Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.05.2014

08:47 Uhr

Foto-Plattform

Pinterest ist jetzt fünf Milliarden Dollar wert

Die Foto-Plattform Pinterest begeistert die Investoren: 200 Millionen Dollar frisches Geld gaben sie ihr. Experimente mit Werbung könnte das Unternehmen nun noch attraktiver für Investoren machen.

Ein Klick, und die Fotos hängen an der virtuellen Pinnwand: Mit diesem einfachen Prinzip macht derzeit das Soziale Online-Netzwerk Pinterest Furore. dpa

Ein Klick, und die Fotos hängen an der virtuellen Pinnwand: Mit diesem einfachen Prinzip macht derzeit das Soziale Online-Netzwerk Pinterest Furore.

New YorkDie Foto-Plattform Pinterest, bei der man Bilder aus dem Netz sammeln und teilten kann, hat sich 200 Millionen Dollar frisches Geld von Investoren gesichert. Dabei sei das Start-up aus San Francisco insgesamt mit fünf Milliarden Dollar bewertet worden, schrieb die Finanznachrichtenagentur Bloomberg am Freitag. Bei der vergangenen Finanzierungsrunde erst vor sieben Monaten seien es 225 Millionen Dollar bei einer Bewertung von 3,8 Milliarden Dollar gewesen. Pinterest-Chef Ben Silbermann erklärte, die Firma habe sich jetzt insgesamt gut 760 Millionen Dollar von Investoren besorgt.

Pinterest-Nutzer können Bilder aus dem Netz in Kollektionen zum Beispiel nach verschiedenen Themen sammeln. Da diese Sammlungen auch für andere Nutzer sichtbar sind, kommt immer wieder die Frage auf, ob damit nicht Urheberrechte verletzt werden könnten. Das Unternehmen experimentiert gerade mit Werbung in Form von bezahlten Bildern ausgewählter Unternehmen.

Urheberrecht in Deutschland

Eine Reihe von Gesetzen

Das Urheberrecht in Deutschland ist in einer Reihe von Gesetzen geregelt, mit denen die Rechte des Schöpfers eines Werks geschützt werden. Im Urheberrechtsgesetz werden ausdrücklich Werke der Literatur, Wissenschaft und Kunst erwähnt. Das Urheberrechtsgesetz aus dem Jahr 1965 gilt aber auch für journalistische Texte, Fotos und Grafiken. Es wird um ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage erweitert.

Rechte an den Inhalten

Die Rechte an den Inhalten besitzt laut Urheberrecht allein der Urheber, also der Mensch, der „Schöpfer des Werks“ ist. Dem Urheber steht demnach das ausschließliche Recht der Verwertung zu. Journalisten, die für einen Verlag arbeiten, behalten das Urheberrecht, haben aber in der Regel dem Unternehmen die Nutzungsrechte an den Inhalten übertragen.

Neues Recht für Verleger

Mit der aktuellen Erweiterung des Urheberrechtsgesetzes erhalten Presseverlage ein eigenes Leistungsschutzrecht. Ihnen wird das ausschließliche Recht zugesprochen, ihre Presseerzeugnisse und Teile daraus zu vervielfältigen, zu verbreiten und öffentlich wiederzugeben. Begründet wird dies mit der geistigen, organisatorischen und wirtschaftlich-finanziellen Leistung der Presseverleger.

Missbrauch verhindern?

Strittig ist, ob es zum Schutz der Presseverlage überhaupt eines gesonderten Gesetzes bedurft hätte. Die Verleger verweisen darauf, dass in einer rein analogen Welt kein zwingendes Schutzbedürfnis bestanden habe. Durch die digitale Verbreitung der Presseerzeugnisse müsse aber einer missbräuchlichen Nutzung der Presseinhalte durch Suchmaschinen und kommerzielle Nachrichtensammler ein Riegel vorgeschoben werden.

Frage der „Schöpfungshöhe“

Gegner des Leistungsschutzrechtes betonen, die Benutzung von Textausschnitten sei schon bislang im Urheberrecht geregelt gewesen. Sehr kurze Textausrisse erreichten in der Regel auch nicht die für einen Schutz nötige Schöpfungshöhe. Es fehle hier an der „wahrnehmbaren Formgestaltung» und eine «dem Schöpfer zuzurechnende Individualität des Werkes“. (dpa)

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×