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23.02.2015

06:59 Uhr

Fusion in der Medienbranche?

21st Century Fox und Discovery loten Milliardendeal aus

Rupert Murdoch hat schon so manchen Deal gestemmt. Ein weiterer könnte bevorstehen: Der Medientycoon verhandelt offenbar darüber, die Film- und TV-Firma 21st Century Fox mit dem Medienkonzern Discovery zu fusionieren.

Medienmacher Rupert Murdoch: Plant er einen neuen Coup? Reuters

Rupert Murdoch, Executive Chairman News Corp and Chairman and CEO 21st Century Fox speaks at the WSJD Live conference in Laguna Beach in this file photo

Medienmacher Rupert Murdoch: Plant er einen neuen Coup?

SydneyRupert Murdochs 21st Century Fox und Discovery Communications erwägen einem Zeitungsbericht zufolge eine Fusion, die einen 100 Milliarden Dollar schweren Medien- und Unterhaltungskonzern hervorbringen könnte.

Hochranginge Vertreter beider Unternehmen hätten sich vor rund zwei Wochen getroffen, um einen möglichen Zusammenschluss auszuloten, berichtet die „Australian Financial Review“ am Montag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Gespräche befänden sich noch in einem sehr frühen Stadium. Deshalb gebe es auch keine Garantie für ein späteres formales Gebot.

Ein Fox-Sprecher dementierte angebliche Gespräche mit dem US-Konzern Discovery. Bei Discovery war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreiche.

Das Imperium des Rupert Murdoch

Geerbtes Unternehmen

Rupert Murdoch kam 1931 in Australien zur Welt. Das Unternehmertum liegt in der Familie: Sein Vater kaufte sich in die Zeitungskette News Limited ein, Sohn Rupert erbte sie 1952 – und baute sie zu einem Medienimperium aus, zu dem heute neben den Zeitungen in aller Herren Länder auch der Buchverlag Harper Collins, Internetbeteiligungen, Fernsehsender und mit „20th Century Fox“ ein legendäres Hollywood-Studio gehören.

Von der „Sun“ bis zum „Wall Street Journal“

Begonnen hat alles mit der Zeitung „The News“ aus dem australischen Adelaide, die der damals Anfang 20-jährige Rupert von seinem Vater übernahm. Später verleibte sich Murdoch in Großbritannien die renommierte Londoner „Times“ ein, außerdem das Massenblatt „Sun“. Die britische Sonntagszeitung „News of the World“ stampfte Murdoch nach einem Abhörskandal kurzerhand ein. Im Jahr 2007 landete Murdoch einen seiner größten Coups, indem er den US-Konzern Dow Jones übernahm, den Herausgeber Wirtschaftsblatts „Wall Street Journal“.

Fox-Fernsehsender

Flaggschiff des Konglomerats sind die amerikanischen Fox-Fernsehsender, die wegen ihrer konservativen Ausrichtung berühmt-berüchtigt sind. Hier ist aber auch die Heimat der Kultsendung „Die Simpsons“. Die gelbe Zeichentrick-Familie mit Oberhaupt Homer und der guten Seele Marge nimmt in vielen Folgen den Sender und seinen Patriarchen selbst auf die Schippe.

Auch in Deutschland aktiv

Murdoch hält die Mehrheit am Bezahlsender Sky, dem früheren Premiere. Sein Sohn James ist seit 2016 wieder Vorsitzender des Aufsichtsrates beim britischen Mutterkonzern.

Schiffbruch mit MySpace

Murdoch erkannte früh die Chancen des Internet und traute sich als einer der ersten großen Verleger, Geld für Nachrichten im Netz zu verlangen. Mit einem anderen Projekt erlitt er indes Schiffbruch: Das einstmals größte Online-Netzwerk MySpace ist nach dem Siegeszug von Facebook heute nur noch ein Schatten seiner selbst.

Aufspaltung in zwei Bereiche

2013 spaltete Murdoch sein Imperium in zwei Reiche auf: die profitable Filmsparte 21st Century Fox und das schwächelnde Verlagsgeschäft News Corp.

Im vergangenen Jahr war Murdoch an dem US-Medienkonzern Time Warner interessiert. Der Milliardär hatte im Sommer seine 80 Milliarden Dollar schweren Pläne jedoch überraschend aufgegeben. Der gebürtige Australier gilt als einer der schillerndsten Unternehmer in der Medienbranche, unter anderem mit seinem Konzern News Corp.

Murdoch hat seine Bezahlsender in Deutschland, Großbritannien und Italien zum größten privaten Fernsehkonzern Europas gebündelt. Mit rund 20 Millionen Abonnenten und 14 Milliarden Euro Umsatz will er seine Macht beim Einkauf von Senderechten und beim Vertrieb ausspielen. Dafür verschob Murdoch den 57-prozentigen Sky-Deutschland-Anteil seiner US-Holding 21st Century Fox zu deren britischem Fernsehableger. Dieser kaufte weitere Anteile hinzu, legte den Namen BSkyB ab und tritt nun europaweit unter der Marke Sky auf. Sky Italia gehörte bereits vorher komplett zu Murdochs Reich.

Von

rtr

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