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14.08.2015

08:55 Uhr

Galaxy S6 Edge Plus und Note 5

Samsung setzt alles auf eine Kante

VonAxel Postinett
Quelle:Handelsblatt Live

Größere Bildschirme, gerundete Ränder und kabelloses Akku-Laden: Samsung versucht mit zwei neuen Smartphones ein Comeback gegen Apple. Doch für eins der Geräte ist die Zeit vielleicht schon vor dem Start abgelaufen.

Prekäre Lage für den Smartphone-Hersteller Samsung. dpa

Galaxy S6 Edge+ (l.) und das Galaxy Note 5

Prekäre Lage für den Smartphone-Hersteller Samsung.

San FranciscoJong-Kyun Shin hat es eilig. Am Dienstag in New York präsentierte der Chef von Samsungs Mobilsparte gleich zwei neue Smartphones - das Galaxy S6 Edge Plus und Note 5 - und treibt damit den Wettlauf um die größten Bildschirme eine Runde weiter. Mit einer Bilddiagonale von 5,7-Zoll übertrumpfen sie Apples größtes iPhone, das 6Plus mit 5,5-Zoll. In den vergangenen Jahren war die IFA in Berlin im September die große Bühne für mobile Innovationen aus Korea.

Doch diesmal scheidet diese Option aus. Denn am 9. September wird voraussichtlich ein neues iPhone vorgestellt. Die Chancen sind groß, dass Shin dann mit seinen Ankündigungen im Medien-Hype untergegangen wäre. Deshalb will er so viel Zeit wie möglich zwischen sich und Apple bringen. In den USA startet der Verkauf schon am 21. August.

Samsung Galaxy S6 Edge im Test: Auf Kante genäht

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Auf Kante genäht

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Denn die Lage, in der Galaxy S6 Edge Plus und Note 5 auf den Markt kommen, ist prekär. Nach fünf Quartalen mit sinkenden Gewinnen belastet die einst so erfolgreiche Mobilsparte den gesamten Konzern. Samsung hatte die Kategorie der „Phablets“, die Größenklasse zwischen einem normalen Smartphone und einem großen Tablet, zwar so populär gemacht, dass selbst Apple mit seinem iPhone 6Plus nachziehen musste. Aber dann ist den Koreanern der Schwung ausgegangen und Apple zog davon.

Alle Hoffnungen ruhen auf dem S6 Edge Plus

Die Verkaufszahlen der Flaggschiffe Galaxy S5 und danach S6 waren enttäuschend. Nur das Galaxy S6 Edge mit seinem an den Seiten abgerundeten Bildschirm entwickelte sich zum unerwarteten Verkaufsschlager. Mit einer Wischbewegung des Daumens über den rechten Rand werden zum Beispiel die fünf wichtigsten Kontakte eingeblendet. Ein Anruf oder eine Mitteilung sind dann schnell verschickt. Doch Produktionsprobleme verhinderten, dass die Edge-Modelle in ausreichender Zahl verfügbar waren.

Doch diese Technologie macht Samsung-Geräte derzeit einzigartig auf dem Markt und der Erfolg soll diesmal richtig ausgenutzt werden. Shin setzt alles auf eine, wenn auch runde, Kante. Die Hoffnungen ruhen auf dem S6 Edge Plus.

Abgesehen von der Bildschirmform ist die technische Basis der Neulinge in weiten Teilen identisch, sie sprechen nur andere Zielgruppen an. Das Galaxy S6 Edge Plus wendet sich an Privatnutzer, das Note 5 mit seinem digitalen Bleistift, dem „S-Pen“, an Geschäftskunden. Samsung hat sich entschieden, das Note 5 vorerst nicht in Europa auf den Markt zu bringen, obwohl diese Serie dort viele treue Fans hat.

Für IHS-Analyst Daniel Gleeson ist die Entscheidung schwer nachvollziehbar: „Viele Länder bleiben damit von den Vorteilen des S-Pen, der Samsung von anderen Herstellern abhebt, abgeschnitten. Aber vielleicht konnte auch nur wegen des vorgezogenen Starts nicht genug Ware produziert werden.“

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