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18.01.2013

19:12 Uhr

Für eine Milliarde Pfund

So baut Google die coolsten Büros Englands

Internetriese Google lässt sich das neue Hauptquartier in London einiges kosten: Für das Gelände im Zentrum von London bezahlt das Unternehmen 650 Millionen Pfund. Hier sollen Englands coolste Büros entstehen.

Schon die bisherigen Büros von Google haben einen ganz eigenen Stil.

Schon die bisherigen Büros von Google haben einen ganz eigenen Stil.

Die coolsten Büros Londons sollen ab 2016 am King's Cross stehen. Auf 10.000 Quadratmetern, einer Fläche die gerade einmal so groß ist wie ein Fußballfeld, will der Internetgigant sein neues Hauptquartier für Großbritannien errichten. Die Kosten sind immens: Allein für das Gelände soll das Unternehmen 650 Millionen Pfund (775,8 Millionen Euro) bezahlt haben, meldet die Nachrichtenagentur Reuters. Den offiziellen Preis für das Gelände will Google nicht veröffentlichen.

Zum Bau gibt das Unternehmen aber einige Details bekannt. Ende 2013 soll der Bau der Gebäude mit sieben bis elf Stockwerken beginnen. Bis 2016 sollen die Mitarbeiter aus ihrer bisherigen Niederlassung im Victoria District in die neuen Büros umziehen.

Googles wichtigste Geschäfte

Vielzahl an Produkten

Google Suche, Gmail, Google Maps, der Online-Speicher Google Drive, das Smartphone-Betriebssystem Android mit dem App-Store Google Play und, und, und: Die Liste der Google-Dienste wird immer länger. Und in seinen geheimen Labs arbeitet der Konzern an einem selbstfahrenden Auto oder Ballons, über die entlegene Gegenden mit Internet-Zugängen versorgen sollen.

Hochprofitable Suche

Wenn es aber um das Geldverdienen geht, ist Google vom Geschäft mit Online-Werbung abhängig. Fast 90 Prozent des Umsatzes stammen aus diesem Segment, ein Großteil aus der Internet-Suche. In der Bilanz wird sonst nur noch ein Segment mit dem wenig aussagekräftigen Titel „Other“ (Anderes) aufgelistet.

Android

Googles Betriebssystem Android dominiert den Smartphone-Markt. Es hilft dem Konzern, seine Dienste fürs mobile Internet zu verbreiten, sorgt mit dem Play Store mit Apps, Filmen und Musik aber auch für wachsende Einnahmen. Experten vermuten, dass diese den Großteil des „sonstigen“ Umsatzes ausmachen.

Google Appsl

Um sich aus der Abhängigkeit aus den Werbeeinnahmen zu befreien, hat Google in den vergangenen Jahren immer wieder Initiativen gestartet, etwa kostenpflichte Anwendungen für Firmen. Das Office-Paket Apps for Business und die E-Mail-Plattform sind Kernbestandteile der Geschäftskundenstrategie. Google Apps generiert Umsatz aus monatlichen Gebühren.

Google+

Soziale Netzwerke sind viele Internet-Nutzer zum ersten Anlaufpunkt im Internet geworden. Facebook ist hier mit Abstand die Nummer 1, Google will dem Marktführer mit Google+ Paroli bieten. Dass der Konzern den riesigen Abstand aufholt, ist allerdings unwahrscheinlich.

Cloud Computing

Ob Gmail, Google Docs oder Google Drive: Google-Dienste laufen nicht auf dem lokalen Rechner, sondern im Rechenzentrum. Der Konzern hat eine große Expertise in Sachen Cloud Computing, die er auch vermarkten will: Firmen können Rechenleistung oder Speicher bei dem Konzern mieten.

Chrome OS

Google will mit Chrome OS ein neuartiges Betriebssystem für Computer etablieren – es setzt voll aufs Internet und ruft Daten und Dienste aus der „Wolke“ ab. Mit dem System will das Unternehmen seine Produkte verbreiten. Bislang ist die Verbreitung von Chrome OS allerdings noch überschaubar.

Mit der Fertigstellungen könnten die Gebäude einen Gesamtwert von einer Milliarde Pfund (1,19 Milliarden Euro) haben, schätzen Marktbeobachter. "Das ist ein großes Investment für Google", sagt Matt Brittin, Google-Chef von Nord- und Mitteleuropa in einem ersten Statement. "Wir engagieren uns damit noch stärker in England dem Land in dem Computer und das Netz erfunden wurden. Das ist eine gute Nachricht für Google, London und England."

So soll der Neubau irgendwann aussehen.

