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20.06.2012

13:30 Uhr

Frankfurter Rundschau

DuMont strebt keinen Verkauf der FR an

Dem Medienhaus DuMont bringt die „Frankfurter Rundschau“ kein Glück, sondern sorgt für Verluste. DuMont-Vorstand Sommerfeld will das Blatt trotzdem nicht verkaufen, betont er. Außer vielleicht, es liegt ein Angebot vor.

Redaktion der defizitären FR in Frankfurt. picture alliance / dpa

Redaktion der defizitären FR in Frankfurt.

FrankfurtNach einem Bericht, in dem er offen über einen Verkauf der „Frankfurter Rundschau“ (FR) sprach, rudert Franz Sommerfeld lieber etwas zurück. Der Vorstand des Kölner Medienhauses M. DuMont Schauberg (MDS) sagte der dpa, er wolle die angeschlagene FR nicht veräußern. „Ein Verkauf steht für uns nicht zur Debatte, er wird auch nicht angestrebt“. Es gebe „auch kein ernsthaftes Kaufangebot“.

Dabei steckt die FR auf absehbare Zeit weiter in den roten Zahlen. In einem Gespräch mit der „Financial Times Deutschland“ (FTD) hatte Sommerfeld zwar betont, es gebe derzeit keinen Anlass für einen Ausstieg. Er sagte aber auch: „Wenn wir einen hochinteressierten Käufer finden, der uns viel Geld dafür zahlen würde, würden wir das natürlich prüfen.“ Das sei aber eine völlige Selbstverständlichkeit, betonte er auf Nachfrage der dpa. „Es gehört zur Pflicht eines Managers, ein seriöses Angebot zu prüfen - ganz unabhängig von der Absicht, es anzunehmen oder nicht.“

Die Miteigentümerin, die SPD-Medienholding ddvg, reagierte heute bei ihrer Bilanzpressekonferenz erbost. „Dass ausgerechnet der Manager eines Medienhauses und ein früherer Chefredakteur so unverantwortlich herumschwadroniert, erstaunt mich“, sagte SPD-Schatzmeisterin Barbara Hendricks laut dem Branchendienst Meedia. Von Sondierungsgesprächen DuMonts mit einem österreichischen Konsortium höre sie das erste Mal, schreibt Meedia weiter.

Die Zeitung habe ein unerwartet starker Rückgang beim Geschäft mit Stellenanzeigen getroffen, sagte Sommerfeld der FTD. Im vergangenen Jahr hätten zudem hohe Abfindungen für rund 80 Mitarbeiter der Zeitung die Bilanz belastet. Sommerfeld hatte noch vor einem Jahr angekündigt, die FR bis spätestens 2013 in die Gewinnzone zu führen. Zweitgrößte Gesellschafterin der „Rundschau“ ist die mit 40 Prozent beteiligte SPD-Medienholding DDVG.

Bei MDS erscheinen außer der „Berliner Zeitung“ und der „Frankfurter Rundschau“ auch der „Kölner Stadt-Anzeiger“, die „Mitteldeutsche Zeitung“ und die „Kölnische Rundschau“ sowie die Boulevard-Titel „Express“, „Hamburger Morgenpost“und „Berliner Kurier“. Die Mediengruppe mit 4200 Mitarbeitern ist auch an der israelischen „Haaretz“ beteiligt.

Der überregionale Mantelteil der „Frankfurter Rundschau“ wird nach einem umfassenden Umbau seit dem vergangenen Sommer in Berlin produziert. In Frankfurt arbeiten nach wie vor die Regional-Redakteure, hier steht auch das digitale Redaktionszentrum.

„Wir schaffen gerade Möglichkeiten, neue Umsätze zu erzielen. Denn zum Sparen ist nicht mehr viel Luft“, sagte Sommerfeld der FTD. Zuletzt hatte MDS die Chefredaktionen von „Berliner Zeitung“ und „Frankfurter Rundschau“ wieder getrennt, Chefredakteur Uwe Vorkötter musste seinen Posten bei beiden Blättern verlassen. Während Brigitte Fehrle von Juli an alleine die Leitung der Zeitung in der Hauptstadt übernimmt, soll die „Rundschau“ demnächst einen eigenen Chefredakteur bekommen. Aus Verlagskreisen wurde bereits bestätigt, dass Arnd Festerling diese Aufgabe übernehmen soll.

„Wir glauben, wir brauchen pro Blatt einen verantwortlichen Chef als Sprecher für die jeweilige Marke“, sagte Sommerfeld im FTD-Gespräch. Dadurch soll sich vor allem die „Berliner Zeitung“ stärker mit Themen aus der eigenen Region im lokalen Zeitungsmarkt positionieren. Aufgelöst werde die gemeinsame Mantelredaktion nicht, sagte Sommerfeld.

Von

dpa

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