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28.01.2014

13:45 Uhr

Fernsehbauer

Loewe bekommt neuen Chef

Der Fernsehbauer Loewe leidet unter dem Preiskampf. Nun bekommt das Unternehmen einen neuen Chef: Produkt- und Marketingexperte Peter Orre soll mit neuen Geräten weitere Kundengruppen erschließen.

Loewe beantragte nach jahrelangen Verlusten Gläubigerschutz und meldete sich dann insolvent. AFP

Loewe beantragte nach jahrelangen Verlusten Gläubigerschutz und meldete sich dann insolvent.

MünchenDer von Investoren aus der Insolvenz übernommene Fernseherbauer Loewe bekommt einen neuen Chef. Der Produkt- und Marketingexperte Peter Orre, der bei Apple und Hewlett-Packard Karriere machte, soll mit neuen Geräten weitere Kundengruppen und Absatzmärkte erschließen, wie das Krisenunternehmen am Dienstag mitteilte. Der bisherige Loewe-Chef Matthias Harsch steigt als Mitgesellschafter bei Loewe ein und soll zugleich die internationale Expansion und den Ausbau strategischer Partnerschaften vorantreiben. Harsch hatte bereits eine Kooperation mit dem chinesischen TV- und Haushaltsgeräteanbieter Hisense eingefädelt.

Der Immobilienunternehmer Constantin Sepmeier, der frühere Unternehmensberater Stefan Kalmund und der ehemalige Apple-Europachef Jan Gesmar-Larsen hatten Loewe Mitte Januar übernommen und einen Neustart angekündigt. Sie setzen vor allem auf jüngere, design- und technikverliebte Kunden in Europa, Russland und China. Die Investoren übernahmen mit ihrem Münchner Investmentvehikel Panthera und dessen Tochter New Loewe GmbH allerdings nur Vermögenswerte, Rechte und einen Teil der Mitarbeiter der insolventen Loewe AG.

Die börsennotierte Unternehmenshülle steht nun vor der Abwicklung. Rund ein Viertel der zuletzt 550 Beschäftigten blickt in eine ungewisse Zukunft.

Kleines Fernseh-Glossar

Technologie verkauft Fernseher

Die TV-Hersteller arbeiten permanent an neuen Verfahren, um die Bildqualität weiter zu verbessern und die Funktionen zu erweitern – Technologie verkauft Geräte. Welche Schlagwörter sind derzeit angesagt?

Ultra HD (4K)

Ultra HD – oft auch als 4K bezeichnet – ist ein TV-Format mit sehr hoher Auflösung. Diese beträgt 3840 x 2160 Pixel, also 8,3 Megapixel. Das ist vier Mal so viel wie bei einem HD-Bild. Es mangelt noch an passenden Inhalten, allerdings werden herkömmliche Bilder hochgerechnet. Da die Geräte immer billiger werden, eignen sie sich langsam für den Massenmarkt.

OLED

OLED steht für Organic Light Emitting Diode, es handelt sich also um organische Leuchtdioden. Diese Technologie ermöglicht ein sehr kontrastreiches Bild und weite Blickwinkel, zudem verbraucht sie wenig Strom. Allerdings ist die Produktion der Paneele kompliziert und somit noch vergleichsweise teuer. Daher ist der Marktanteil der OLED-Geräte gering.

Gebogene Displays

Früher mussten Fernseher unbedingt flach sein – geht es nach einigen Herstellern, geht es heute nicht ohne gebogenes Display. Samsung, LG & Co. versprechen ein besseres Bild mit weniger optischen Verzerrungen. Der Vorteil liegt indes wohl eher im Design als im Seherlebnis. Dafür müssen Verbraucher einen hohen Preis in Kauf nehmen.

Smart TV

Fast alle neuen Fernseher sind inzwischen „smart“: Sie können nicht nur die herkömmlichen Kanäle, sondern auch Inhalte aus dem Internet darstellen, beispielsweise das Videoportal Youtube, Online-Videotheken oder extra für den großen Bildschirm programmierte. Dazu braucht es nur einen Breitbandanschluss. Allerdings nutzen viele Zuschauer diese Funktionen noch nicht. Zudem hapert es teils noch an der Bedienung – eine Kopplung mit Smartphone und Tablet soll Verbesserungen bringen.

Second Screen

Viele Fernsehzuschauer surfen nebenbei im Internet – entweder mit dem Smartphone oder dem Tablet-Computer. Dieses vergleichsweise junge Phänomen erlaubt TV-Herstellern, Filmemachern und Sendern, den zweiten, kleinen Bildschirm einzubinden. Etwa mit Informationen über die Sendung und Schauspieler oder Werbung. Zudem können die mobilen Geräte die klassische Fernbedienung ersetzen.

Loewe litt in den vergangenen Jahren schwer unter dem Preiskampf für moderne Fernseher. Asiatische Konkurrenten wie Samsung und LG setzten dem TV-Pionier mit deutlich billigeren Apparaten schwer zu. Nach jahrelangen Verlusten beantragte Loewe im Sommer zunächst Gläubigerschutz und meldete in der Folge Insolvenz in Eigenverwaltung an. Loewe ist neben Metz und TechniSat der letzte von einst 30 deutschen Unterhaltungselektronik-Herstellern. In Europa ist darüber hinaus nur noch der dänische Konzern Bang & Olufsen übrig geblieben.

Von

rtr

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