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09.04.2012

15:42 Uhr

Für 1,1 Milliarden Dollar

Microsoft stärkt sich mit AOL-Patenten

Microsoft rüstet sich für den Patentkrieg: Der Softwareriese investiert mehr als eine Milliarde Dollar in Patente und Nutzungsrechte, um mögliche Klagen abwehren und seine Technologien weiter ausbauen zu können.

Das Logo des Ex-Internetriesen AOL. AFP

Das Logo des Ex-Internetriesen AOL.

New YorkDer Software-Primus Microsoft übernimmt für annähernd 1,1 Milliarden Dollar (840 Mio Euro) mehr als 800 Patente vom Internet-Urgestein AOL und sichert sich überdies ein Nutzungsrecht an den verbleibenden gut 300 AOL-Patenten. „Das ist ein wertvolles Portfolio, das wir schon seit Jahren im Blick haben“, sagte Microsoft-Chefjustiziar Brad Smith am Montag.

Derzeit bekriegen sich die Technologieschwergewichte vor allem im boomenden mobilen Internetgeschäft. Unzählige Gerichte auch in Deutschland müssen sich mit gegenseitigen Vorwürfen des Ideenklaus befassen. Beste Abwehrwaffe ist ein umfangreicher Katalog an Patenten. Deshalb kauft der Internetkonzern Google auch den verlustreichen Handyhersteller Motorola Mobility für 12,5 Milliarden Dollar. Motorola und AOL sind Vorreiter in ihren Branchen und besitzen entsprechend viele grundlegende Patente.

Allerdings hat der Dotcom-Star AOL viel von seinem Glanz verloren und steckt in einem Dauerumbau. Früher waren Internetzugänge das große Geschäft, doch diese bieten die Telekom- und Kabelkonzerne mittlerweile billiger und schneller an. Deshalb versucht Firmenchef Tim Armstrong sein Unternehmen als Inhalte-Lieferanten neu zu erfinden.

Armstrong betonte, dass AOL im Besitz wichtiger Patente etwa für Werbung, Suche oder soziale Netzwerke bleibe. Auch darf AOL die verkauften Patente weiterhin unter einer Lizenz nutzen. Von dem Verkauf profitieren vor allem die AOL-Aktionäre. Sie sollen einen bedeutenden Anteil der Einnahmen ausgeschüttet bekommen.

Die Hoffnung auf einen Geldsegen ließ die AOL-Aktie im vorbörslichen New Yorker Handel um 31 Prozent hochschnellen. Dagegen fiel das Microsoft-Papier um 1 Prozent. Seit Jahren versucht der erfolgreiche Hersteller von Windows und Office sein Internetgeschäft auszubauen, mit gemischtem Erfolg. Hauptkonkurrenten sind hier Google und das soziale Netzwerk Facebook.

Von

dpa

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