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14.02.2017

15:11 Uhr

Facebook

Mark Zuckerberg macht Musik

VonJohannes Steger

Virtual Reality, Videos – und jetzt auch noch Musik. Facebook-Chef Mark Zuckerberg will die Geschäftsbereiche seines Konzerns ausweiten. Warum das soziale Netzwerk nun auch etablierten Musiklabels Avancen macht.

Neue Geschäftsfelder für das soziale Netzwerk. dpa

Facebook-Chef Mark Zuckerberg

Neue Geschäftsfelder für das soziale Netzwerk.

DüsseldorfMark Zuckerberg kann zufrieden sein. Das vergangene Quartal bescherte Facebook wieder einen Rekord. Der Umsatz stieg um 51 Prozent auf rund 8,8 Milliarden Dollar und auch der Gewinn verdoppelte sich auf 3,57 Milliarden Dollar. Das soziale Netzwerk zählt derzeit 1,86 Milliarden aktive Nutzer im Monat.

Das Geschäftsmodell von Facebook fußt vor allem auf den Werbeerlöse, die kontinuierlich steigen. Dafür braucht es Formate, indenen die Werbung ausgespielt wird. Bisher gibt es zwei große Werbeträger. Zum einen den Newsfeed, zum anderen der Nachrichtendienst Messenger. Werden die aber mit Werbeanzeigen überfrachtet, können Nutzer schnell genervt reagieren und verlassen Facebook. Dessen ist sich auch Facebook-Chef Zuckerberg bewusst. Deshalb hat er bereits im vergangenen Jahr davor gewarnt, dass die Zeit des schnellen Wachstums schnell vorbei sein könnte.

Das hat sich zwar noch nicht bewahrheitet, allerdings sorgt Zuckerberg mit einer Expansion in neue Geschäftsbereiche vor: Er ernannte den Topmanager Hugo Barra zum neuen Chef der Virtual-Reality-Sparte. Auch Medienpartnerschaften will er weiter ausbauen.

Welche Facebook-Dienste die Deutschen nutzen

Mehr als „Gefällt mir”

Facebook ist nicht nur eine Internetseite oder eine App. Das soziale Netzwerk wurde in den vergangenen Jahren kräftig erweitert. Die bekanntesten Teile sind der Facebook Messenger, Instagram und Whatsapp. Das Statistik-Portal Statista hat die Deutschen gefragt, welche Dienste und Produkte sie mindestens gelegentlich nutzen.

Facebook allgemein

72 Prozent nutzen das Social Media Portal. Dabei ist der Unterschied zwischen Männern (73 Prozent) und Frauen (71 Prozent) gering.

Facebook Messenger

Den Facebook-Nachrichtendienst nutzen 43 Prozent der Befragten – Männer wie Frauen.

Instagram

Den Online-Dienst Instagram zum Teilen von Fotos und Videos nutzen 26 Prozent der Männer und 22 Prozent der Frauen.

Whatsapp

Den Instant-Messaging-Dienst, der seit dem Jahr 2014 zu Facebook gehört, wird 70 Prozent der Befragten genutzt. Mit 71 Prozent männlichen und 70 Prozent weiblichen Nutzern sind die Unterschiede bei den Geschlechtern gering.

Der von Zuckerberg selbst als „Megatrend“ bezeichnete Video-Bereich soll weiter wachsen. Jetzt treibt Facebook eine neue Sparte voran: Der Musikindustrie bietet sich das Unternehmen als Alternative zur Google-Tochter Youtube an. Zuckerberg weiß: Seine Erfolge haben eine Halbwertszeit und die Konkurrenz sitzt ihm im Nacken.

Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, soll Facebook in Verhandlungen mit verschiedenen Musiklabels stecken. Ein Deal könnte demnach mehr nutzergenerierte Videos mit Musikinhalt und Musikvideos der Labels beinhalten. Der Musikindustrie würde das entgegenkommen, denn die versucht schon lange, auch von Online-Diensten wie Facebook zu profitieren.

Youtube bescherte der Industrie dank Werbeerlösen fast eine Milliarde Dollar an Einnahmen – und ist zur wichtigsten Seite für Musik geworden ist, wie Bloomberg berichtet. Trotzdem befinden sich viele Labels mit Youtube im Clinch. Der Google-Tochter wird ein zu laxer Umgang mit der Durchsetzung von Copyright-Rechten vorgeworfen.

Anwalt Chan-jo Jun: Die Akte Facebook

Anwalt Chan-jo Jun

Premium Die Akte Facebook

Der Würzburger verklagt Facebook wegen Verleumdung eines Flüchtlings. Am Montag beginnt der Prozess. Es ist das erste Mal, dass Facebook sich dafür vor einem deutschen Gericht verantworten muss. Für Jun eine Genugtuung.

Eine Kooperation mit Facebook könnte Youtube unter Druck setzen. So soll Facebook bereits angekündigt haben, Musikpiraterie überwachen und Werbeeinnahmen mit den Erstellern teilen zu wollen. Damit die Kooperation zustande kommt, muss Facebook allerdings gewährleisten, dass Urheberrechte in Nutzervideos gewahrt bleiben. Dafür braucht es ein System, das derartige Verstöße überwacht. Youtube bietet mit Content ID bereits ein vergleichbares an. Rechteinhaber können so ihre Inhalte auf der Plattform überwachen und Anspruch auf entsprechende Videos erheben. Trotzdem existieren auf Youtube viele Inhalte, für die weder Labels noch Künstler Tantiemen oder Lizenzgelder erhalten. An einem entsprechenden System soll Facebook bereits arbeiten, wie verschiedene Medien im vergangenen Dezember berichteten.

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