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17.03.2012

16:15 Uhr

Freenet

Lieber Zukäufe statt volle Kassen

Der Mobilfunk-Anbieter Freenet will Mittel aus dem Abbau seiner Schulden für Zukäufe nutzen. Doch Finanzchef Joachim Preisig will sich dabei nicht überheben.

Freenet-Finanzchef Joachim Preisig will vorsichtig expandieren. dpa

Freenet-Finanzchef Joachim Preisig will vorsichtig expandieren.

Frankfurt„Natürlich schauen wir uns um und prüfen, ob wir etwas arrondieren können, was zu uns passt“, sagte Preisig im Interview mit der „Börsen-Zeitung“ (Samstagausgabe). „Das wären etwa Kundenbestände, die man noch kaufen könnte, oder ein kleiner Vertriebspartner, den man noch integrieren könnte.“

Dabei handle es sich aber um Investitionen in bescheidenem Ausmaß, die die Ausschüttungspolitik des Unternehmens berücksichtigen müssten. „Vor großen Abenteuern auf dem M&A-Parkett sind wir immer zurückgescheut, und das dürfte auch so bleiben“, sagte Preisig. Bedingung für einen Zukauf sei zudem, dass dieser von Beginn an positiv zum Ebitda und Free Cashflow beitragen würde.

Freenet gehört zu den letzten Mobilfunkanbietern ohne eigenes Netz in Deutschland. Das Unternehmen kauft den deutschen Netzbetreibern Telefonminuten und Datenpakete in großem Stil ab und vermarktet diese unter eigenem Namen.

Für 2012 und 2013 hat sich Freenet eine Stabilisierung des Konzernumsatzes auf dem Niveau von 2011 zum Ziel gesetzt. „Richtung 2014 und 2015“ werde dann ein leichtes Wachstum von ein bis zwei Prozent angestrebt, sagte Preisig der „Börsen-Zeitung“.

Mit Blick auf die Verschuldung des Konzerns sagte der Finanzchef, Freenet strebe eine Eigenkapitalquote von über 50 Prozent an, um das Vertrauen der Investoren wiederzugewinnen. Im Hinblick auf das Verhältnis von Schuldenstand zum Ebitda bewege sich Freenet bereits am unteren Rand des selbst gesetzten Zielkorridors.

„Ende 2012 dürften wir beim Schuldenstand einen Faktor von 1,5 gemessen am Ebitda wohl schon unterschritten haben“, sagte der Finanzchef. „An dieser Stelle werden wir uns sicher Gedanken machen müssen, wie wir die Financial Policy neu formulieren. Wir haben unseren Aktionären immer klar gesagt, dass wir nicht auf einer vollen Kasse sitzen werden.“ Zunächst müsse aber noch ein Kredit zurückgezahlt werden. „Und dann spielt auch noch eine Rolle, welche strategischen Möglichkeiten sich sonst noch bieten.“

Von

rtr

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