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19.08.2016

03:18 Uhr

„Gawker“ nach Hulk Hogan-Skandal

Klatschwebsite geht vom Netz

Mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung begründete „Gawker“ die Veröffentlichung eines heimlich gedrehten Sexvideos. Vergeblich. Eine Millionenstrafe brachte Insolvenz und einen Käufer – doch der lässt „Gawker“ fallen.

Mit der Veröffentlichung eines heimlich gedrehten Sexvideos des Ex-Wrestlingstar Hulk Hogan brockte sich „Gawker“ eine Millionenstrafe ein. Doch das war nicht alles. dpa

Hulk Hogan

Mit der Veröffentlichung eines heimlich gedrehten Sexvideos des Ex-Wrestlingstar Hulk Hogan brockte sich „Gawker“ eine Millionenstrafe ein. Doch das war nicht alles.

San Francisco/New YorkDie US-Klatschwebsite "Gawker" wird kommende Woche schließen, nachdem sie wegen der Veröffentlichung eines Sexvideos zu einer Millionenstrafe verurteilt worden war und Insolvenz anmelden musste. Der Websitegründer Nick Denton informierte die Mitarbeiter am Donnerstag über die baldige Schließung des Internetmediums.

In New York entschied derweil ein Insolvenzgericht, dass ein Angebot des US-Medienkonzerns Univision für die anderen Teile der Mediengruppe angenommen werde, zu der Websites wie das Tech-Portal Gizmodo und die Automobilseite Jalopnik zählen. Univision hatte 135 Millionen Dollar für die "Gawker"-Mediengruppe geboten und sich damit gegen die Mediengruppe Ziff Davis durchgesetzt.

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Das durch den Skandal um das Sexvideo in Verruf geratene Flaggschiff der Gruppe wollte Univision aber nicht übernehmen. Laut "Gawker" werden die Mitarbeiter der Onlinezeitschrift von den sechs anderen Websites des Unternehmens übernommen oder innerhalb von Univision weiterbeschäftigt.

"Gawker" war im März wegen der Veröffentlichung eines heimlich gedrehten Videos, das den Wrestler Hulk Hogan beim Sex mit der Frau eines Freundes zeigt, von einem Gericht im US-Bundesstaat Florida zu einer Entschädigungszahlung von 140 Millionen Dollar (rund 125 Millionen Euro) an Hogan verurteilt worden. Die "Gawker"-Anwälte beriefen sich vergeblich auf das Recht auf freie Meinungsäußerung.

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Im Juni meldete "Gawker" dann Insolvenz an, Anfang August beantragte auch Gründer Denton persönlichen Gläubigerschutz, um zu vermeiden, dass er mit seinem persönlichen Vermögen für einen Teil der Entschädigungszahlung haftet.

Die Klage von Hogan wurde von dem Internetunternehmer Peter Thiel unterstützt, den "Gawker" vor Jahren als schwul geoutet hatte. Denton warf ihm am Donnerstag daher einen "Rachefeldzug" vor.

Nach Verkündung des „Gawker“-Endes schrieb Hogan auf Twitter: „Die haben sich mit dem falschen Typen angelegt“.

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