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10.01.2009

12:09 Uhr

Fußballrechte

Telekom sucht Partner für Bundesliga-Sender

VonHans-Peter Siebenhaar

Die Deutsche Telekom treibt ihren Bundesliga-Fernsehkanal im Internet voran. Der Bonner Konzern sucht derzeit unter Hochdruck einen Partner für das IPTV-Angebot rund um die Fußball-Bundesliga. Darunter sind auch ein paar alte Bekannte.

Die Vermartkung der Bundesliga-Rechte ist auch im Internet ein wichtiges Geschäft. Foto: ap Quelle: ap

Die Vermartkung der Bundesliga-Rechte ist auch im Internet ein wichtiges Geschäft. Foto: ap

BONN. Am Wochenende hat der Magenta-Konzern eine Reihe von Medienunternehmen zu Gesprächen für eine Kooperation eingeladen. Darunter sind auch der kriselnde Bezahlsender Premiere und das Deutsche Sportfernsehen (DSF), an dem der Medienunternehmer Leo Kirch maßgeblich beteiligt ist. Das bestätigen Konzernkreise dem Handelsblatt (Montagsausgabe). Die Telekom war nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Sie ist auf eine Zusammenarbeit mit einem TV-Dienstleister angewiesen, um die Live-Spiele im Internetfernsehen zu produzieren.

Der Bonner Konzern hat die IPTV-Rechte der Fußball-Bundesliga ab der Saison 2009/10 für vier Jahre erworben. Künftig zahlt der Magenta-Konzern nach Angaben von Beteiligten aber nur noch die Hälfte, rund 25 Mio. Euro pro Jahr, an die Deutsche Fußball Liga (DFL). Der Grund: im Gegensatz zu früheren Jahren hat die DFL die Online-Rechte aufgeteilt. Die Telekom erwarb die IPTV-Rechte und der Bezahlsender Premiere die Rechte für die Vermarktung im herkömmlichen Internet. Dafür zahlt der Krisen geschüttelte Pay-TV-Konzern ebenfalls 25 Mio. Euro pro Spielzeit, wie Verhandlungskreise berichten. Unterm Strich nimmt die DFL bereits wie in der Vergangenheit rund 50 Mio. Euro aus der Internetverwertung ein.

Bislang haben die Bundesliga-Rechte der Telekom allerdings nicht allzu viel gebracht. Der Branchenprimus hatte die Rechte erstmals vor drei Jahren erworben, um damit Nutzer für das neue TV-Angebot der Festnetztochter T-Home zu locken. Doch der Erfolg war mager: Nur mit Not hat die Konzerntochter T-Home das selbst gesteckte Ziel von 500 000 TV-Nutzern bis zum Jahresende erreicht.

Bislang produzierte Premiere die Inhalte für das IPTV-Angebot der Telekom. Doch ob Premiere diesmal wieder zum Zug kommt, steht in den Sternen. Denn die Tochter des Medienkonzerns News Corp. ist durch den Erwerb der Web-Rechte nun erstmals auch ein direkter Konkurrent der Telekom im Internet. Auch der Sportsender DSF wurde zu Kooperationsgesprächen mit der Telekom eingeladen. "Das DSF steht T-Home als Kooperationspartner für die Produktion einer Bundesliga-Kanals bereit", sagte DSF-Geschäftsführer Oliver Reichert dem Handelsblatt. "Wir kennen das Geschäft aus dem Effeff. Seit mehr als 15 Jahren arbeiten wir mit der Bundesliga sehr eng zusammen."

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