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23.09.2011

09:39 Uhr

Gebühren-Erhöhung

ARD und ZDF leiden unter Realitätsverlust

VonHans-Peter Siebenhaar

Fernsehen soll teurer werden - und zwar deutlich: ARD und ZDF fordern eine saftige Gebührenerhöhung. Das ist völlig vermessen. Die Sender verdeutlichen damit ihren Realitätsverlust. Ein Kommentar.

Teure Produktion: ARD und ZDF fordern mehr Geld. dapd

Teure Produktion: ARD und ZDF fordern mehr Geld.

Als Aristophanes seine Komödie "Die Vögel" schrieb, entwarf er das Wolkenkuckucksheim, eine Stadt in den Wolken. Die antike Metapher für ein Luftschloss ohne jeden Realitätssinn eignet sich in idealer Weise für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk von heute. Denn ARD und ZDF leben in einem wirtschaftlichen Wolkenkuckucksheim. Sie haben längst den Bezug zur ökonomischen Wirklichkeit verloren.

Ihr jüngster Coup: Sie verlangen zwischen 2013 und 2016 insgesamt 1,47 Milliarden Euro mehr Geld. Allein die ARD fordert vom Gebührenzahler 900 Millionen Euro mehr. Das ZDF postuliert einen Zuschlag von 429 Millionen Euro. Damit müsste der Gebührenzahler statt der bisherigen 17,98 Euro monatlich künftig 18,86 Euro zahlen.

Schon heute leistet sich Deutschland das teuerste öffentlich-rechtliche Rundfunksystem des Planeten. Allein im vergangenen Jahr konnten die Anstalten mit einem Gebührenaufkommen von sagenhaften 7,5 Milliarden Euro rechnen. Während die Kanzlerin mit dem Papst über die Finanzkrise spricht und vielleicht auf ein Wunder hofft, um eine Staatspleite Griechenlands zu vermeiden, halten die Nimmersatten von ARD und ZDF es einfacher: Sie stellen neue Geldforderungen auf.

Eigentlich müssten die Öffentlich-Rechtlichen sich in pekuniärer Bescheidenheit üben. Denn die ARD machte zuletzt durch immer neue Finanz- und Korruptionsaffären von sich reden. Die Skandale um Misswirtschaft in der Führungsriege beim MDR, um kriminelle Machenschaften beim Kinderkanal und die Vetternschaft im Programm des NDR haben das Vertrauen in sie zutiefst erschüttert.

Kommentare (53)

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Flix

23.09.2011, 10:38 Uhr

In der freien Wirtschaft wird konsequent Jahr fuer Jahr die Effizienz gesteigert.

ARD/ZDF behalten dagegen parallel Ihre Studios in Washington, New York, London, Paris, Tokyo etc. auf Kosten der Gebuehrenzahler. Dazu leben dort die Mitarbeiter mit Expat Status in Saus und Braus!

Dreist und eine Frechheit!

wirtschaftsweiser

23.09.2011, 10:40 Uhr

offensichtlich arbeiten an der Spitze der ARD und des ZDF nur noch dekadente Arschlöcher
man sollte denen per Gesetz verbieten, Gebühren für Sportübertragungsrechte aus dem Fenster zu werfen
aber die Blöden hier in D lassen ja alles mit sich machen

Ego

23.09.2011, 10:45 Uhr

Für die staatlichen Propaganda Agenturen mehr bezahlen?! Werbung kommt auch umsonst ins Haus geflattert. Warum sollte das bei Fernsehsendern, die permanent die deutsche Politik kritiklos darstellt u. bei Interviews die Fragen devot vorher zur Genehmigung einreicht, anders sein?

Soll doch das Propaganda Ministerium äh Kanzleramt(leider aus Steuermitteln) weiter subventionieren.

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