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19.03.2014

01:07 Uhr

Fernseh-Stick

Google führt Chromecast in Deutschland ein

In den USA ist Chromecast seit einiger Zeit erhältlich. Nun bringt Google den Fernseh-Stick auch in Deutschland auf den Markt. Die verfügbaren Inhalte sind aber auf eine überschaubare Anzahl von Apps begrenzt.

Googles Fernseh-Stick Chromecast ist ab Mittwoch auch in Deutschland erhältlich. AFP

Googles Fernseh-Stick Chromecast ist ab Mittwoch auch in Deutschland erhältlich.

HamburgDer Internet-Konzern Google bringt am Mittwoch seinen Fernseh-Stick Chromecast auch in Deutschland in den Handel. Mit ihm lassen sich Videos oder Inhalte aus Googles Browser Chrome vom Laptop oder Tablet per WLAN auf einen Fernseh-Bildschirm bringen.

In den USA sei der Stick bereits „millionenfach“ verkauft worden, sagte der leitende Geschäftsentwickler von Chromecast für Deutschland, Christian Witt, in Hamburg.

Das Szenario im Realitätscheck

Lending Club

Seit Mai 2013 ist Google an der amerikanischen Kreditbörse Lending Club beteiligt. Das Unternehmen nutze das Internet, um das Finanzsystem umzukrempeln, kommentiert Google-Manager David Lawee das Engagement vollmundig. Die Plattform vermittelt Kredite zwischen Nutzern – im Fachjargon ist von „peer to peer“ (P2P) die Rede. Lending Club vermittelt zwischen beiden Seiten und stuft das Ausfallrisiko ein, an dem sich der Zins orientiert.

Kreditkarte für Firmenkunden

Anzeigenkunden können eine Google-Kreditkarte bekommen – bislang allerdings nur in Großbritannien. Diese dient zur Bezahlung von Anzeigen im Werbeprogramm Adwords. „Diese Strategie von Google steht im Einklang mit den Plänen, die andere Unternehmen wie Amazon verfolgen“, erläutert Deutsche Bank-Analyst Thomas Dapp. „Ihr Ziel ist es, die Wertschöpfungskette zu verlängern und die Bindung ihrer Zulieferer an das Unternehmen zu erhöhen.“ Bei Amazon können sich Händler, die über die Plattform Produkte anbieten, bei dem Internetriesen Geld leihen.

Autobanken als Vorbild?

Den Weg vom Spezialisten zum Generalisten haben auch viele Autobanken beschritten. Zunächst boten BMW- oder Volkswagen-Bank lediglich die Finanzierung des Autokaufs an. Dann erweiterten sie ihr Angebot um Tages- und Festgeldangebote, Girokonten, Kreditkarten, Hypotheken oder Versicherungen.

Experten-Meinung

„Eine Art Google-Bank ist durchaus vorstellbar“, sagt Thomas Dapp von der volkswirtschaftlichen Analyse der Deutschen Bank. „Google sammelt eine Menge wertvoller Daten über uns. Weitaus mehr Daten als jede Bank über ihre Kunden zur Verfügung hat.“ Allerdings schüre dies auch Misstrauen unter potenziellen Kunden. Vertrauen sei ein elementarer Aspekt bei Finanzgeschäften. „Es bleibt spannend, ob Google das Vertrauen der Nutzer auf Dauer gewinnen kann.“ Von Seiten der Finanzaufsicht stehen keine unüberwindbaren Hindernisse im Weg. „Google verfügt bereits über eine europaweit gültige E-Money-Lizenz, kann also Zahlungsverkehr im Internet abwickeln“, erläutert Dapp. „Die Hürde zu einer Vollbanklizenz ist nicht mehr so hoch.“

Das meint die Branche

Einer Umfrage der Unternehmensberatung AT Kearney und der Universität Augsburg zufolge erwarten 88 Prozent der führenden Bank-Manager, dass Google, Amazon und Facebook zusammen mit spezialisierten Web-Finanzdienstleistern eine größere Rolle im Bankgeschäft spielen werden. Die Internetriesen könnten zu großen Anbietern von Bankdienstleistungen für Privatkunden werden.

Fazit

Völlig abwegig ist es nicht, dass Google standardisierte Finanzprodukte wie Girokonten, Sparbriefe oder Kreditkarten anbietet. Dafür dürfte sich der Konzern aber wohl Partner aus der Finanzbranche suchen und das Engagement nicht aus dem eigenen Haus heraus organisieren.

Zunächst beschränken sich die verfügbaren Inhalte auf eine überschaubare Anzahl von Apps wie YouTube, den Musik-Streamingdienst Google Play Music und einige Video-Portale. Nutzer können über die Apps auch auf dem Smartphone bestimmte Inhalte auswählen und sie auf dem Fernseher wiedergeben.

Von

dpa

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