Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.10.2017

04:28 Uhr

Facebook

Zehn Millionen Nutzer sahen Polit-Werbung

Hat Russland die sozialen Medien genutzt, um im US-Wahlkampf Stimmungsmache zu betreiben? Facebook erklärt, mutmaßlich aus Russland geschaltete Anzeigen waren für mehrere Millionen Nutzer sichtbar.

Die von Russland aus finanzierten politischen Anzeigen während des US-Wahlkampfs wurden von 10 Millionen Nutzern gesehen. dpa

Facebook unter der Lupe

Die von Russland aus finanzierten politischen Anzeigen während des US-Wahlkampfs wurden von 10 Millionen Nutzern gesehen.

WashingtonDer Internetriese Facebook schätzt, dass rund zehn Millionen Nutzer politische Anzeigen, die mutmaßlich mit der russischen Beeinflussung der US-Wahl in Verbindung stehen, online gesehen haben. Die Werbeanzeigen, die zur Zeit um die US-Präsidentschaftswahl 2016 liefen und offenbar mit einer russischen Werbeagentur in Verbindung stehen, hätten sich auf umstrittene Themen wie Waffenbesitz, Einwanderung und LGBT-Rechte konzentriert, erklärte Facebooks Vizepräsident für Kommunikation, Elliot Schrage, am Montag (Ortszeit). In vielen Fällen hätten die Anzeigen die Nutzer dazu aufgefordert, Facebook-Seiten mit entsprechenden Ansichten zu liken und zu abonnieren.

Die Werbeanzeigen spiegelten „politische Botschaften mit einem weiten ideologischen Spektrum“ wider, erklärte Schrage. Für 99 Prozent der Anzeigen seien jeweils weniger als 1000 Dollar (etwa 854 Euro) bezahlt worden. Weniger als die Hälfte der Anzeigen sei vor der Wahl veröffentlicht worden, 56 Prozent nach der Abstimmung. Für manche der Werbeanzeigen sei mit der russischen Währung Rubel bezahlt worden, sagte Schrage.

Trump vs. Zuckerberg

So verteidigt sich der Facebook-Chef gegen die Manipulationsvorwürfe des US-Präsidenten

Trump vs. Zuckerberg: So verteidigt sich der Facebook-Chef gegen die Manipulationsvorwürfe des US-Präsidenten

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Facebook hatte am Montag den Inhalt von Tausenden Werbeanzeigen drei Kongress-Ausschüssen offengelegt, die wegen der Wahleinmischung Russlands ermitteln. Das Unternehmen hatte ähnliches Material bereits auch dem Sonderermittler Robert Mueller übergeben.

Facebook betonte, dass das Recht auf freie Meinungsäußerung ernst genommen werde und nie alle unerwünschten Inhalte entfernen werden könnten. „Auch wenn wir alle Schritte unternommen haben, um einen Missbrauch zu kontrollieren, wird auf unserer Plattform politischer und sozialer Inhalt auftauchen, den Leute anstößig finden werden, und den wir anstößig finden werden“, so Schrage.

Facebook hatte vergangenen Monat mitgeteilt, dass das Unternehmen Tausende Anzeigen gefunden habe, die mit Facebook-Konten in Verbindung stünden, die wahrscheinlich von Russland aus betrieben worden seien. Das Unternehmen fand nach eigenen Angaben heraus, dass 450 Facebook-Konten und etwa 100.000 Dollar (rund 84.000 Euro) für die Werbung verwendet wurden. Der Kurznachrichtendienst Twitter teilte vergangene Woche mit, er habe 22 Konten ausgesetzt, die mit den 450 Facebook-Konten korrespondierten.

Die drei Kongress-Ausschüsse untersuchen eine russische Einmischung in die Wahl und ob es irgendwelche Verbindungen zur Kampagne von Präsident Donald Trump gibt. Sie haben sich in jüngerer Zeit auf die Verbreitung falscher Nachrichtenstorys und Propaganda in sozialen Medien konzentriert.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Holger Narrog

03.10.2017, 09:29 Uhr

Der Beitrag ist irreführend weil er suggeriert, dass Russland Einfluss auf den US Wahlkampf genommen hat.

Gem. des Artikels hat Russland Politikreklame gemacht hat die für mehrere Millionen Nutzer sichtbar war. Das könnte nach eigener Einschätzung einen unteren 6-stelligen Betrag gekostet haben...

Der gesamte US Wahlkampf hat mehr als 1 Mrd. $ gekostet wobei Clinten etwa doppelt soviel Geld zur Verfügung hatte als Trump.

Wenn man lediglich den 7-stelligen Betrag nimmt den Fr. Merkel (Deutschland) an die Clinton Stiftung überwiesen hat, ist dieser um ein Vielfaches grösser.

Herr Ivan Ostertag

03.10.2017, 11:20 Uhr

Die Einflussnahme von ausländischen Mächten auf die Innenpolitik ist ja uralt. Schröder geht zu Gazprom und von zu Gutenberg ist bei US thinktank tätig. Entweder sind die US-Bürger naiv oder tun nur so, dann wäre es aber eine Heuchelei.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×