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06.07.2013

13:17 Uhr

Flucht ins Internet

Das TV verlässt den Fernseher

Unsere Fernsehgewohnheiten wandeln sich. Denn Shows und Filme sind im Internet auf Abruf verfügbar. Die Glotze regelt nicht mehr den Tagesablauf. Neue Technik und das Internet verändern das Medium Fernsehen grundlegend.

Noch immer ist das Fernsehen das meist genutzte Medium in Deutschland. dpa

Noch immer ist das Fernsehen das meist genutzte Medium in Deutschland.

MünchenIm Internet wächst die Konkurrenz fürs Fernsehen - und auch die Fernsehsender selbst umgarnen das junge Publikum im Netz. Internet-Stars erreichen ein Millionenpublikum, Videoplattformen wie Youtube oder Clipfish sind für viele junge Menschen inzwischen so wichtig wie ProSieben, RTL oder Sat.1. Einige Webmedien erzielen Reichweiten, die mancher Spartensender gerne hätte.

Aber: Noch immer ist das Fernsehen das meistgenutzte Medium hierzulande. Fast vier Stunden pro Tag schauen Menschen ab 14 in Deutschland durchschnittlich in die Glotze, schreiben die Landesmedienanstalten in ihrem Jahresbericht 2012. Doch das ist nur ein Teil der Wahrheit.

Denn auch das Fernsehen selbst verändert sich. In mehr als 10 Millionen Haushalten stand im vergangenen Jahr bereits ein Fernseher, der ans Internet angeschlossen ist. Bis 2016 wird sich diese Zahl der Medienberatung Goldmedia zufolge verdoppeln.

Die größten Medienkonzerne der Welt (nach Umsatz 2012)

Comcast/NBC, LLC

48,7 Milliarden Euro

Google

39,1 Milliarden Euro

Walt Disney

32,9 Milliarden Euro

News Corp.

26,2 Milliarden Euro

Time Warner

22,4 Milliarden Euro

Viacom/CBS Corp.

22,4 Milliarden Euro

Sony Entertainment

16,8 Milliarden Euro

Bertelsmann

16,1 Milliarden Euro

Vivendi

13,3 Milliarden Euro

Dish Network Corp.

11,1 Milliarden Euro

Rang 11 bis 20

Cox Enterprises 10,6 Milliarden Euro

Thomson Reuters 10 Milliarden Euro

Rogers Comm. 9,7 Milliarden Euro

Liberty Media Corp. 9,4 Milliarden Euro

Reed Elsevier 7,5 Milliarden Euro

Pearson 7,5 Milliarden Euro

Lagardère Media 7,4 Milliarden Euro

Nippon Hoso Kyokai 6,4 Milliarden Euro

ARD 6,3 Milliarden Euro

Bloomberg 6,2 Milliarden Euro

Quelle: Unternehmen

Und dort werden sich Sender und Online-Anbieter künftig stärker als bisher ins Gehege kommen. Denn junge Unternehmen wie Mediakraft finanzieren ihre Angebote auf Videoplattformen auch über Werbung. Die Rivalität wird wachsen. Dabei sind die Stars bei Mediakraft bereits erstaunlich zugkräftig.

Ein Beispiel: Die Comedy-Formation Y-Titty. Die Truppe hat auf Youtube eine stattliche Fan-Gemeinde. Rund zwei Millionen Abonnenten hat ihr Kanal, einzelne Videos kommen auf Hundertausende Zugriffe, manche knacken die Millionenmarke.

Insgesamt sind die Clips mehr als 405 Millionen mal aufgerufen worden. „In ihrer Zielgruppe sind die Jungs populärer als Mario Barth“, sagt Mediakraft-Geschäftsführer Christoph Krachten. Krachten und sein Team bei Mediakraft suchen nach Menschen, die auf Youtube ihr eigenes Programm machen und bauen darum ein Vermarktungs-Netzwerk. Am ehesten, sagt Krachten, sei das mit einem Verlag zu vergleichen, der Autoren unter Vertrag nimmt.

Kommentare (10)

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Vicario

06.07.2013, 13:39 Uhr

Zitat : Das TV verlässt den Fernseher

- wer will sich denn noch von den propagandistischen Nomenklatura-GEZ-Anstalten für blöd verkaufen lassen ?

Nur die, die kein Internet besitzen, sind weiterhin gezwungen, sich täglich belügen zu lassen !

Und davon gibt's eben immer weniger !

Bei den Wahlen im September wird das deutlich zum Ausdruck kommen !

gottlich

06.07.2013, 13:39 Uhr

Wer schaut denn noch Fernsehen? Es ist überholt. Und die Zwangssteuer müsste mindestens um 60 % sinken. Besser wäre noch die Verschlüsselung. Dann würden keine 10 % mehr schauen. Die Politik muss handeln. Schnellstens. Das unproduktive Fernsehen ist so gut wie tot.

Account gelöscht!

06.07.2013, 13:44 Uhr

Ich habe meinen Fernseher schon seit Jahren nicht mehr benutzt, um die typischen TV-Kanaele zu sehen. Fuer mich gibt es nur Video on Demand direkt ueber Computer/Internet. Radio - ich habe nicht mal mehr eines. Und ich gehoere nicht zur neuen Generation, die anders denkt. Ich kann einfach nicht sitzen und warten, bis/dass etwas fuer mich Interessantes gesendet wird. Da muesste mir schon sehr langweilig sein.

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