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10.08.2016

12:56 Uhr

Gamescom

Staubwedel statt Gewehre

VonChristof Kerkmann

Die Gamescom in Köln ist ein Massenereignis. Selbst die Kirche kommt an der Computerspiele-Messe nicht mehr vorbei. Eine Studie zeigt, wie groß der Markt für Gaming mittlerweile ist.

500.000 Spielefans erwartet der Veranstalter in Köln. Reuters

Gamescom-Besucher 2015

500.000 Spielefans erwartet der Veranstalter in Köln.

KölnAn der Gamescom kommt auch die Kirche nicht vorbei. Wenn die Computerspielemesse in der kommenden Woche eröffnet, wird es im Kölner Dom an drei Abenden eine Licht- und Klanginstallation geben, als besinnliches Kontrastprogramm zum Hochamt der Spiele in den Messehallen. Die Musik stammt vom bekannten DJ-Duo Blank & Jones – kein Techno, wie das Erzbistum betont, sondern sphärische Klänge.

Die Aktion im Kölner Dom beweist: Computerspiele sind ein Massenmedium. 500.000 Besucher erwartet der Veranstalter Koelnmesse an den fünf Tagen, wie er am Mittwoch mitteilte. Und laut einer Studie nutzen in Deutschland 34,3 Millionen Menschen digitale Spiele. Das geht aus dem Jahresreport der Computer- und Videospielbranche hervor, den der Fachverband BIU geschrieben hat. Spiele seien ein „Leitmedium“, sagte BIU-Geschäftsführer Maximilian Schenk.

Auch neue Trends wie Virtual Reality sind einer wachsenden Gruppe ein Begriff. So erklärte fast jeder zweite Internetnutzer (46 Prozent), VR-Brillen zu kennen. Knapp jeder dritte (32 Prozent) möchte solche Geräte zum Spielen nutzen, immerhin jeder fünfte (21 Prozent) kann sich den Kauf vorstellen. Die Zahlungsbereitschaft hat der BIU allerdings nicht abgefragt – einfache VR-Brillen gibt es bereits für 40 Euro, High-End-Geräte kosten im Paket mit dem nötigen PC durchaus 1000 Euro.

Virtual Reality wird in diesem Jahr auf der Messe ein großes Thema sein. Erste VR-Brillen wie Oculus Rift, HTC Vive und Gear VR sind seit diesem Jahr verfügbar, im Weihnachtsgeschäft will Sony ein Modell für seine Playstation auf den Markt bringen. An zahlreichen Ständen werden daher Spielstationen aufgebaut sein. Mit den Geräten können Nutzer in digital erschaffene Welten eintauchen.

Als großen Trend sieht der Branchenverband E-Sports, also Computerspiel-Wettbewerbe, die sich die Zuschauer entweder in einer Halle auf einer großen Leinwand oder über das Internet anschauen. „Das ist eine neue Sportart, die große Arenen füllt“, betonte Schenk. Jeder vierte Internetnutzer kenne den Begriff, knapp jeder sechste (16 Prozent) habe sich so eine Veranstaltung bereits angesehen – allerdings hauptsächlich die jüngeren. „E-Sports hat die meisten klassischen Sportarten bei der Popularität längst überholt“, meinte Schenk.

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