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01.07.2015

11:37 Uhr

Fernsehzeit nimmt zu

Streaming-Angebote locken Deutsche vors TV

Klassisches Fernsehen und Online-Angebote buhlen um die Gunst der Zuschauer. Eine Studie ergibt: Die Menschen verbringen wieder mehr Zeit vor dem Fernseher. Gleichzeitig zu twittern ist aber inzwischen üblich.

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SchwalbachDer Fernseher hat dank neuer Streaming-Angebote laut einer Umfrage seine Stellung als bevorzugter Bildschirm im Haushalt weiter ausgebaut. Die Europäer verbringen in diesem Jahr täglich rund eine halbe Stunde mehr als im Vorjahr vor dem TV-Gerät, ergab eine Studie im Auftrag des Elektronik-Riesen Samsung.

Die Nutzung von Video on Demand, bei dem Filme direkt aus dem Netz angesehen werden können, ist danach um ein Fünffaches auf 24 Prozent gestiegen. In Deutschland sei der Zuwachs noch beträchtlicher, teilte Samsung mit. Im Vergleich zu nur fünf Prozent 2014 habe sich die Nutzung in diesem Jahr fast verzehnfacht.

Streaming-Dienste

Nutzen statt besitzen

Beim Musik-Streaming werden Songs direkt aus dem Internet abgespielt, statt sie auf die Geräte herunterzuladen. Dafür werden die Dateien in viele kleine Pakete zerlegt und in einem konstanten Strom aufs Gerät übertragen. Fans können damit Musik nutzen, ohne sie zu besitzen.

Marktführer Spotify

Es ist ein noch relativ kleines aber schnell wachsendes Geschäft. Größter Anbieter ist die schwedische Firma Spotify mit aktuell 15 Millionen zahlenden Kunden und 45 Millionen Gratis-Nutzern. Es gibt aber auch zahlreiche andere Dienste – allein in Deutschland gibt es 15 Anbieter, darunter Radio und Deezer und Apple Music.

Volle Auswahl für 10 Euro

Die meisten Anbieter setzen auf ein Abo-Modell: Für einen monatlichen Betrag gibt es den Zugriff auf ein Angebot aus Millionen Songs. Die Paketpreise beginnen bei fünf Euro, für rund 10 Euro bekommen Nutzer oft auch eine Offline-Funktion. In einigen Fällen können Musikfans eine werbefinanzierte Variante mit weniger Funktionen auch kostenlos nutzen.

Erfolg im zweiten Versuch

Schon vor rund zehn Jahren versuchten verschiedene Anbieter, Abo-Dienste zu etablieren – der Durchbruch kam aber erst mit der Verbreitung von Smartphones und allgegenwärtigen schnellen Datenverbindungen.

Mäßiger Sound

Als eine Schwäche gilt bei Musik-Enthusiasten die starke Kompression, die nötig ist, um die Dateien möglichst sparsam durch die Netze zu kriegen. Das kann die Sound-Qualität drücken.

Stand: Januar 2015

Im Schnitt stehen demnach zwei Fernsehgeräte in jedem europäischen Haushalt. Rund 187 Minuten würden die Europäer täglich vor dem Fernseher verbringen, die Menschen in Deutschland 184 Minuten. Das sei ein Plus von 32 beziehungsweise 34 Minuten. Nach dem Fernseher als beliebtester Bildschirm folgt der Studie zufolge das Tablet.

In 64 Prozent der europäischen Haushalte gebe es inzwischen ein solches Gerät, in Deutschland verfüge jeder zweite Haushalt über ein Tablet. Das gleichzeitige Twittern während des Fernsehens sei inzwischen zur Gewohnheit der Nutzer geworden. Ob zum Verwalten von Dokumenten, Streaming von Online-Inhalten oder Lesen von Magazinen – insgesamt 73 Minuten pro Tag nutzen die Europäer ihr Tablet, 37 Minuten mehr als im Vorjahr.

Samsung hatte seinen „Techonomic Index“ im vergangenen Jahr herausgebracht. Für die Ergebnisse wurden in diesem Jahr 18.000 Europäer im Alter von über 16 Jahren aus 18 Ländern befragt. Durchgeführt wurde die Studie von der Marktforschungsfirma Lightspeed GMI. Die Meinungsforschungsgesellschaft Ipsos Mori steuerte zusätzlich noch Interviews mit 5000 Menschen im Alter von 18 bis 65 Jahren bei.

Von

dpa

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