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21.09.2015

11:27 Uhr

Foxconn alias Hon Hai

Apple-Zulieferer will Sharps Display-Geschäft kaufen

Der Druck auf Sharp ist immens. Erst im Mai besorgte sich der japanische Elektronikhersteller bei mehreren Banken eine Milliardenspritze. Nun könnte ein chinesisches Unternehmen Kapital aus der Schwäche schlagen.

Das Unternehmen firmiert unter Hon Hai – ist aber weitläufig als Foxconn bekannt. dpa

Foxconn

Das Unternehmen firmiert unter Hon Hai – ist aber weitläufig als Foxconn bekannt.

TokioDer Apple-Zulieferer Hon Hai Precision will einem Medienbericht zufolge das angeschlagene Geschäft mit Flüssigkristall-Bildschirmen von Sharp kaufen. Hon Hai, besser bekannt unter dem Namen Foxconn, suche für die Übernahme die finanzielle Unterstützung von Apple, meldete die Wirtschaftszeitung Nikkei am Montag. Es gab keine Angaben dazu, wieviel Hon Hai für die Verluste schreibende Sharp-LCD-Sparte auf den Tisch legen will.

Sharp wollte sich zu dem Bericht nicht äußern und teilte lediglich mit, verschiedene Optionen für den Bereich zu prüfen. Hon Hai war zunächst nicht erreichbar. Beide Unternehmen betreiben bereits gemeinsam eine LCD-Fabrik im japanischen Osaka.

Sharp macht bei Fernsehgeräten vor allem die Konkurrenz der günstigeren südkoreanischen Hersteller Samsung und LG sowie der chinesischen Anbieter zu schaffen. Zudem hakt es beim Verkauf von Bildschirmen für Smartphones. Hier macht der wiedererstarkte Rivale Japan Display Druck. Sharp hatte sich deswegen im Mai ein Rettungspaket über umgerechnet 1,7 Milliarden Euro bei Banken besorgt. Im Gegenzug verpflichtete sich das Unternehmen zu einem Sanierungsplan, der unter anderem die Streichung von 5000 Stellen vorsieht.

Smartphone-Markt im Wandel

Samsung weniger dominant

Samsung ist der mit Abstand größte Hersteller von Smartphones, doch die Dominanz bröckelt. Im dritten Quartal 2014 verkaufte der südkoreanische Konzern 78,1 Millionen Smartphones und damit deutlich weniger als ein Jahr zuvor, als er 85 Millionen Geräte absetzte. Der Marktanteil sank von 32,5 auf 23,8 Prozent, wie der Marktforscher IDC ermittelt hat. Wegen niedrigerer Verkaufspreise sinkt auch der Profit.

Apple setzt auf Premium

Apple hält seinen Marktanteil mit 12 Prozent weitgehend stabil. Der Absatz stieg deutlich auf 39,3 Millionen Geräte, wozu die neuen Modelle iPhone 6 und iPhone 6 Plus einen deutlichen Beitrag leisteten. Weil der Konzern Premiumpreise verlangt, arbeitet er mit Margen, um die ihn die Konkurrenten beneidenk.

Xiaomi holt rasant auf

Im Westen ist Xiaomi kaum bekannt, doch in China ist der Smartphone-Hersteller äußerst populär. Dank dreistelliger Wachstumsraten ist das Unternehmen nun mit einem Marktanteil von 5,3 Prozent drittgrößer Hersteller. Im dritten Quartal verkaufte er 17,3 Millionen Handys, wozu vor allem das Highend-Gerät Mi4 beitrug. Die spannende Frage: Kann Xiaomi auch im Westen Fuß fassen?

Lenovo wächst mit Motorola

Lenovo hat sich als PC-Hersteller einen Namen gemacht, drängt aber auch in den wachsenden Smartphone-Markt. Im dritten Quartal 2014 verkaufte der Konzern 16,9 Millionen Geräte, vor allem in Asien, dem Nahen Osten und Afrika. Der Marktanteil betrug 5,2 Prozent. Mit der Übernahme von Motorola dürfte der Konzern weiter wachsen.

LG legt deutlich zu

Der koreanische Hersteller LG verkauft viele günstige Geräte, ist mit dem G3 aber auch im Premiumsegment vertreten. Im dritten Quartal verkaufte er laut IDC 16,8 Millionen Geräte und sicherte sich damit 5,1 Prozent des Smartphone-Marktes. Das Resultat: LG konnte zuletzt auch den Gewinn deutlich steigern.

Große Namen, kleiner Marktanteil

Jenseits der Top 5 finden sich viele bekannte Namen: Sony und Blackberry etwa, aber auch Microsoft als Käufer der Nokia-Gerätesparte. Auch der chinesische Hersteller Huawei zählt dazu. 48,6 Prozent des Marktes fallen in diese Sammelkategorie, die IDC nicht weiter aufschlüsselt.

Von

rtr

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