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12.04.2016

15:46 Uhr

Gartner-Studie

PC-Hersteller finden immer weniger Käufer

Trotz Windows 10 und neuer Intel-Chips geht die Talfahrt auf dem PC-Markt weiter. Im vergangenen Quartal ist der Absatz um knapp zehn Prozent gesunken. Nur zwei Firmen konnten sich von dem Negativtrend entziehen.

PCs werden immer unbeliebter. Die Absatzzahlen der Hersteller sinken immer weiter. dpa

Keiner will sie

PCs werden immer unbeliebter. Die Absatzzahlen der Hersteller sinken immer weiter.

Stamford/FraminghamDie Talfahrt des PC-Marktes geht ungebremst weiter. Die Marktforschungsfirma IDC errechnete für das erste Quartal einen Absatzrückgang von 11,5 Prozent auf 60,6 Millionen Notebooks und Desktop-Rechner. Der zweite große IT-Marktforscher Gartner kam auf ein Minus von 9,6 Prozent im Jahresvergleich. Mit 64,8 Millionen verkauften PCs sei der Absatz erstmals seit 2007 unter die Marke von 65 Millionen Geräte gefallen, betonte Gartner.

Alle Regionen seien von dem Abschwung betroffen gewesen, aber am härtesten habe es Lateinamerika getroffen, wo die Verkäufe um fast ein Drittel eingebrochen seien. Auslöser seien die wirtschaftlichen und politischen Turbulenzen in Brasilien gewesen, erklärte Gartner-Analystin Mikako Kitagawa. Insgesamt bremse der starke Dollar, der die Preise für Computer in vielen Ländern hochtreibe, weiterhin das Geschäft.

Lenovo, HP, Dell: Wie hart trifft 2016 die PC-Industrie?

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Wie hart trifft 2016 die PC-Industrie?

Einst waren PCS der Verkaufsmotor des IT-Fortschritts für Verbraucher. Inzwischen haben Smartphones diese Rolle übernommen. Analysten warnen, dass für kleinere PC-Hersteller die Luft immer dünner wird.

Die Industrie hoffte zuletzt, mit dem Microsoft-System Windows 10 und im Herbst eingeführten neuen leistungsstarken Chips von Intel den Trend umzukehren. Die PC-Verkäufe sind seit Jahren unter Druck, weil Verbraucher und Unternehmen lieber zu Smartphones und auch Tablets greifen. Zugleich gibt es Wachstum bei extrem dünnen Notebooks und Kombi-Geräten, die als Tablet und Laptop benutzt werden können.

Die fünf großen Anbieter konnten auch bei Absatzrückgängen ihre Marktanteile allesamt steigern - dafür waren die Einbrüche bei kleineren Herstellern umso stärker. Branchenexperten warnen schon lange, dass der teure Dollar sie viel stärker unter Druck setze, weil sie schwerer gegensteuern könnten.

Der chinesische Konzern Lenovo blieb an der Spitze als größter Anbieter. Sein Marktanteil wuchs laut Gartner von 18,8 auf 19,3 Prozent - weil der Absatzrückgang mit 7,2 Prozent zwar hoch ausfiel, aber das gesamte Geschäft noch schneller schrumpfte. Hewlett-Packard folge mit dem kaum veränderten Marktanteil von 17,6 Prozent. IDC kam auf 20,1 Prozent für Lenovo und 19,2 Prozent für Hewlett-Packard.

Die Geschichte von Microsoft Windows

1975

Am 4. April gründen die Kindheitsfreunde Bill Gates und Paul Allen das Unternehmen.

1980

Microsoft bekommt von IBM den Auftrag, ein Betriebssystem für den geplanten Personal Computer zu liefern. Microsoft bietet ein zugekauftes Programm unter dem Namen MS-DOS an. Microsoft kann MS-DOS auch anderen Herstellern verkaufen, so legt es der Deal fest.

1985

Microsoft veröffentlicht das erste - quasi noch unbrauchbare - Windows, eine grafische Erweiterung für MS-DOS.

1987

Microsoft stellt Windows 2 vor. Apple wirft Microsoft Ideenklau vor und klagt vor Gericht. In dem komplizierten Rechtsstreit kann sich Microsoft fünf Jahre später endgültig durchsetzen.

1990

Windows 3.0 erhält eine komplett neue Oberfläche. Die Nachfolgeversion 3.11 (1994) gilt als die erste wirklich brauchbare Windows-Variante.

1993

Mit Windows NT stellt Microsoft ein 32-Bit-System für Workstations und Server vor.

1995

Windows 95 wird mit einem zuvor unüblichen Marketing-Aufwand auf den Markt gebracht.

1998

Windows 98 kommt als Weiterentwicklung von Windows 95 auf den Markt.

2000

Windows Me ist das letzte Betriebssystem, das auf MS-DOS aufsetzt. Diese Windows-Variante galt als besonders fehleranfällig.

2001

Im Oktober bringt Microsoft Windows XP heraus, sein langlebigstes Betriebssystem. XP setzt auf der Architektur der Windows-NT-Familie auf.

2007

Windows Vista verkauft sich zwar gut, ist aber bei Nutzern unter anderem wegen umständlicher Bedienung unbeliebt.

2009

Windows 7 soll die Schwächen von Vista ausbessern.

2012

Windows 8 verfügt über zwei unterschiedliche Benutzeroberflächen: eine Kacheloptik für Tablet Computer und ein herkömmlicher Windows-Desktop für PCs. Anwender vermissen den beliebten Start-Button. Ein Jahr später wird das System auf die Version 8.1 aktualisiert.

2015

Mit Windows 10 bietet Microsoft eine einheitliche technische Plattform für PCs, Tablet-Computer und Smartphones an. Das Start-Menü kehrt auf den PC zurück.

Dell liegt demnach bei über 14 Prozent. Laut IDC überholte Dell im US-Markt erstmals seit Mitte 2009 Hewlett-Packard, wenn auch nur knapp. Dell kam demnach auf 25,6 Prozent und Hewlett-Packard auf 25,3 Prozent.

Bei der Einschätzung zu Asus und Apple gehen die Marktforscher auseinander. Laut Gartner konnten als einzige in der Top 5 die Verkäufe steigern, Asus komme jetzt auf 8,3 Prozent des Marktes und Apple auf 7,1 Prozent. IDC hingegen errechnete für beide Rückgänge im Jahresvergleich und sieht Apple knapp vor Asus mit Marktanteilen von jeweils 7,4 und 7,2 Prozent.

Von

dpa

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