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17.12.2015

10:24 Uhr

Fahrdienst im Messenger

Uber und Facebook verbünden sich

Sein Uber-Taxi direkt aus dem Chat mit Freunden bestellen – das geht jetzt mit dem Facebook-Messenger. Noch gilt das Angebot nur für Kunden in den USA. Für beide Unternehmen ist die Partnerschaft aber ein Meilenstein.

Die beiden Internetfirmen verbünden sich. Reuters

Uber und Facebook

Die beiden Internetfirmen verbünden sich.

Menlo ParkDer umstrittene Fahrdienst-Vermittler Uber hat einen Coup gelandet: In den USA können Kunden ihren Uber-Fahrer ab sofort direkt aus dem Facebook-Messenger bestellen – und zwar, ohne eine Unterhaltung verlassen zu müssen. Das haben beide Unternehmen am Mittwoch verkündet.

Die Nutzer des Facebook-Nachrichtendienstes können direkt in der Unterhaltung mit einem oder mehreren Freunden eine Adresse auswählen und ihren Uber-Fahrer dorthin bestellen. Sie können auch ihre voraussichtliche Ankunftszeit am Treffpunkt anzeigen lassen und die Fahrtkosten mit Freunden teilen. Die Funktion soll zu einem späteren Zeitpunkt auch in anderen Ländern verfügbar machen.

Für Uber hat diese Partnerschaft so großes Potenzial, weil das Start-up seine Kundenbasis enorm vergrößern könnte. Weltweit nutzen über 700 Millionen Menschen den Facebook-Messenger. Uber lockt die Messenger-Kunden zudem mit einem Gutschein über 20 Dollar.

Kampf um die Fahrgäste

Taxigewerbe unter Druck

Für das Taxigewerbe war die Konkurrenz lange überschaubar – die Firmen konkurrierten nur untereinander. Doch derzeit geraten viele Unternehmen unter Druck. Neue Konkurrenz aus dem Internet reißt immer mehr Lücken in das klassische Geschäftsmodell. Ein Überblick.

MyTaxi schaltet Zentrale aus

Mit Apps wie MyTaxi können sich Passagiere ein Taxi finden, ohne dass ein Anruf in der Zentrale nötig wäre. Den Fahrern geht also kein Geschäft verloren, aber den Vermittlern. Die Taxizentralen versuchen mit einer eigenen App, sich die Konkurrenz vom Leib zu halten.

Uber buhlt direkt um die Gäste

Dienste wie Uber konkurrieren direkt mit den Taxiunternehmen um die Gäste. Das Start-up, das mit Google einen potenten Investor hat, betreibt selbst keine Wagen, sondern agiert als Vermittler, der eigenständigen Fahrern eine technische Plattform bietet. Damit wälzt es die Verantwortung ab: Für die Einhaltung der Bestimmungen sind die Fahrer zuständig. Viele Städte halten dieses Modell für unzulässig.

RideWith verbindet Fahrer und Mitfahrer

RideWith ist eine App des Google-Dienstes Waze und startet in Israel: Die Applikation soll Fahrer auf dem Weg zur Arbeit und zurück mit Mitfahrern verbinden. Waze erstellt Routen-Anweisungen auf Grundlage von Informationen der Nutzer über den Verkehrsfluss.

Carsharing als Alternative

Wer nach einem Kneipenabend nach Hause fahren will, kann natürlich nicht selbst fahren. In anderen Fällen sind Carsharing-Dienste aber durchaus eine Alternative. In den Großstädten wird das Netz an Fahrzeugen immer dichter, so dass Nutzer es nicht weit haben. Gerade an Bahnhöfen ist das Angebot groß.

Erst vor kurzem hatte Uber seine Firmenbewertung auf über 60 Milliarden Dollar hochgeschraubt. Das Start-up aus San Francisco erhielt Anfang Dezember laut Medienberichten weitere gut zwei Milliarden Dollar von Investoren. Die Plattform für Transportdienste betreibt eine rasante weltweite Expansion, stößt aber vielerorts auf massiven Gegenwind von Taxi-Branche und Behörden, die Uber unfairen Wettbewerb vorwerfen. In Deutschland ist das Unternehmen nur noch in Berlin und München aktiv. Das Geschäft in Hamburg, Frankfurt und Stuttgart „pausiert“.

Vorbild für die neue Partnerschaft ist ein Facebook-Konkurrent aus China. Die beliebteste Nachrichtenplattform des Landes, Wechat, hat bereits seit längerem eine ähnliche Funktion. Partner ist der Uber-Rivale Didi Kuaidi. Facebook wird in China von staatlicher Seite blockiert.

Auch für Facebook ist der Schritt ein Meilenstein. Der Messenger hat seine Nutzerzahlen mehr als verdoppelt, seit er aus der eigentlichen Facebook-App ausgegliedert wurde. Das Programm. soll nicht mehr als reine Chat-Plattform dienen, sondern als Zentrale für Einkäufe und Unterhaltung.

jetzt können Nutzer etwa Geld versenden oder sich mit den Kundendiensten von Unternehmen in Verbindung setzen. In Zukunft sollen Spiele und viele weitere Dienstleistungen hinzukommen – auch von anderen Transportdiensten. So verhandelt Facebook laut US-Medienberichten etwa mit dem Uber-Konkurrenten Lyft.

Social-Media-Gigant

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