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27.05.2016

18:15 Uhr

Facebook versus Datenschützer

Personalisierte Werbung auch für Nicht-Mitglieder

Facebook will sich ein noch größeres Stück vom Online-Werbekuchen sichern: Das weltgrößte Online-Netzwerk will Anzeigen nicht für nur seine Mitglieder vermarkten. Damit einher gehen neue Möglichkeiten, das zu blockieren.

Bei personalisierter Werbung geht es darum, die Anzeigen besser auf die Interessen der Nutzer zuzuschneiden. Das funktioniert etwa über die besuchten Websites oder Daten von Plug-ins wie dem „Gefällt mir“-Button. dapd

Facebooks Like-Button

Bei personalisierter Werbung geht es darum, die Anzeigen besser auf die Interessen der Nutzer zuzuschneiden. Das funktioniert etwa über die besuchten Websites oder Daten von Plug-ins wie dem „Gefällt mir“-Button.

Menlo ParkFacebook will künftig auch Internet-Nutzern, die nicht Mitglieder des Online-Netzwerks sind, personalisierte Werbung anzeigen. Dafür werden wie in der Online-Branche üblich sogenannte Cookies im Web-Browser abgelegt, die Anzeigen an das Surf-Verhalten anpassen. Die Funktion kann blockiert werden, wie Facebook in einem Blogeintrag am späten Donnerstag (Ortszeit) erklärte.

Der Schritt verschärft die Rivalität unter anderem mit Google und den Online-Werbemarkt. Denn jetzt wird Facebook stärker zum Kanal für die Auslieferung von Online-Werbung über die rund 1,65 Milliarden eigenen Mitglieder hinaus.

Noch ist Google weit voraus: Bei Facebook wuchsen die Anzeigen-Erlöse im vergangenen Quartal im Jahresvergleich um 57 Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar. Bei Google legten sie um 16 Prozent auf 18 Milliarden Dollar zu.

Seinen Mitgliedern zeigt Facebook über die Plattform „Audience Network“ auch auf anderen Webseiten personalisierte Werbung an. Ab sofort könnten sie dies abschalten, hieß es weiter. Das Online-Netzwerk überarbeitete dafür auch die Informationen über Datenschutz.

Facebook in Zahlen

Monatliche Nutzer

Pro Monat waren im dritten Quartal 2017 über zwei Milliarden Nutzer bei Facebook aktiv. Ein Jahr zuvor waren es noch 1,7 Milliarden.

Umsatz

2016 machte Facebook einen Umsatz von rund 27,64 Milliarden US-Dollar und konnte einen Gewinn in Höhe von rund 10,22 Milliarden US-Dollar ausweisen.

Die meisten Fans

hatten im August 2017 die Fanseiten von Christiano Ronaldo (122 Millionen), Real Madrid (106 Millionen) und Shakira (104 Millionen).

Mitarbeiter

Von gerade einmal knapp 2.100 Mitarbeitern im Jahr 2010 wuchs das Unternehmen auf über 17.000 im Jahr 2016.

Whatsapp

Der Nachrichtendienst Whatsapp, gemeinhin bekannt als das Ende der SMS, zählte im Juli 2017 rund 1,3 Milliarden Nutzer.

Instagram

Die Foto-Plattform Instagram wurde 2016 jeden Monat von 428 Millionen Nutzern besucht. Bis 2021 sollen es knapp 930 Millionen sein, schätzt das Marktforschungsunternehmen eMarketer.

Forschung und Entwicklung

Für diese Bereiche gab der Konzern 2016 knapp sechs Milliarden US-Dollar aus – 2011 waren es noch 388 Millionen US-Dollar.

Wegen der Cookies und des Umgangs mit Nicht-Mitgliedern hatten bereits Datenschützer in mehreren Ländern Facebook ins Visier genommen. Diese Gespräche seien bei den neuen Regelungen berücksichtigt worden.

Bei personalisierter Werbung geht es darum, die Anzeigen besser auf die Interessen der Nutzer zuzuschneiden, statt sie nach dem Gießkannen-Prinzip mit Werbung zu berieseln. Anhand der besuchten Websites oder Daten von Plug-ins wie dem „Gefällt mir“-Button kann man erkennen, ob sie sich zum Beispiel für Fußball, Kochen oder Mode interessieren. Dadurch bekommen sie dann quer durchs Netz entsprechende Werbung angezeigt.

In Europa wird Facebook gemäß der geltenden Regeln die Internet-Nutzer ausdrücklich auf die neuen Cookies hinweisen, wenn sie eine Seite aufrufen.

Von

dpa

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