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05.04.2011

11:45 Uhr

Fußball-Übertragungsrechte

ZDF sticht Sat1 im Rennen um die Champions League aus

Das ZDF hat dem Konkurrenten Sat1 ab der Saison 2012/2013 die millionenschweren Rechte für die Übertragung der Fußball-Champions-League weggeschnappt. Es hagelt Kritik - und es droht ein juristisches Nachspiel.

Ein Ball am Spielfeldrand während eines Champions-League-Spiels. Quelle: dapd

Ein Ball am Spielfeldrand während eines Champions-League-Spiels.

MainzDas ZDF hat den Zuschlag für die Champions League ab der Saison 2012/2013 erhalten und damit Sat.1 die Free-TV-Rechte weggeschnappt. Dies bestätigte der Mainzer Sender am Dienstagmittag. Sat.1 überträgt seit 2009 die Königsklasse des europäischen Fußballs, verliert dieses Recht aber mit dem Ende der Spielzeit 2011/2012. Der Privatsender kündigte jedoch an, er wolle sich nun „um andere Spitzenfußballrechte bemühen“. Die Rechtekosten für die Champions League werden auf mehr als 50 Millionen Euro pro Saison geschätzt.

Im Pay-TV wird der langjährige Rechteinhaber Sky weiterhin Champions und Europa League zeigen. Sky hatte als einziger Bewerber ein Angebot bei Team., dem Rechtevermarkter der Europäischen Fußball-Union (Uefa), abgegeben.

Der Vertrag beinhaltet nach ZDF-Angaben die Übertragung von einem Livespiel pro Spieltag, tagesaktuelle Zusammenfassungen anderer Spiele sowie die Qualifikationsspiele und den Uefa Super Cup. ZDF-Intendant Markus Schächter bewertete die neue Partnerschaft als wichtige Grundlage für eine gute Aufstellung des Sportangebots des ZDF. Der Zuschlag sei ein „wichtiger Baustein der Sportstrategie des Senders“, zumal die künftige Erweiterung auf bis zu vier deutsche Mannschaften noch mehr Fans in Deutschland für die stärkste Liga der Welt mobilisieren werde, lässt sich der Intendant in einer Mitteilung des Senders zitieren.

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Das Geld für die die Rechte kommen nach Angaben von ZDF-Sprecher Walter Kehr aus dem normalen Sportetat. Dafür habe man auf die Rechte beim Boxen und der Tour de France verzichtet. Zudem entfielen die Kosten für das ansonsten an dieser Stelle gesendete Programm. Diese Budgetverschiebungen reichten aus, um die Champions-League-Rechte darzustellen, sagte der ZDF-Sprecher Handelsblatt Online.

In den Verhandlungen mit dem Rechteinhaber konnte der Sender zudem erreichen, dass er ab 2013 keine Sponsorenhinweise nach 20 Uhr ausstrahlen muss. Dies ist dem ZDF durch den neuen Rundfunk-Staatsvertrag ab 2013 verboten. Aufgefangen werden soll dies offenbar durch eine ausreichende Zahl von Werbeeinblendung im rahmen der begleitenden Vorberichterstattung. Diese soll nach Angaben von Kehr deutlich vor 20 Uhr beginnen. Entschädigungen an die Sponsoren werden jedenfalls nicht bezahlt, betonte der ZDF-Sprecher gegenüber Handelsblatt Online. „Diese Vereinbarung ist einfach Teil des Verhandlungsergebnisses mit dem Rechteinhaber.“

Kommentare (2)

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Prenden

05.04.2011, 11:39 Uhr

Für irgendwas müssen ja die Milliarden an GEZ-Gebühren versenkt werden. Schon die Fußnote der Zwangsausstrahlung von Werbung hätte das ZDF abhalten müssen dafür zu bieten. Jetzt zahlen die nochmehr um keine Werbung zeigen zu müssen? Ja haben die noch alle .... im Schrank? Wer hälz diese Gebührenvernichter auf? Lieber Herr Brüderle, tun sie etwas!

Account gelöscht!

06.04.2011, 10:17 Uhr

Ich frage mich nach wie vor, warum die Privaten (mit "populären" Sportarten) Geld verdienen sollen und die "öffentlich-rechtlichen" im Rahmen der "Grundversorgung" die ("unpopulären") Sportarten versorgen sollen aus den Rundfunkgebühren und ich am Ende das ganze an der Supermarktkasse bezahle (Werbung bei den Privaten, die mich beim sehen stören würde) oder mit Gebühren, auch wenn ich die Sendung gar nicht schaue (Rundfunkgebühren).

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