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27.08.2014

03:15 Uhr

Finanzierungsrunde für Foto-App

Snapchat fast zehn Milliarden Dollar wert

Die Foto-App Snapchat steht mitten in einer Finanzierungsrunde. Einem Medienbericht zufolge hat zumindest ein prominenter Investor zugegriffen – und eine hohe Bewertung abgegeben.

Die Anwendung Snapchat auf einem Smartphone: Nutzer verschicken und empfangen Fotos, die nach wenigen Augenblicken wieder verschwinden. dpa

Die Anwendung Snapchat auf einem Smartphone: Nutzer verschicken und empfangen Fotos, die nach wenigen Augenblicken wieder verschwinden.

San FranciscoDie Foto-App Snapchat, bei der Bilder automatisch verschwinden, wird von Investoren laut einem Zeitungsbericht inzwischen mit nahezu zehn Milliarden Dollar bewertet. Die bekannte Finanzfirma Kleiner Perkins habe sich auf dieser Basis auf eine Investition von 20 Millionen Dollar geeinigt, schrieb das „Wall Street Journal“ am Dienstag unter Berufung auf informierte Personen.

Das würde einen Anteil von etwa 0,2 Prozent an Snapchat bedeuten. Kleiner Perkins gehört zu den prominenten Startup-Finanzierern und hatte unter anderem in Google und Amazon investiert.

Snapchat hat dem Bericht zufolge inzwischen rund 100 Millionen aktive Nutzer. Bei der App kann man Bilder verschicken, die sich beim Ansehen nach wenigen Sekunden von selbst löschen. Die App ist vor allem bei jungen Nutzern populär.

Die heißen Smartphone-Dienste

Snapchat

Mit der Snapchat-App können Nutzer Textnachrichten, Fotos und Videos verschicken, die sich nach einem kurzen Zeitraum selbst löschen. Gerade unter Jugendlichen ist die Anwendung beliebt – vermutlich nicht selten für Anzüglichkeiten. Die Gründer lehnten mehrere milliardenschwere Übernahmeangebote ab, auch Facebook ließen sie abblitzen.

Instagram

Ein Produkt des Smartphone-Zeitalters ist der Foto-Dienst Instagram: Er war von vornherein nur für mobile Geräte ausgelegt. Nutzer können Fotos und Videos aufnehmen, mit Filtern aufpeppen und hochladen. Das Prinzip von Instagram erinnert an Twitter, nur dass es hier ausschließlich um Bilder geht. Facebook übernahm den Dienst 2012 für umgerechnet eine Milliarde Dollar.

Pinterest

Beim Fotodienst Pinterest sammeln die Nutzer Bilder von verschiedenen Websites in digitalen Notizbüchern – meistens mit dem Smartphone. Die Entwicklung von Pinterest wird von Urheberrechtssorgen begleitet: Die öffentlichen Sammlungen könnten nach Ansicht einiger Experten als Urheberrechtsverletzung ausgelegt werden. Das Unternehmen hat inzwischen eine Milliardenbewertung.

Whatsapp

In immer mehr Ländern wird Whatsapp zum SMS-Ersatz. Der Dienst erlaubt es, Kurznachrichten, Bilder und Videos über Internet zu verschicken. Die App läuft auf sämtlichen Betriebssystemen. Trotz etlicher Sicherheitspannen gehört Whatsapp zu den beliebtesten Smartphone-Anwendungen, sie hat nach Unternehmensangaben 500 Millionen Nutzer. Facebook hat das Start-up für 22 Milliarden Dollar übernommen.

Line

Ähnliche wie Whatsapp funktioniert Line, eine App mit asiatischem Ursprung. Sie bietet Instant Messaging für Smartphone und PC. Nutzer können nicht nur Textnachrichten, Fotos und Videos tauschen, sondern auch Telefonate führen. Eine Besonderheit sind virtuelle Sticker, die man in einem Shop kaufen kann.

Vine

Mit dem Dienst Vine können Nutzer bei Twitter sechs Sekunden kurze Videoschnappschüsse hochladen, die in einer Endlosschleife laufen. Der Zwitscherdienst übernahm das Start-up nur wenige Monate nach dessen Gründung im Sommer 2012. Vine hat nach Angaben vom Sommer 40 Millionen Nutzer.

Periscope

Videoübertragungen in Echtzeit ermöglicht der Dienst Periscope, der zu Twitter gehört. Die Bedienung ist bewusst einfach gehalten: App öffnen, „Broadcast“ klicken – schon beginnt der Live-Stream. Ein konkurrierendes Angebot ist Meerkat.

Tumblr

Twitter ist kurzatmige Internet-Kommunikation, Blogs lassen sich mehr Zeit. Irgendwo dazwischen befindet sich Tumblr, ein 2007 gegründeter Web-Dienst für das unkomplizierte Veröffentlichen im Netz. Ähnlich wie bei Twitter kann man bei Tumblr anderen Nutzern folgen und sieht dann deren Beiträge im sogenannten Dashboard, einer Übersichtsseite. 2013 übernahm Yahoo das Start-up für 1,1 Milliarden Dollar.

Der Fotodienst schlug im vergangenen Jahr ein Kaufangebot von Facebook aus, das laut Medienberichten bei drei Milliarden Dollar gelegen haben soll. Das Online-Netzwerk vereinbarte wenig später den Kauf des Kurznachrichtendienstes WhatsApp für rund 19 Milliarden Dollar.

Die aktuelle Finanzierungsrunde bei Snapchat sei noch nicht abgeschlossen, berichtete das „Wall Street Journal“. Das vom 24-jährigen Mitgründer Evan Spiegel geführte Startup wolle in diesem Jahr versuchen, Geld mit Werbung zu verdienen, hieß es.

Snapchat kommentierte die Informationen der Zeitung ausweichend: Bewertung und Kapitalbedarf seien die am wenigsten interessanten Aspekte, erklärte ein Sprecher dem „Wall Street Journal“ und dem Blog „Techcrunch“.

Vor wenigen Wochen hatte auch der chinesische Onlinehändler Alibaba Interesse an Snapchat angemeldet - und ebenfalls eine Summe von zehn Milliarden Dollar ins Spiel gebracht.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

27.08.2014, 10:18 Uhr

Schon erstaunlich wofür Geld ausgegeben wird und welche Phantasiebewertungen über diesen Erdball geistern; aber die Menschheit ruft ja auch das Astro-ich-schau-in-die-Glaskugel-Telefon an.

Mit Sicherheit haben die Investoren "ihr" Geld nicht wirklich mit Hände Arbeit gescheffelt; sonst hätten sie nämlich keins

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