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05.07.2013

07:31 Uhr

Firmenchef Snabe im Interview

„SAP muss globaler werden“

ExklusivDie beiden SAP-Chefs krempeln den Software-Hersteller um und verlagern wichtige Aufgaben in die USA. Das sorgt intern für Kritik. Es gebe aber keine Alternative, sagt Co-Chef Jim Hagemann Snabe.

Jim Hagemann Snabe und sein Co-Chef Bill McDermott machen SAP ein bisschen amerikanischer. dpa

Jim Hagemann Snabe und sein Co-Chef Bill McDermott machen SAP ein bisschen amerikanischer.

FrankfurtDer deutsche Softwarekonzern SAP muss nach Ansicht von Jim Hagemann Snabe in den USA noch stärker werden. „Der Kampf in unserer Branche wird in den USA entschieden“, sagte der Co-Chef des weltgrößten Herstellers von Firmensoftware dem Handelsblatt: „Aus dem Silicon Valley kommen wichtige Impulse. Dort gibt es eine enorm kreative Start-up-Kultur. Das gibt es nirgendwo auf der Welt, auch wenn sich die Gründerszenen in Berlin oder London sehr gut entwickeln.“

Snabe verteidigte damit die Verlagerung von Kompetenzen in die USA. SAP hatte Ende Mai überraschend einen Umbau im Vorstand bekanntgegeben. Der hatte unter anderem zur Folge, dass der in den USA sitzende Entwicklungsvorstand Vishal Sikka deutlich mehr Aufgaben bekommt. Auch die Leitung der Kommunikation ist nun in den Vereinigten Staaten angesiedelt. Bei vielen Mitarbeitern in der Konzernzentrale in Walldorf wird das als Schwächung der deutschen Standorte angesehen. „Dass wir unsere Präsenz in bestimmten Regionen stärken, heißt doch nicht, dass wir andere schwächen“, sagte Snabe.

Die Kritik, auch die Doppelsitze habe sich mit der Verlagerung von Aufgaben in die USA überlebt, wies der Manager zurück. „Als Doppelspitze konnten wir viele wichtige Veränderungen sehr viel schneller umsetzen. Warum sollten wir daran rütteln?“, sagte Snabe. Er werde im Amt bleiben, so langte er dem Unternehmen einen Mehrwert bringe und SAP erfolgreicher machen könne. „Ich bin jetzt 23 Jahre bei SAP. Ich glaube, die Frage nach meiner Treue erübrigt sich.“ Snabe führt die SAP seit Anfang 2010 zusammen mit seinem in den USA sitzenden Kollegen Bill McDermott.

Von

jkn

Kommentare (8)

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Gast44

05.07.2013, 08:52 Uhr

Die Verlagerung in die USA wird die Softwareentwicklung mehr bremsen als beschleunigen.
Die Koordination von Softwareentwicklungsteams getrennt durch Raum und Zeitzonen ist eine schwierige Sache.
SAP wäre nicht die erste Firma die damit auf die Nase fällt.
In einem Jahr bei SAP durchsickern, dass die Entscheidung falsch war aber man wird es nicht wahrhaben wollen.
Wenn's gut läuft wird man nach 3 Jahren zurückgerudern, wenn schlecht läuft wird SAP die nächsten 10 Jahre gebremst.

Account gelöscht!

05.07.2013, 09:31 Uhr

Jeder Schritt weg von Deutschland ist ein Schritt weg vom Erfolg und ein großes Risiko. Es gibt einen Grund, warum SAP eben nicht in Amerika entstanden und gewachsen ist und es gibt einen Grund, warum sich amerikanische Firmen oft dennoch für SAP-Software entschieden haben.

Wenn es darum geht, diejenigen Kräfte aufzufangen, die ein mögliches, junges Mitbewerber-Risiko darstellen, dann könnte man das einfach mit Geld lösen

IngoNimbus

05.07.2013, 09:32 Uhr

Vielleicht sollte man darauf hinweisen dass personeller Know aow Transfer keine Einbahnstrasse ist. Wegen der Einkommenskultur in den USA ist deshalb dort der Residenzzeitraum von Leistungsträgern (entweder) kurz oder/und teuer.

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