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08.01.2007

18:25 Uhr

Finanzierung strittig

Zähes Tauziehen um BenQ-Arbeitsplätze

Die Gespräche zu Rettungsmöglichkeiten für rund 800 Jobs des insolventen Handyherstellers BenQ Mobile sind am Montag ohne endgültiges Ergebnis unterbrochen worden. Noch sollen aber nicht alle Hoffnungen begraben werden.

HB DÜSSELDORF. Es sollen weitere Verhandlungen mit der deutsch-amerikanischen Investorengruppe folgen, die Interesse an einer Übernahme von Teilen des Unternehmens bekundet hatte, wie Matthias Jena von der IG Metall Bayern am Montag nach vierstündigen Diskussionen in Düsseldorf sagte. Es gebe noch eine kleine Hoffnung, die Rettung werde jedoch mit zunehmender Zeit schwieriger, sage Jena. Die Interessenten hätten ein Geschäftsmodell vorgestellt, in dem noch einige Punkte zu klären seien.

In Teilnehmerkreisen hieß es am Dienstagnachmittag, die deutsch-amerikanische Investorengruppe habe zwar angeboten, insgesamt 800 Arbeitsplätze in München und Kamp-Lintfort zu erhalten. Doch seien die damit verbundenen Forderungen der Investoren kaum erfüllbar.

Die potenziellen Investoren, bei denen es sich um wohlhabende Deutsche und Amerikaner handeln soll, hatten unter anderem die kostenlose Beschäftigung von 800 ehemaligen BenQ-Mitarbeitern gefordert, die in eine Qualifizierungsgesellschaft gewechselt sind und Einkünfte aus der Kasse der Bundesagentur für Arbeit und von Siemens beziehen. Eine solche Finanzhilfe sei jedoch zumindest soweit es Finanzmittel der Arbeitsagentur betreffe nicht möglich, hieß es aus Verhandlungskreisen. Und auch Siemens habe sich bisher nicht dazu bereit erklärt, den Investoren finanziell unter die Arme zu greifen.

Außerdem forderten die Investoren den Angaben zufolge, die Namensrechte der insolventen Handyfirma in den USA weiternutzen zu können. Detaillierte Angaben zur geplanten Finanzierung des Deals hätten die Investoren dagegen wegen des großen Teilnehmerkreises nicht gemacht. Über mögliche Landesbürgschaften wurde den Angaben zufolge noch nicht gesprochen.

An dem Treffen in Düsseldorf nahmen unter anderem Insolvenzverwalter Martin Prager sowie Vertreter der Investorengruppe, Gewerkschaften und Vertreter der betroffenen Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Bayern teil.

IG Metall-Sprecher Wolfgang Nettelstroth hatte sich bereits vor Beginn der Gespräche wenig optimistisch gezeigt. „Wir sind insgesamt skeptisch, ob auf dieser Grundlage die Fortführung des Unternehmens gelingt“, sagte er. Doch wolle man jede Möglichkeit nutzen die Arbeitsplätze bei BenQ doch noch zu retten.

Die nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerin Christa Thoben hatte in der vergangenen Woche zu dem Krisengespräch eingeladen. Ziel ist es nach ihren Worten, die Eckpunkte des vorgeschlagenen Übernahmemodells und mögliche Unterstützungsmaßnahmen durch die Landesregierung zu klären. Nordrhein-Westfalen und Bayern haben Landesbürgschaften für zur Rettung des Handy-Herstellers nicht ausgeschlossen.

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