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04.02.2014

04:45 Uhr

Geheimdienst-Anfragen

Google, Yahoo und Co veröffentlichen weitere Daten

Internet-Konzerne haben neue Daten zu Geheimdienst-Anfragen vorgelegt. Yahoo war demnach am häufigsten zur Herausgabe von Kundeninformationen gezwungen. Dabei soll es sich um Mails, Adressen und Fotos gehandelt haben.

Internet-Konzerne wie Google, Facebook, Microsoft und Yahoo haben neue Informationen über das Ausmaß von Geheimdienst-Anfragen veröffentlicht. Reuters

Internet-Konzerne wie Google, Facebook, Microsoft und Yahoo haben neue Informationen über das Ausmaß von Geheimdienst-Anfragen veröffentlicht.

New YorkNach dem Kompromiss mit der US-Regierung haben zahlreiche Internetfirmen Informationen über die Herausgabe von Kundendaten an Geheimdienste veröffentlicht. Die Unternehmen Google, Microsoft, Yahoo, Facebook, LinkedIn und Tumblr dokumentierten am Montag, wie oft Regierungsbehörden im Zusammenhang mit Terrorermittlungen in den vergangenen Jahren Informationen über Kunden verlangt haben. Am häufigsten war Yahoo betroffen.

Die Unternehmen wollen damit das Misstrauen von Privat- und Firmenkunden über die Vertraulichkeit ihrer Daten zerstreuen. Aus den nun veröffentlichten Daten geht hervor, dass - gemessen an der Gesamtzahl - nur ein kleiner Kreis von Kunden betroffen war. Allerdings seien auch Tausende Amerikaner von den Anfragen betroffen gewesen, die von Richtern des Gerichts für die Überwachung der Auslandsgeheimdienste genehmigt wurden.

Den Veröffentlichungen zufolge wurde Yahoo am häufigsten zur Herausgabe von Kundendaten gezwungen. Zwischen 30 000 und 30 999 Anfragen habe es in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres gegeben, dabei sei es um Mails, Kurznachrichten, Adressbücher, Kalendereinträge und Fotos gegangen, erklärte das Unternehmen.

Bei Google wurden zwischen Juli und Dezember 2012 die meisten Daten von Behörden eingeholt - zwischen 12 000 und 12 999. Im ersten Halbjahr 2009 waren es noch weniger als 3000 Anfragen gewesen.

Einen Grund für die Entwicklung der Zahlen dürfen die Unternehmen nicht nennen. Auch darf die Zahl der Anfragen nur in Tausenderschritten kommuniziert werden und es muss bis zur Veröffentlichung mindestens ein halbes Jahr vergangen sein.

Das US-Justizministerium hatte am Montag vor einer Woche eine Einigung mit den Unternehmen über die Veröffentlichung des Umfangs der Anfragen bekanntgegeben. Die Unternehmen hatten angesichts von Kundenbedenken auf die Freigabe der Daten gedrungen. Die Regierung hatte sie davor mit der Begründung abgelehnt, dass das Ermittlungen zur nationalen Sicherheit gefährden könnte.

Facebooks Weg zum Weltkonzern

Vorläufer Facemash

Als Student an der Harvard-Universität programmiert Mark Zuckerberg mit mehreren Kommilitonen 2003 die Plattform facemash.com. Dort präsentiert er zwei zufällig ausgewählte Fotos von Harvard-Studentinnen – die Nutzer sollen über die Buttons „hot“ oder „not“ die attraktivere auswählen. Weil Zuckerberg die Bilder illegal beschafft hat und das Projekt massive Protesten auslöst, wird es nach kurzer Zeit wieder eingestellt.

„Thefacebook" geht online

Mark Zuckerberg und seine Mitgründer eröffnen im Februar 2004 „Thefacebook“. Es handelt sich um die Online-Version der gedruckten Jahrbücher. Das Konzept wird bald auf andere Universitäten ausgeweitet und verbreitet sich schließlich weltweit. Zwei von Zuckerbergs Kommilitonen klagen später mit dem Vorwurf, er habe ihnen die Idee für Facebook gestohlen. Der Streit wird im Jahr 2011 mit einem Vergleich beigelegt, die Kläger Tyler und Cameron Winklevoss erhalten 65 Millionen US-Dollar.

Der Newsfeed rückt ins Zentrum

Zweieinhalb Jahre nach der Gründung stattet Zuckerberg die Social-Media-Plattform mit dem Newsfeed aus – also mit einer Chronik, die alle Neuigkeiten aus dem Freundeskreis eines Nutzer anzeigt. Zuerst geht ein Aufschrei durch die Facebook-Gemeinde, die Mitglieder fürchten um ihre Privatsphäre. Doch der Amerikaner hält an seiner Idee fest und schließlich entwickelt sich Newsfeed zum zentralen Element von Facebook. Das Design der Nachrichtenchronik wird seitdem ständig überarbeitet, seit 2012 findet man dort auch Werbung.

