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18.01.2011

12:27 Uhr

Facebook, Twitter und Co.

Das Web-2.0-Monopoly

VonThomas Stölzel, Matthias Hohensee, Niklas Hoyer, Michael Kroker
Quelle:WirtschaftsWoche Online

Ist Facebook wirklich 50 Milliarden Dollar wert? Der Kurznachrichtendienst Twitter 3,7 Milliarden? Zehn Jahre nach dem New-Economy-Boom wachsen die Bewertungen wieder in den Himmel, die nächste Blase droht. Welche Geschäftsmodelle im Web wirklich Zukunft haben.

Jung, cool teuer - ist Facebook wirklich 50 Millionen Dollar wert? DAPD

Jung, cool teuer - ist Facebook wirklich 50 Millionen Dollar wert?

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten reichen Ärger über eine Telefongesellschaft, Kreativität und Fleiß, um innerhalb von zwei Jahren zum Milliardär aufzusteigen. 2006 wollte Andrew Mason seinen Handy-Vertrag kündigen. „Eine Qual“, erinnert sich der Web-Entwickler aus Chicago. Wenn sich viele Kunden zusammenschließen könnten, würde die Telefongesellschaft anders reagieren, so seine Überlegung. Aus dem Kalkül über die Kraft der Masse entstand im November 2008 Groupon. Das Startup verkauft übers Web Gutscheine für Dienste wie Massagen, Hubschrauberflüge oder Restaurantbesuche mit Rabatten von bis zu 80 Prozent – aber nur, wenn sich genügend Käufer für die Offerte finden.

In diesen Tagen schreibt der erst 29-jährige Mason Wirtschaftsgeschichte. Auf dem Konto seines Unternehmens gehen gerade 950 Millionen Dollar ein, die größte Summe, die je ein Startup auf einen Streich erhalten hat. Sie stammen von einem Investorenkonsortium, das Groupon mit 4,75 Milliarden Dollar bewertet. Jeder der derzeit rund 50 Millionen Nutzer ist ihnen 95 Dollar wert. Für Internet-Pionier Marc Andreessen, dessen Netscape-Browser Mitte der Neunzigerjahre die erste Internet-Welle in Bewegung setzte, ist das noch immer ein Schnäppchen. - „Groupon steht ganz am Anfang“, begründet er seine Investition in das Startup.

Fast gleichzeitig taxiert die Investmentbank Goldman Sachs das soziale Netz Facebook auf atemberaubende 50 Milliarden Dollar. Dagegen ist der deutsche Industriegigant ThyssenKrupp an der Börse nur 21,6 Milliarden Dollar wert, der Gasehersteller Linde 24,7 Milliarden. Den kräftig Geld verbrennenden Kurznachrichtendienst Twitter bewerten Investoren bereits mit 3,7 Milliarden Dollar, das Business-Netzwerk LinkedIn mit 2,1 Milliarden.

Ist das die nächste gefährliche Internet-Blase? Eine wie zu Beginn dieses Jahrtausends, als es in der Dotcom-Ära darum ging, ohne Rücksicht auf Verluste so viele Kunden wie möglich zu gewinnen?

Vieles spricht dagegen. Das rasante Wachstum des mobilen Internets wird die Branche über Jahre beflügeln. Noch nie war es so einfach und günstig, Serverkapazitäten aufzustocken. Zudem verfügen im Gegensatz zur New-Economy-Zeit viele Jungunternehmen der Web-2.0-Generation über Geschäftsmodelle jenseits des reinen Verkaufs von Online-Werbung. Dienste wie Facebook oder Groupon fahren bereits Gewinne ein.

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