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16.09.2011

21:56 Uhr

Forderung der Polizei

Guardian soll Quellen offenlegen

Die Londoner Tageszeitung „The Guardian“ soll ihre Quellen im Zusammenhang mit dem Abhörskandal offenlegen, fordert Scotland Yard. Die Zeitung und der Journalistenverband kritisierten das Vorgehen der Polizei scharf.

Der britische „Guardian“ wehrt sich gegen die Forderung von Scotland Yard. dpa/picture alliance

Der britische „Guardian“ wehrt sich gegen die Forderung von Scotland Yard.

LondonIn Zusammenhang mit dem Abhörskandal in Großbritannien hat die Londoner Polizei die Tageszeitung „The Guardian“ zur Offenlegung von Quellen aufgefordert. Dabei gehe es um die Informanten für Berichte, die aufdeckten, wie die inzwischen eingestellte „News of the World“ das Telefon einer vermissten Schülerin hackte, erklärte „The Guardian“ am Freitag. Das Mädchen war später ermordet aufgefunden worden. Die Berichte über den Fall hatten Anfang Juli den Abhörskandal ins Rollen gebracht, der zum Rücktritt von zwei ranghohen Polizeibeamten führte und den Medienkonzern von Rupert Murdoch erschütterte.

Scotland Yard bestätigte in einer Erklärung, dass sich die Polizei um eine richterliche Verfügung zum Zugang zu Beweismaterial bemühe. Dabei gehe es um mögliche Verstöße gegen die Amts- und Geheimhaltungspflicht. Die Metropolitan Police betonte, dass man den Wert investigativer Berichterstattung und des Aufdeckens von Missständen anerkenne.

„Guardian“-Chefredakteur Alan Rusbridger erklärte, er werde sich mit allen Mitteln gegen die „ungewöhnliche Forderung“ der Polizei wehren. Er sprach von einem Angriff auf journalistische Quellen. Auch der Journalistenverband sowie die Bürgerrechtsorganisation Index on Censorship verurteilten das Vorgehen der Polizei. Die Vorsitzende des Journalistenverbands, Michelle Stanistreet, erklärte: „Journalisten haben die Abhörgeschichte recherchiert und der Öffentlichkeit die Wahrheit mitgeteilt. Sie sollten beglückwünscht werden anstatt verfolgt und kriminalisiert durch den Staat.

Von

dapd

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