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14.06.2011

10:58 Uhr

Firmen nutzen Netzwerke

Warum Facebook 100 Milliarden wert ist

VonCatrin Bialek, Carsten Herz, Jens Koenen

100 Milliarden Dollar soll Facebook an der Börse wert sein. Dafür sorgen Konzerne als Nutzer. Sie entdecken Social Media und hoffen ihre Gewinne zu steigern. Doch nicht immer geht die Rechnung auf.

Der Vorstandsvorsitzende des Online-Netzwerks Facebook, Mark Zuckerberg. Quelle: dapd

Der Vorstandsvorsitzende des Online-Netzwerks Facebook, Mark Zuckerberg.

Düsseldorf, FrankfurtDas einen großen Plan zu nennen, wäre die Untertreibung des Jahres: Wenn Facebook im nächsten Jahr an die Börse geht, könnte das Online-Netzwerk mehr als 100 Milliarden Dollar wert sein. Das berichtet der gewöhnlich sehr gut informierte US-Fernsehsender CNBC.

Eine Bewertung von 100 Milliarden Dollar - so viel wie Daimler, Lufthansa und Adidas zusammen - würde Facebook auf einen Schlag in den Olymp der US-Unternehmen katapultieren. Es wäre eine rasante Verteuerung. Zuletzt war anhand der Geschäfte auf dem Zweitmarkt für Mitarbeiteraktien mit einem Wert von 85 Milliarden Dollar kalkuliert worden. Im Januar noch soll Facebook frische Investorengelder mit einer Bewertung von 50 Milliarden Dollar hereingeholt haben.

Facebook bietet Zugang zu einer vielen bis vor kurzem noch unbekannten Welt namens Social Media. In dieser Welt trifft man seine Freunde nicht mehr im Café, sondern auf einer Internetseite. Hier informieren weltweit 700 Millionen Facebook-Mitglieder nicht nur ihre Freunde und hinterlegen dabei private Informationen wie Alter, Geschlecht oder Konsumgewohnheiten. Hier tummeln sich auch immer mehr Firmen, um auf moderne Weise mit Kunden und Möchtegern-Kunden zu kommunizieren - und ihre Produkte zu bewerben.

Beispiel BMW: Der Autokonzern füttert seine Facebook-Fangemeinde mit so vielen Informationen zu neuen Modellen, dass immer mehr Nutzer Kommentare zur Marke schreiben und mit ihr befreundet sein wollen.
Beispiel Telekom: Sie setzt Facebook erfolgreich im Kundendienst ein und lässt Anfragen schnellstmöglich von Mitarbeitern beantworten.

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Beispiel Otto: Der Handelskonzern aus Hamburg rekrutiert bereits einen großen Teil seiner Nachwuchskräfte auf der Freunde-Plattform. Experten kritisieren, dass noch nicht genügend andere Firmen diesen Beispielen folgen. "Viele Unternehmen haben noch kein klares Bild von den Möglichkeiten der Netzwerke - und folglich auch keine Strategie für Social Media", sagte Thomas Strerath, Chef der Agenturgruppe Ogilvy & Mather, dem Handelsblatt.

Dabei zeigen US-Konzerne, dass ein intelligenter Auftritt im Social Web nicht nur das Image fördert, sondern auch Umsatz und Gewinn. Bei der Kaffeehauskette Starbucks etwa geben bereits 31 Millionen Menschen auf Facebook an, dass sie die Firma mögen. "Die Kunden lieben die Marke und wollen dies mitteilen, das erzeugt eine Sogwirkung", sagt Thomas Knüwer, Inhaber der Social-Media-Agentur Kpunktnull. Nicht zuletzt wegen des Erfolgs in den sozialen Netzen konnte Starbucks seinen Gewinn im vergangenen Geschäftsjahr auf 946 Millionen Dollar mehr als verdoppeln.

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