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14.11.2015

16:45 Uhr

Forschungsausgaben

SAP-Finanzchef fordert Steuererleichterungen

Firmen, die forschen, bekommen bislang in Deutschland keine steuerlichen Anreize. Das sei gefährlich, warnt SAP-Finanzchef Mucic. Doch das Bundesfinanzministerium reagiert auf Forderungen eher zurückhaltend.

SAP-Finanzchef fordert Anreize für Forschungsausgaben. dpa

Luka Mucic

SAP-Finanzchef fordert Anreize für Forschungsausgaben.

WalldorfSAP-Finanzchef Luka Mucic sieht große Nachteile bei der Förderung von Forschung und Entwicklung für deutsche Firmen. „Wir müssen verhindern, dass Deutschland irgendwann nur noch verlängerte Werkbank von Ländern ist, die Innovation fördern“, sagte Mucic der Deutschen Presse-Agentur im Vorfeld des IT-Gipfels der Bundesregierung (18. bis 19. November). Angesichts der wachsenden Digitalisierung, die die Wirtschaft durchdringe, sehe er ein Risiko, dass Deutschland seine Position als Technologieführer verlieren könne. Neben SAP gibt es in Deutschland kaum große IT-Firmen.

Große SAP-Übernahmen

2007 - Business Objects

2007 übernehmen die Deutschen den französischen Softwarehersteller Business Objects für 4,8 Milliarden Euro. SAP kauft sich damit Analyse-Software, die Daten aus einzelnen Geschäftsbereichen von Unternehmen auswertet - und ist inzwischen Marktführer.

2010 - Sybase

Den Datenbankspezialisten Sybase übernimmt SAP im Jahr 2010 für 5,8 Milliarden Dollar und erwirbt damit Expertise für den Mobilfunkmarkt. Mit Hilfe der Sybase-Plattform lassen sich die SAP-Programme leichter auf Smartphones und Tablets spielen. Die Software von Sybase stellt außerdem den Grundstock für das wachsende Datenbankgeschäft von SAP.

2012 - Ariba

Mit der Handelsplattform Ariba, die SAP ebenfalls 2012 für 4,3 Milliarden Dollar übernahm, sicherte sich der Softwarekonzern weitere Fähigkeiten. Ariba ist nicht nur eine Art Ebay für Unternehmen. Die Firma verkauft auch Software - zum Beispiel Programme, mit deren Hilfe Firmen ihren Lieferanten digitale Rechnungen stellen können.

2012 - Successfactors

2012 geht SAP die Übernahme von Successfactors für 3,4 Milliarden Dollar an. Software, die nicht mehr auf Firmenservern lagert, sondern nach Bedarf „on Demand“ über das Internet abgerufen wird, ist bereits heute ein Milliardenmarkt

2014 - Concur

Im September 2014 kauft SAP das Unternehmen Concur, um sein wachsendes Cloud-Geschäft weiter auszubauen. Concur ist ein US-Anbieter von Firmensoftware für Reisemanagement und Reisekostenabwicklung. Der Preis von umgerechnet rund 6,5 Milliarden Euro bedeutet: Es ist die teuerste Übernahme in der Geschichte SAPs.

Hierzulande gibt es bislang keine Steuererleichterung für Firmen, die forschen. Stattdessen werden konkrete Projekte gefördert. „Deutschland hinkt hinterher, wenn es um innovationsfreundliche Rahmenbedingungen geht“, sagte Mucic. „An Tausenden kleiner und innovativer Unternehmen geht diese Art der Förderung vorbei: Sie sind zu klein, um sichtbar zu sein und haben nicht die personellen Ressourcen, sich zu bewerben.“ Zudem seien diese Programme an politischen Prioritäten ausgerichtet. „Innovation findet aber häufig dort statt, wo der Staat noch gar nicht hinschaut.“ SAP gab zuletzt gut 13 Prozent seiner Umsätze für Forschung und Entwicklung aus - der Großteil falle in Deutschland an.

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In anderen Ländern werden solche Steueranreize gewährt, zum Beispiel indem Aufwendungen für Forschung und Entwicklung steuerlich zu begünstigt werden. Eine andere Methode ist, Erträge aus Innovationen wie Urheberrechten und Patenten steuerlich zu begünstigen - sogenannte Innovations- oder Patentboxen.

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