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25.02.2014

02:34 Uhr

Facebook

WhatsApp soll Milliardengrenze knacken

Während sich die Welt noch die Augen reibt, verteidigt Zuckerberg den Kaufpreis für WhatsApp. Die einzigartige Plattform habe das Potenzial eine Milliarde Nutzer zu erreichen.

„Die Wahrheit ist, dass es sehr wenige Anwendungen gibt, die eine Milliarde Nutzer erreichen können.“ ap

„Die Wahrheit ist, dass es sehr wenige Anwendungen gibt, die eine Milliarde Nutzer erreichen können.“

Barcelona/New YorkEr hätte wohl noch mehr gezahlt. Zum Start der weltgrößten Mobilfunkmesse am Montag in Barcelona rechtfertigte Facebook-Chef Mark Zuckerberg den hohen Kaufpreis für WhatsApp. „Ich denke, dass WhatsApp für sich genommen mehr wert ist als 19 Milliarden Dollar“, betonte er bei einer Podiumsdiskussion.

Andere Messaging-Anwendungen würden bereits 2 bis 3 Dollar pro Nutzer einnehmen, sagte Zuckerberg. Whatsapp hat derzeit 450 Millionen Nutzer, doch die Milliardengrenze kann dem Facebook-Erfinder zufolge schon bald überschritten werden. „Die Wahrheit ist, dass es sehr wenige Anwendungen gibt, die eine Milliarde Nutzer erreichen können.“

Was an WhatsApp Kopfschmerzen bereitet

Laxer Umgang mit Datenschutz

WhatsApp überträgt die Kontakte im Adressbuch auf seine Server in den USA – in Zeiten mächtiger Geheimdienste kein angenehmer Gedanke. Hinzu kommt: Durch die Offenlegung der Handynummern erfahren andere Leute, dass man die App nutzt – zumindest, wenn sie diese auch installiert haben und im Adressbuch stehen.

Zweifel an der Verschlüsselung

Lange wurden die WhatsApp-Nachrichten unverschlüsselt übertragen. Auch an der inzwischen eingesetzten Verschlüsselungstechnologie hegen Experten Zweifel.

Sicherheitsbedenken

Schon mehrfach stand Whatsapp wegen des laxen Umgangs mit Sicherheitsfragen in der Kritik – das betrifft nicht nur die Verschlüsselung. So konnten eine Zeit lang Whatsapp-Nutzerkonten relativ leicht gekapert werden. Nach Einschätzung einer Sicherheitsfirma kann auch der Bezahlprozess ausspioniert werden.

Soziale Kontrolle

Für jeden App-Nutzer ist einsehbar, wann die Kontakte das letzte Mal den Dienst genutzt haben. Es kommt vor, dass darüber Mütter kontrollieren, ob ihre Babysitter zu Hause noch wach sind – denn die verdaddeln die Zeit oft genug mit WhatsApp. Die App ermöglicht also eine gewisse soziale Kontrolle.

Undurchsichtige Firma

Über die Firma WhatsApp ist wenig bekannt, die Macher meiden die Öffentlichkeit weitgehend. Das stärkt nicht gerade das Vertrauen. Auch der Anfang 2014 angekündigte Verkauf an Facebook stößt auf Skepsis – das Soziale Netzwerk gilt nicht wenigen als Datenkrake.

Whatsapp kündigte in Barcelona seinerseits eine neue Funktion für kostenlose Telefonate über die Anwendung an.

Der Name der Firma tauchte auch in einer kaum beachteten Mitteilung von Facebook auf: Das soziale Netzwerk schafft nach knapp vier Jahren sein eigenes E-Mail-System ab. „Die meisten Nutzer“ hätten ihre Adressen mit der Endung @facebook.com nicht aktiv gebraucht, teilte das US-Unternehmen mit.

Nach dem Kauf des Kurzmitteilungs-Dienstes Whatsapp wolle sich das Unternehmen auf die Verbesserung ihrer mobilen Nachrichtendienste konzentrieren. Die Einführung von E-Mail-Adressen für Facebook-Nutzer galt als Versuch, dem Konkurrenten Gmail das Wasser abzugraben und dessen Kunden zum Wechsel zu bewegen.

Zwei Jahre nach dem Startschuss des Projekts hatte Facebook etliche Nutzer mit der Entscheidung verärgert, die voreingestellte E-Mail-Adresse von Nutzerkonten auf diese Facebook-Adresse umzustellen, sodass Mails nicht mehr über das Alltags-Postfach bei anderen Anbietern einliefen.

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