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04.01.2005

09:09 Uhr

Französisches Telekom-Unternehmen will Grundversorgung nur bei höherer Grundgebühr gewährleisten

France Télécom fordert teurere Anschlüsse

VonHolger Alich

Die französische Regierung und France Télécom stecken in einem bizarren Verhandlungspoker. Es geht um die Vergabe des Mandats für die Grundversorgung mit Telekom-Dienstleistungen, dazu zählen die Telefonanschlüsse, Telefonzellen und Auskunftsdienste.

HB PARIS. Bislang hat France Télécom diese Grundversorgung bereitgestellt. Doch nun will das mittlerweile privatisierte Unternehmen die Dienste nur noch übernehmen, wenn der Staat dafür einer saftigen Erhöhung der Grundgebühr zustimmt: Die Rede ist von einem Anstieg um 20 bis 30 Prozent in drei Jahren. Die Aktie der France Télécom legte in Erwartung dieses Geldsegens bereits zu. Doch Frankreichs Industrieminister Patrick Devedjian will die Preiserhöhung dem Vernehmen nach nicht genehmigen.

Die Zeit drängt: Denn eigentlich hätte Devedjian bereits bis zum Jahreswechsel einen Anbieter zur Bereitstellung der Grundversorgung finden müssen. Ende 2004 lief das Mandat der France Télécom aus. Noch in dieser Woche soll es ein Spitzengespräch zwischen Devedjian und France Télécom-Chef Thierry Breton geben.

Auf dem Papier hat Frankreich die Bereitstellung der Grundversorgung gemäß den EU-Wettbewerbsregeln an alle Telekomanbieter ausgeschrieben: „Doch die Ausschreibung war so gestaltet, dass faktisch nur France Télécom ein Angebot vorlegen konnte“, sagt Katja Duhamel, Geschäftsführerin des Verbandes der alternativen Telekom-Anbieter, Aforst. Denn die Grundversorgung wurde national ausgeschrieben. „Wäre sie regional erfolgt, hätten sich alternative Anbieter mit bewerben können“, sagt sie. Tatsächlich hat sich nur France Télécom an der Ausschreibung beteiligt.

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