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21.12.2011

19:34 Uhr

Front der Kritiker wächst

Für die Digitalkanäle von ARD und ZDF wird es eng

Kulturstaatsminister Bernd Neumann hat sich der Forderung nach einer Reduzierung der Digitalkanäle von ARD und ZDF angeschlossen. Vielmehr sollten sich die Sender auf ihren eigentlichen Funktionsauftrag besinnen.

Kulturstaatsminister Bernd Neumann. ap

Kulturstaatsminister Bernd Neumann.

BerlinKulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU), hat ARD und ZDF aufgefordert, ihre Digitalkanäle zu reduzieren. Damit unterstützte er am Mittwoch Forderungen des Vorsitzenden der Rundfunkkommission der Länder, Kurt Beck (SPD). Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident hatte im Fachmagazin „promedia“ vorgeschlagen, dass ARD und ZDF zunächst ihre Infokanäle aufgeben und Phoenix als gemeinsamen Ereignis- und Dokumentatonssender stärken. Beck sagte, er sehe keine Notwendigkeit, „neben den hervorragenden Kultursendern Arte und 3sat zwei weitere öffentlich-rechtliche Kulturkanäle anzubieten“.

Kommentar: Panik bei ARD und ZDF

Kommentar

Panik bei ARD und ZDF

Der Einwurf von Ministerpräsident Kurt Beck gegen vier teure Digitalkanäle kam überraschend - und doch ist er richtig. Die Gebühren müssen sinken, die Politik muss die Zahler vor Luxusprojekten schützen.

Neumann argumentierte, alle müssten den Gürtel enger schnallen, und eine Gebührenerhöhung für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk sei nicht in Sicht. Alle müssten den Gürtel enger schnallen, und eine Gebührenerhöhung für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk sei nicht in Sicht. „Deshalb sollten ARD und ZDF sich wieder verstärkt auf ihren eigentlichen Funktionsauftrag besinnen und eher ihre Vollprogramme sowie die Kultur- und Infosender wie Arte, 3sat und Phoenix qualitativ stärken, anstatt ihre Programmangebote immer weiter auszudehnen und zu zersplittern.“

Ein anspruchsvolles Informations- und Kulturprogramm anzubieten, gehöre zu den Stärken und Aufgaben von ARD und ZDF, sagte der Staatsminister. Dieses sollte nicht zunehmend auf Digitalkanäle verlagert werden. „Auch das Ziel, mehr junge Leute als Zuschauer zu gewinnen, darf nicht primär digitalen Kanälen überlassen bleiben, sondern ist Aufgabe aller Programme.“

Die digitale Welt von ARD und ZDF

Die digitale Welt von ARD und ZDF

Kurt Beck fordert die Einstellung von vier Digitalkanälen von ARD und ZDF und eine neue Kultur des Sparens. Er könnte sich vorstellen, dass ARD und ZDF zunächst ihre Infokanäle aufgeben und Phoenix als gemeinsamen Ereignis- und Dokumentationskanal stärken. Ein Überblick über die digitale Fernsehwelt der Sender.

Eins Extra

Tagesschau im Viertelstundentakt, Nachrichten rund um die Uhr, zumindest über weite Strecken des Tages. Vieles wird von den Dritten Programmen und der Tagesschau-Redaktion wiederverwertet, aber einen schnellen Überblick bietet Eins Extra allemal.

Eins Plus

Das Familienprogramm versteht sich als qualitativ „hochwertiges Service-Angebot“, das grundsätzliche Kenntnisse über wissenschaftliche, gesellschaftliche und ökonomische Zusammenhänge vermitteln will.

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Wie der Name schon sagt, sind Showevents ein wesentliches Element. Doch das Programm ist insgesamt ein Mischmach als Wiederholungen von Dokumentation, Serien á la „Sturm der Liebe“ und Filmen.

ZDF Neo

ZDF Neo ist aus dem Dokukanal hervorgegangen und soll vor allem jüngere Zuschauer ansprechen. Lebensnah soll das Programm sein. Es besteht aus sogenannten „Factual Entertainment-Formaten“, Servicesendungen, Dokumentationen, Musiksendungen, Spielfilmen, internationalen Kaufserien und Comedy-Formaten.

ZDf Info

ZDF Info steht für Information, Hintergrund und Service. Schwerpunkte bilden die Ressorts Zeitgeschichte, Europa, Politik, Wissen, Expedition und Gesellschaft. Der Kanal will durch crossmediale Verwertung "eine Brücke in die Welt der politischen Diskussion und Meinungsbildung im Internet" schlagen, und "Fernsehen zum Mitreden“ bieten.

ZDF Kultur

ZDF Kultur versteht sich als "Spiegelbild eines veränderten Lebensgefühls und Kulturverständnisses, das Hochkultur und Popkultur miteinander verbindet". Tragende Programmsäulen sind Popkultur und alle Formen des Spiels - vom Theaterspiel bis zur Netz- und Computerspielkultur. Vor allem Musikrichtungen, wie Indie-Rock und -Pop, Heavy Metal, Hip-Hop, Jazz oder Electronic Music finden in ZDF Kultur ihre Heimat.

Neumann wies allerdings auch darauf hin, dass die Bundesländer die Anzahl der Programme des öffentlich-rechtlichen Rundfunks staatsvertraglich festgelegt hätten. Es sei auch Aufgabe der Länder, eine Veränderung herbeizuführen.

Der Staatsminister unterstützte ausdrücklich auch Becks Mahnung an die privaten Rundfunkveranstalter, die staatsvertraglichen Vorgaben, nämlich einen angemessenen Anteil an Information, Kultur und Bildung einzuhalten.

Von

dapd

Kommentare (11)

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Account gelöscht!

21.12.2011, 19:30 Uhr

Soviel zum Bewußtsein des Menschen heutzutage. Wir selbst wissen nicht, wie uns unser Leben programmiert hat, jedoch haben wir ein Wahlrecht, das wir ausüben sollen. Man sieht, was dabei herauskommt.

LUKRUKZUK

21.12.2011, 19:36 Uhr

die öffentlich rechtlichen sind die die einzigen sender die noch einigermaßen sachen bringen die nicht assi tv sind dafür zahl ich auch gerne gez und hab nicht abends ständig werbung und es kommen gute sendungen bsp zdf neon wild germany, mach mich reich, tatort, aktenzeichen xy, terra x(wobei das durch hape kerkeling ziemlich verkommen ist) oder jeden montag abend hollywoodfilme aber nicht so dumme hollywood filme sondern welche wo auch einigermaßen eine handlung haben z.b grand terrentino usw

Proto

21.12.2011, 19:45 Uhr

Vielleicht sollten die Öffentlich Rechtlichen auch in ihrem Hauptprogramm mehr Bildung, mehr Information, mehr Kultur bringen als:

- Soaps
- Von morgens bis abends Wintersport
- Solche Peinlichkeiten wie Brisant
- Jeden Samstag Abend Musikantenstadl u.ä.

Dafür laufen dann teils sehr gute Dokus nachts um 1Uhr..wo der normal arbeitende Mensch auch mal schlafen muss oder sollte.

Leider bekommt man bald nichtmal mehr die Möglichkeit seinen Protest durch Gebührenprellerei auszudrücken.


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