So soll der Neubau irgendwann aussehen.

Erst vor wenigen Monaten hatte Google die bisherigen Büros im teuren Londoner Stadtteil Victoria District renovieren lassen. In den Büros des Internetriesen befindet sich unter anderem ein Indoor Park mit eigenen Ruderbooten und ein Tonstudio, in dem Angestellte eigene Musik aufnehmen können. Statt Meetingräumen hat Google kleine Sitzecken mit Sofas und ein Café eingerichtet.

Allein zur Unterhaltung dürfte die neuen Räumlichkeiten aber kaum gekauft worden sein: Auch steuerliche Gründe sollen für den Umzug verantwortlich sein. Geld, dass Google im Ausland verdient, müsste sonst in den USA versteuert werden.

Was US-Konzerne über ihre deutsche Steuerlast verraten

Amazon

Länderspezifische Zahlen weist das Unternehmen nicht aus. Man zahle aber alle anwendbare Steuern in jedem der Länder, in denen das Unternehmen tätig ist. Details für Großbritannien zeigen, dass der Konzern dort keinerlei Unternehmenssteuern zahlt.

Apple

Ein Apple-Sprecher macht es kurz: "Apple gibt keine regionalen Zahlen bekannt, daher kann ich Ihnen keine Gewinn- bzw. Steuerangaben für Deutschland nennen." Ähnlich wie bei Amazon erbringt die deutsche Apple GmbH lediglich Dienstleistungen für mit Apple verbundene Unternehmen.

Die Gesellschaft meldete einen Umsatz von 53 Millionen Euro im Geschäftsjahr bis Ende September 2011 und zahlte fast sieben Millionen Euro Steuern. Die Apple Retail GmbH machte im selben Zeitraum einen Umsatz von 174 Millionen Euro, meldete aber einen Verlust in Höhe von 3,5 Millionen Euro. Die GmbH verzeichnete eine Steuerrückzahlung von 201.493 Euro.

Google

Die Google Germany GmbH meldet für 2011 eine Umsatz in Höhe von 190 Millionen Euro und einen Gewinn in Höhe von 16,2 Millionen Euro. Die abgeführten Steuern betragen 5,3 Millionen Euro.

Microsoft

Das Unternehmen rechnet vor, 31 Prozent Unternehmenssteuer auf den Gewinn gezahlt zu haben. "Bei der Betrachtung der Steueraufkommens, das mit Microsoft insgesamt verbunden ist, ist zu beachten, dass der bei weitem größte Anteil des Umsatzes/Gewinns/Steueraufkommens über unsere 38.000 Partnerunternehmen erbracht wird", so ein Sprecher. Der Finanzbericht der Microsoft Deutschland GmbH (für das Geschäftsjahr bis Ende Juni 2011) weist einen Umsatz von 682 Millionen Euro aus und eine Steuerlast in Höhe von etwas über 29 Millionen Euro.

Starbucks

Insgesamt 160 Filialen hat die Kaffeehaus-Kette Starbucks in Deutschland. Eine Sprecherin teilt mit: Starbucks [hat] es niemals umgangen, in Deutschland Steuern zu zahlen. In den vergangenen drei Jahren haben wir Steuern in Höhe von insgesamt mehr als 19 Millionen Euro bezahlt, unter anderem für Sozialversicherung und Unternehmenssteuer."

Das die Sozialversicherung in diese Angabe mit eingezogen wird, dürfte einen guten Grund haben. Denn für das Geschäftsjahr 2010/11 hat die Starbucks Coffee Deutschland GmbH einen deutlichen Verlust gemeldet und darin keine Hoffnung geweckt, dass sich die Lage bessern könnte. "Aufgrund des Jahresfehlbetrages des Geschäftsjahres sowie der Verlustvorträge ergibt sich kein Steueraufwand", heißt es im Jahresbericht.

Kommentare (1)

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Google_Sucks

19.01.2013, 14:29 Uhr

Der Daten-Krake Google hat es ja.

Dumm und bind vertrauen Massen an Unternehmen auf den Werbehebel von Google und schmeißen ihr Geld da rein, im Vertrauen darauf, daß der größte Datenmüllhaufen der Welt ihnen zu mehr Umsatz verhilft.


Google selbst manipuliert Suchergebnisse im großem Stil und entzieht sich dabei jeglicher Kontrolle.

Versuchen Sie mal, einen Eintrag bei Google löschen zu lassen --> Fehlanzeige: kein Impressum, kein Ansprechparner wie vorgeschrieben, keine Firmenanschrift, nichts.

Und die EU schaut wiedermal nur zu.....

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