zudem lässt er einen Satelliten ins All schießen.

Das Labor, dessen Eröffnung das Unternehmen am Mittwoch bekanntgegeben hat, wird Area 404 genannt - ein Insiderwitz in Anlehnung an die „error 404“-Internetbotschaft, die Nutzer sehen, wenn sie versucht haben, auf eine Webseite zu kommen, die nicht gefunden werden kann. Facebook zufolge haben die Ingenieure des Unternehmens lange darüber geredet, wie sehr sie sich einen solchen Arbeitsplatz wünschen, aber die Suche danach sei erfolglos geblieben, weil so etwas bis jetzt schlicht nicht existiert habe.

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