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25.02.2014

07:02 Uhr

Galaxy S5

Fitness-Coach mit Brieftasche

VonChristof Kerkmann

Schöne Grüße an Apple: wie der Rivale rüstet Samsung sein neues Spitzen-Smartphone mit einem Fingerabdruck-Sensor aus. Der entsperrt nicht nur das Galaxy S5, sondern ermöglicht auch Zahlungen – ein Zukunftsmarkt.

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Das kann das Samsung Galaxy S5

Video: Das kann das Samsung Galaxy S5

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BarcelonaEs war ein Auftritt mit Trompeten, aber ohne Pauken. Um das neue Spitzenmodell Galaxy S5 vorzustellen, veranstaltete Samsung nicht einfach eine Pressekonferenz. Der südkoreanische Konzern mietete am Rande des Mobile World Congress in Barcelona ein weitläufiges Kongresszentrum am Meer und ließ vor dem Termin ein Kammerorchester aufspielen. Die Botschaft der Inszenierung, die per Livestream in aller Welt zu sehen war: Heute gibt es was ganz Besonderes.

Die Paukenschläge ließ Samsung bei der Vorstellung des Gerätes folgen. Das neue Spitzenmodell Galaxy S5 unterscheidet sich äußerlich zwar kaum vom Vorgänger, außer dass die Plastikrückseite viele kleine Löcher hat. Das Besondere am neuen Gerät sind die Sensoren. Sie machen das S5 zu einem Fitness-Coach und zur Brieftasche – und eröffnen dem Hersteller die Chance, sich im Wettbewerb um die zahlungskräftige Kundschaft von Apple abzusetzen.

Elektronische Fitness- und Gesundheits-Gadgets werden immer beliebter: Sie zählen Schritte und Treppenstufen, vermessen den Sonntagslauf und protokollieren den Puls. Auf dem Mobile World Congress haben bereits Sony und Huawei Fitness-Armbänder vorgestellt, die zusätzlich auch die täglichen Aktivitäten aufzeichnen oder als Freisprecheinrichtung dienen. Die Smartwatch, an der Apple angeblich arbeitet, soll sogar frühzeitig vor Herzkomplikationen warnen.

Das Samsung Galaxy S5 im Detail

Ausdauernder Akku

Der Akku ist recht groß dimensioniert, zudem hat Samsung eine neue Software zum Energiemanagement entwickelt. Diese Kombination soll rund zwölf Stunden Videowiedergabe oder zehn Stunden Surfen ermöglichen.

Bessere Kamera

Die 16-Megapixel-Kamera soll besonders schnell fokussieren und auslösen, Samsung verspricht eine Verzögerung von nur 0,3 Sekunden. Zudem macht das Gerät Aufnahmen mit hohem Dynamikumfang (HDR) in Echtzeit.

Fingerabdruck-Sensor

Man kennt es schon vom iPhone: Das Galaxy S5 hat einen Fingerabdruck-Scanner. Wischt der Nutzer darüber hinweg, wird das Gerät entsperrt. Zusätzlich sollen man sich damit für Online-Einkäufe ausweisen können, Samsung arbeitet dafür mit Paypal zusammen.

Pulsmesser

Eine weitere Neuigkeit ist der Pulsmesser an der Rückseite. Legt man den Finger auf, misst er die Herzfrequenz. Die Daten können Nutzer in einer Fitness-App auswerten.

Schnelle Datenübertragung

Das neue Samsung-Modell beherrscht den Datenturbo LTE mit einer theoretischen Geschwindigkeit von bis zu 150 Megabit pro Sekunde. Zudem lassen sich WLAN und Mobilfunkverbindung simultan nutzen, um noch schneller Daten zu übertragen.

Schutz gegen Wasser und Staub

Das S5 ist nach der Schutzklasse IP 67 gegen Staub und Wasser geschützt.

Bildschirm mit Helligkeitsregler

Das S5 hat einen Sensor, der die Helligkeit des Bildschirms auf die Umgebung einstellt. Damit im prallen Sonnenschein etwas zu erkennen ist, leuchtet das Gerät stark, im Dunklen dimmt es deutlich herunter. Das AMOLED-Display ist 5,1 Zoll große und hat eine Full-HD-Auflösung.

Vier Kerne und 16 Gigabyte

Als Prozessor kommt ein Vierkern-Chip mit 2,5 Gigahertz zum Einsatz, der Arbeitsspeicher ist 2 Gigabyte groß. Der interne Speicher beträgt zunächst 16 Gigabyte.

Jetzt schwingt sich auch Samsung zum Coach auf. Das S5 hat nicht nur einen Schrittzähler wie der Vorgänger, sondern auch einen Pulsmesser, der die Herzfrequenz an der Fingerkuppe binnen einiger Sekunden ablesen können soll (was bei ersten Tests nicht immer zuverlässig funktionierte). Die Daten fließen in das überarbeitete Programm „Personal Fitness Tracker“. Auch neues Zubehör wie das Armband Gear Fit füttern die Statistik.

Samsung positioniere das Gerät als „Fitness-Phone“, meint der Analyst Thomas Husson vom Marktforscher Forrester. Das helfe, die Nutzer enger an sich zu binden.

Auch beim Fingerabdruck-Sensor hat sich Samsung inspirieren lassen – in diesem Fall von Apple, das sein iPhone 5s schon damit ausstattet. Allerdings können S5-Nutzer damit nicht nur das Gerät entsperren, sondern auch mit einer einzelnen Geste Dinge bezahlen. Die Abwicklung übernimmt der Finanzdienstleister Paypal.

Die Details sind noch unklar, etwa ob und wie man damit im stationären Handel bezahlen kann. Klar ist aber: Samsung will in diesem Zukunftsmarkt mitmischen.

 

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

25.02.2014, 09:34 Uhr

Sorry, aber man soll mit einem von Apps, die auf alles und nichts Zugriff haben, durchseuchten Smartphone Dinge bezahlen???
Ich glaub nicht!

Die sollen lieber mal zusehen, daß die Akkus länger halten, bei Dauerbetrieb mit Bluetooth/WLAN etc sind die schneller platt als man gucken kann.

Account gelöscht!

25.02.2014, 11:19 Uhr

Die Akkus halten durchaus schon lange genug. Mit meinem Note 3 (3200 mAh Akku)sind 1 1/2 Tage sind kein Problem.

Viel länger benötigt man auch garnicht, denn meist ist eine Steckdose oder ein USB-Anschluss in der Nähe..

Oldie

25.02.2014, 11:20 Uhr

Sehe ich auch so. Ein Gerät mit den Sende-/Empfangseigenschaften für Sprache und einer Akkulaufzeit eines Nokia5113 von 1998 o.ä. wäre mal etwas. Wenn ich mit dem Teil dann Email und Mobilweb im bisherigem Umfang nutzen könnte, würde ich auch gern 800€ dafür ausgeben. Aber nicht für Gesundheitsgadgets oder Bezahlsysteme, die Sicherheitskopfschmerzen und Kosten (auch indirekte) verursachen.

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