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13.01.2016

14:37 Uhr

Flirtportal expandiert

Tinder für Inder

VonFrederic Spohr

Ihr erstes Auslandsbüro eröffnet die Dating-App Tinder ausgerechnet in Indien, einem der konservativsten Länder der Welt. Um den riesigen Markt zu erobern, muss sich das Flirtportal den Indern etwas anpassen.

Beim Flirten läuft auf dem Subkontinent so einiges anders. Imago

Liebe in Indien

Beim Flirten läuft auf dem Subkontinent so einiges anders.

Das kleine Dorf Samode, tief in der Einöde des Bundesstaates Rajasthan, hat eigentlich nur ein Schlösschen als Sehenswürdigkeit. Die Dorfjugend weist Besucher aber gerne noch auf eine weitere Attraktion hin. „Der Garten der Liebe“, sagt einer der Jungs und zeigt auf ein paar Büsche, der heimliche Treffpunkt für die verliebte Jugend des Städtchens. „Man muss aber auf die Leoparden aufpassen.”

Mit der Liebe ist es eine schwierige Sache in Indien. Sex vor der Ehe bleibt ein Tabu, im Land der arrangierten Ehe gestaltet sich die Partnersuche auf eigene Faust oft schwierig, und das Daten noch schwieriger. Ausgerechnet hier eröffnet die Dating-App Tinder jetzt ihr allererstes Auslandsbüro – auch, um sich den Bedürfnissen der Inder in Sachen Liebe besser anzupassen.

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Im Schatten des Rampenlichts gibt es auch eine andere Welt: mit Ausbeutung, Machtspielen und Doppelmoral.

„Wir müssen abwarten und beobachten. Einer der Gründe, weswegen wir hier jetzt ein Büro haben ist auch, damit wir die indischen Nutzer besser verstehen“, sagte die neue Indien-Chefin, Taru Kapoor, dem Online-Portal Quartz India.

Tinder hat den Markt für Dating-Portale revolutioniert, vielleicht sogar die Partnersuche überhaupt. Für manche ist die App schnell und unkompliziert, für andere oberflächlich. Nutzer bekommen nur ein paar Bilder von anderen Usern in einem bestimmten Umkreis zu sehen. Unter den Fotos stehen noch ein paar zusätzliche Details, beispielsweise „suche was Ernstes”, oder „halb Ninja, halb Altphilologe“. Wischen beide mit dem Finger auf dem Display nach rechts, kann das Paar chatten und sich verabreden.

Die App ist der Teil der zur Match-Gruppe, zu der auch andere Partner-Portale wie OkCupid oder Friendscout24 gehören, und die Ende November mit einem Börsengang rund 400 Millionen US-Dollar eingenommen hat. Geld verdient die App mit Premium-Mitgliedschaften sowie mit Werbung. Jeden Tag wird nach eigenen Angaben rund 1,4 Milliarden Mal nach links oder rechts gewischt, und zwar in mittlerweile 196 Ländern. Indien soll nun „eines der Kernmärkte werden“, teilt das Unternehmen mit.

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