Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.10.2016

15:34 Uhr

Galaxy Note 7 beschädigt Image

Wie Samsung den Schwelbrand löschen kann

VonChristof Kerkmann

Die Pannenserie um das Galaxy Note 7 schadet Samsung immens. Die Marke stand bislang für Hightech und ist jetzt erstmal ramponiert. Die Häme ist groß: Was der Apple-Rivale tun kann – und was er besser lässt.

Der Umgang mit dem Akku-Debakel ist entscheidend, ob der Elektronikkonzern einen Imageverlust erleidet. AFP; Files; Francois Guillot

Samsung

Der Umgang mit dem Akku-Debakel ist entscheidend, ob der Elektronikkonzern einen Imageverlust erleidet.

DüsseldorfFotos von verkohlten Smartphones, warnende Durchsagen im Flugzeug, Witze über Witze bei Twitter und Facebook: Die Probleme mit dem Galaxy Note 7 beschädigen das Image von Samsung. Der Name des südkoreanischen Elektronikkonzerns steht in diesen Tagen für ein falsch konstruiertes Produkt und einen misslungenen Rückruf.

Trotz der Negativschlagzeilen: Dass die Marke darunter dauerhaft leidet, ist nicht ausgemacht. Markenexperten trauen dem Konzern zu, sich von dem Debakel zu erholen. „Die Häme ist groß – vermutlich zurecht, wenn ein Konzern ein hoffnungsvolles Produkt komplett einstellt“, sagt Bernhard Fischer-Appelt, Vorstand der Kommunikationsagentur Fischer-Appelt in Hamburg. „Wie stark der Schaden wird, hängt aber davon ab, wie Samsung mit den Kunden umgeht.“ Die Vergangenheit zeigt: Eine solche Krise kann auch zu einem positiven Ergebnis führen.

Twitter-Häme für Samsungs Galaxy Note 7
Gut gerüstet für den Jahreswechsel
Wer zuletzt lacht...
Vorsicht geht vor!
Heiße Affäre
Verpasste Chance
Zukunftsperspektive
bis hierhin kopieren -->

Dass der Rückruf des Galaxy Note 7 ein besonderer Fall ist, steht wohl aus der Frage. Selten hat ein Konzern – Marktführer noch dazu – ein wichtiges Produkt vollständig vom Markt genommen. Der finanzielle Schaden dürfte für Samsung aber zu verkraften sein; die Analysten von Credit Suisse schätzen ihn auf vier Prozent des Gewinns in diesem und drei Prozent im nächsten Jahr – insgesamt 17 Milliarden Dollar. Samsung ist ein Mischkonzern, der auch Halbleiter und Displays, Kühlschränke und Waschmaschinen verkauft.

Elektronikhersteller in der Krise: Samsungs größte Schwäche ist ein Schattenmann

Elektronikhersteller in der Krise

Premium Samsungs größte Schwäche ist ein Schattenmann

Samsung hat ein Problem – und das sind nicht die brennenden Smartphones. Vom Chef ist nichts zu hören und zu sehen. Der Konzern steckt in einer Führungskrise. Er sollte sich ein Beispiel an Toyota nehmen. Eine Analyse.

Doch die wichtige Smartphone-Sparte, die mehr als die Hälfte der Erlöse erwirtschaftet, steht nach dem Rückruf massiv unter Druck. Einerseits fällt ein Produkt mit hohen Verkaufszahlen und starken Margen komplett aus. Andererseits leidet das Image als Hightech-Hersteller. „Samsung ist eine absolute Leistungsmarke, im Gegensatz zu Apple“, sagt Jürgen Gietl, Experte für Technologiemarken und Partner der Managementberatung Brand Trust. „Samsung erleidet somit Schaden im Bereich seiner wahrgenommenen Kernkompetenz.“ Nun kommt es auf das Krisenmanagement an. „Am wichtigsten ist es, das Produkt schnell vom Markt zu nehmen“, sagt Fischer-Appelt – eine Aufgabe, die Samsung inzwischen energisch angeht, etwa mit einem Abholprogramm.

Nun müssen die Kunden auch darauf eingehen. Entscheidend sei auch ein transparenter Umgang mit den Kunden, sagt der Markenexperte: Was ist passiert? Wie will Samsung das Problem lösen? Wie bekommen Käufer Entschädigung? Je entschlossener und großzügiger das Unternehmen vorgeht, desto eher verzeihen die Käufer.

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

12.10.2016, 16:27 Uhr

Seit ich Akkus kenne, brennen die hin und wieder ab. Von IBM über Boing zu Samsung und wieder
zurück. Es liegt in der Natur der Sache, viel Energie auf kleinem Raum und schon wird es manchmal warm..............ach und Apple kommt auch noch drann.

Herr Ulrich Groeschel

12.10.2016, 16:44 Uhr

Die US-Verbraucherschutzorganisation CPSC hatte Anfang September festgestellt, dass das Note-7-Gehäuse für den Akku zu klein ist. Die Batterie könnte bei der Montage gequetscht werden, sagte CPSC-Chef Elliot Kaye. Dadurch könne es zu Kurzschlüssen kommen. Was das neue Gerät braucht ist ein dickeres Gehäuse. Das müsste ja herstellbar sein. Sonst muss man einen kleineren, dünneren Akku einsetzten.

Account gelöscht!

12.10.2016, 16:55 Uhr

Soll doch all den Smartphoneträgern ihr Gerät in der Hose brennen.
Wer so was braucht ist doch selbst schuld.
Ich brauche keins, Wenn ich dann noch überlege wo so was her kommt....aus Asien und den USA.
Wenn Russland sowas auf den Markt bringt, dann kaufe ich mir eins.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×