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20.03.2014

11:00 Uhr

Folgen der Abhöraffäre

Google gibt sich durch NSA-Attacken betroffen

Lange haben sie offenbar kooperiert oder zumindest den Mund gehalten. Doch nun melden sich immer mehr Internetkonzerne gegen die NSA-Attacken zu Wort. Google-Chef Larry Page richtet klare Worte an die US-Regierung.

G wie Gewissheit: Larry Page, Google-Gründer und -Chef will wissen, welche Daten die US-Behörden weshalb sammeln – und betont das Recht der Nutzer auf Sicherheit ihrer Daten. AFP

G wie Gewissheit: Larry Page, Google-Gründer und -Chef will wissen, welche Daten die US-Behörden weshalb sammeln – und betont das Recht der Nutzer auf Sicherheit ihrer Daten.

VancouverAls nächster Spitzenmanager aus der Internet-Branche hat Google-Chef Larry Page das Überwachungssystem der USA kritisiert. „Für mich ist es außerordentlich enttäuschend, dass die US-Regierung das alles heimlich getan und uns nichts gesagt hat“, sagte Page beim Auftritt auf einer Konferenz in Vancouver. Mit „uns“ meine er nicht Google, sondern die Öffentlichkeit, stellte Page auf Nachfrage klar.

„Wir können keine Demokratie haben, wenn wir Sie und unsere Nutzer vor Dingen schützen müssen, über die wir nie gesprochen haben“, sagte der Google-Mitgründer im Gespräch mit dem TV-Journalisten Charlie Rose auf der Innovations-Konferenz TED am späten Mittwoch. Man müsse wissen, welche Überwachung die Regierung plane und warum.

Die Enthüllungen über die ausufernde Überwachung durch den Geheimdienst NSA haben einen Keil zwischen Internet-Firmen und die US-Regierung getrieben. Google soll unter anderem über die Enthüllung empört gewesen sei, dass die NSA den ungeschützten Datenverkehr zwischen Rechenzentren des Konzerns abgriff. Inzwischen werden die Datenströme verschlüsselt.

Auch Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hatte das Vorgehen Washingtons bereits scharf kritisiert und jüngst auch Präsident Barack Obama angerufen, um sich zu beschweren. Sein Vorstoß kam nach einem Bericht, wonach sich die NSA als Facebook getarnt habe, um Computer mit Schadsoftware zu infizieren.

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Der zweite Google-Mitgründer Sergey Brin posierte am Rande der TED-Konferenz für ein Bild mit dem Informanten Edward Snowden, der über einen Telekonferenz-Roboter zugeschaltet war. Snowden, der die NSA-Enthüllungen ins rollen brachte, bekam vorübergehend Asyl in Russland. Die USA verlangen seine Auslieferung.

Page rief bei seinem Auftritt zugleich auf, das Vertrauen in Technologie nicht insgesamt zu verlieren. „Als ich meine Stimme verlor, dachte ich: Wäre es nicht großartig, wenn die medizinischen Daten von jedermann anonym den Ärzten zur Verfügung stünden? Sie könnten sehen, welche Ärzte und warum darauf zugegriffen haben und mehr über ihren Zustand erfahren.“ Page hat chronische Probleme mit den Stimmbändern. Deshalb kann er nur leise sprechen.

Die Online-Unternehmen müssten aber den Nutzern klar zeigen, welche Daten von ihnen gesammelt wurden wie zum Beispiel Internet-Suchanfragen oder Ortsinformationen, betonte Page.

Von

dpa

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