Daumen hoch für Facebook

Im Februar 2009 führt Facebook den „Gefällt mir“-Knopf ein. Damit können Nutzer zeigen, dass ihnen etwas gefällt und dafür sorgen, dass sie bestimmte Nachrichten in ihren Newsfeed gespeist bekommen. Inzwischen hat das Symbol eine popkulturelle Bedeutung erlangt.

Profitabel dank Sandberg

Im März 2008 gibt Facebook bekannt, Sheryl Sandberg als Chefin fürs Tagesgeschäft (COO) von Facebook einzustellen. Der Auftrag der Harvard-Absolventin und ehemaligen Google-Managerin ist klar: Sie soll Facebook profitabel machen, was ihr zwei Jahre später auch gelingt. 2012 wird sie vom Time-Magazin in die Liste der 100 einflussreichsten Personen aufgenommen.

Umzug im Großformat

Mehr als 2000 Mitarbeiter beschäftigt Facebook im Juli 2011 – und allmählich werden die überwiegend angemieteten Gebäude in Palo Alto zu eng. Das Online-Unternehmen wird auf der Suche nach einer neuen Zentrale wieder im Silicon Valley fündig: Auf dem ehemaligen Campus des Computerherstellers Sun Microsystems stehen Mark Zuckerberg und seinen Mitarbeitern neun Gebäude auf knapp 24 Hektar zur Verfügung. Weil Facebook kurz zuvor 1,5 Milliarden Dollar von seinen Investoren eingesammelt hat, kann es sich den Umzug problemlos leisten.

Instagram und Whatsapp

Die bis dato größte Investition tätigt Mark Zuckerberg im April 2012: Für eine Milliarde US-Dollar schluckt Facebook das Start-Up Instagram. Das Unternehmen hatte eine gleichnamige App entwickelt, mit der man Fotos bearbeiten und teilen kann. Mit der Übernahme weicht Zuckerberg erstmals von seiner bisherigen Philosophie ab, die nur ein soziales Netzwerk für alle Nutzer vorsah. 2014 bewältigt Facebook eine weitaus größere Übernahme: Die Instant-Messaging-App Whatsapp kostet insgesamt 19 Milliarden Dollar.

Erst hui, dann pfui, dann hui

16 Milliarden US-Dollar an nur einem Tag – so viel Geld spült der bis dato größte Börsengang eines Internet-Unternehmens am 18. Mai 2012 in die Kasse von Facebook. Obwohl Experten einen deutlichen Anstieg des Kurses vorausgesagt hatten, bricht der Wert der Aktie dramatisch ein. Bis August 2012 halbiert sich der Ausgabepreis von 38 Dollar. Erst ein Jahr später wird dieser Wert wieder erreicht – danach steigt die Aktie in ungeahnte Höhen.

Jeder siebte bei Facebook

Im September 2012 verkündet Mark Zuckerberg stolz, dass Facebook die Marke von einer Milliarde Mitglieder geknackt hat. Rein rechnerisch ist somit jeder siebte Mensch der Welt bei dem sozialen Netzwerk angemeldet. Dabei haben die rund 1,3 Milliarden Einwohner Chinas bisher noch nicht einmal offiziellen Zugriff auf Facebook. Die Mitgliederzahlen steigen weiter, wenn auch langsamer als früher.

Geschäftsmodell überzeugt Anleger

Facebook reagiert auf die zunächst schlechte Entwicklung der Aktie: Das Unternehmen setzt alle Hebel in Bewegung, damit die Werbung in dem sozialen Netzwerk einträglicher wird, sowohl auf dem Desktop als auch auf mobilen Geräten – mit Erfolg. So gelingt es auch, die skeptischen Anleger zu überzeugen. Die Facebook-Aktie steigt im Oktober 2015 auf mehr als 100 Dollar.

Microsofts Chefjustiziar Brad Smith betonte, diese Zahlen bestätigten die Beteuerungen, dass unter Millionen Nutzern nur wenige von solchen Behörden-Anfragen betroffen seien. Zugleich bekräftigte er aber die Kritik an Versuchen der Geheimdienste, sich Informationen an der rechtlich vorgeschriebenen Prozedur zu beschaffen. Die „Washington Post“ hatte berichtet, dass der US-Abhördienst NSA sich in den Datenverkehr zwischen den Rechenzentren eingeklinkt habe. Das Weiße Haus und andere Regierungen hätten solchen Methoden nicht öffentlich abgeschworen, kritisierte Smith.

Kommentare (1)

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Mazi

04.02.2014, 10:50 Uhr

"Die Unternehmen wollen damit das Misstrauen von Privat- und Firmenkunden über die Vertraulichkeit ihrer Daten zerstreuen."

Konkret heißt das doch, dass ihre Daten bei den Firmen eben "nicht sicher" sind.

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