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17.04.2015

13:34 Uhr

Für Facebook, von Facelift – Start-up des Monats

Social Media im Mittleren Osten

VonLaura Waßermann

Die Gründer von Facelift helfen großen Firmen bei der Kundenbetreuung im sozialen Netz. Henkel und die Deutsche Bahn gehören dazu – dann klappt das vielleicht auch bald in Deutschland mit dem Klopapier.

Start-up des Monats

15 Millionen US-Dollar für Facelift

Start-up des Monats: 15 Millionen US-Dollar für Facelift

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HamburgIn unserer Reihe das „Start-up des Monats“ stellen wir Ihnen regelmäßig ein innovatives Unternehmen vor. Im April ist das Facelift.

Als der Brite Adam Greenwood Anfang Dezember 2014 ein gewöhnliches Problem hatte, erhielt er ungewöhnliche Hilfe. Er saß auf der Toilette in einem Zug von „Virgin Trains“, der Eisenbahngesellschaft von Richard Branson und twitterte, dass es kein Toilettenpapier mehr gäbe. Greenwood bat das Social-Media-Team von Virgin Trains um Abhilfe. Nur Minuten später reichte ihm ein Zug-Mitarbeiter eine Rolle herein.

„Das kann Social Media heutzutage leisten“, sagt Arist von Harpe. „Natürlich nicht nur Toilettenpapier bringen sondern mehr – viel mehr, Kundenbetreuung auf Augenhöhe.“ Von Harpe ist Geschäftsführer von Facelift, einem Start-up in Hamburg. Er ist einer von insgesamt drei Geschäftsführern, seine Kollegen Benjamin Schroeter und Teja Töpfer haben das Unternehmen gegründet. 

Facelift bietet eine Technologie an, die alle Social-Media-Kanäle eines Unternehmens sozusagen an einem „Instrumentenbrett“ bündelt. Auf Englisch heißt das „Dashboard“. Und zwar auf zwei Arten: Erstens soll Facelift bei der Betreuung der Kunden helfen, die zum Beispiel Beschwerden über Facebook oder Twitter einsenden. Bei großen Unternehmen, die drei, vier, fünf Social-Media-Accounts haben, ist es tatsächlich eine Herausforderung, über alle Anfragen, Vorschläge und negativen Rückmeldungen, den Überblick zu behalten.

Zweitens soll die Facelift-Technologie der Marketing-Abteilung einer Firma erleichtern, fertig-entwickelte Werbekampagnen auf allen Kanälen des Social Internets auszuspielen. In jeweils bester Form für Facebook, Twitter, Youtube usw. „Werbung muss cool sein und Spaß machen, am besten ist ein gutes Foto dabei“, sagt von Harpe. Lineare Werbung wolle heutzutage fast keiner mehr. Als Beispiel nennt er die „Tagesschau“, die sich eben nicht nur die Zielgruppe ansehen würde, auf die die Werbung ausgerichtet werde.

Marketing-Experte Ibrahim Evsan zu Facelift

Jeder soll heute eine Fanpage haben…

„Jedes Unternehmen, das sich mit Kundenbetreuung befasst, sollte eine eigene Fanpage bei Facebook haben. Auch sollte es diese regelmäßig nutzen und mit seinen Kunden kommunizieren.“

Die Kundenkommunikation muss schneller gehen…

„Dafür brauchen die Unternehmen Tools, wie Facelift. Der Bedarf ist definitiv gegeben.“

Ist Facelift noch ein Start-up?

„Selbst Facebook ist in gewisser Weise noch ein Start-up. Facelift wächst und befindet sich im fortlaufenden Wandel. Also ist es natürlich noch ein Start-up.“

Gibt es bereits branchenähnliche Tools?

„Es gibt bereits Social-Media-Tools, die werden aber vor allem in den USA entwickelt. Um den Überblick zu behalten, eignet sich 'Hootsuite', für Promotion ist 'Wildfire' und für Kundenbetreuung 'Engagor' gut.“

Sehen Sie Nachteile oder Negativ-Aspekte von Facelift?

„Nein.“

Markus Sekulla, Unternehmensberater für digitale Kommunikation und Social Media sagt indes: Unternehmen sollten „mehr darüber nachdenken, wie Social Media in alle weiteren Marketing- und Kommunikationsaktivitäten sinnvoll integriert wird. Kurz: Social Media sollte die Ziele des Unternehmens unterstützen und nicht die Ziele von Social Media.“

Nicht nur Facelift will das leisten. Als branchenähnliche Tools eignen sich unter anderem die Anbieter „Hootsuite“ oder „Wildfire“. Während Hootsuite gut ist, um den Überblick über alle firmeninternen Social-Media-Kanäle zu behalten, ist Wildfire auf Promotion und Werbung spezialisiert. In Sachen Kundenbetreuung trifft die Technologie von „Engagor“ ins Soziale Schwarze.

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