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11.05.2014

14:23 Uhr

Geheime Pläne

Murdoch will europäischen TV-Riesen schmieden

Gemeinsam stärker: Der Medienmogul Rupert Murdoch denkt offenbar darüber nach, seine europäischen Pay-TV-Sender zusammenzulegen. So würde er seine Position stärken – etwa beim Einkauf von Sportrechten.

Sky-Kamera im Fußballstadion: Medienmogul Murdoch denkt darüber nach, aus seinen TV-Beteiligungen einen Giganten zu formen. dpa

Sky-Kamera im Fußballstadion: Medienmogul Murdoch denkt darüber nach, aus seinen TV-Beteiligungen einen Giganten zu formen.

FrankfurtMedienzar Rupert Murdoch will Medienberichten zufolge seine europäischen Pay-TV-Sender enger verzahnen. Das Kalkül dahinter: Ein neuer Satelliten-TV-Gigant hätte beispielsweise bei der Auktion von Sport-Übertragungsrechten bessere Chancen. Dazu erwäge Murdoch, dass British Sky Broadcasting Group (BSkyB) die Kontrolle über den Münchner Bezahlsender Sky Deutschland AG und über Sky Italia übernehme solle, berichteten die „Financial Times“ und die Agentur „Bloomberg“ am Wochenende.

Murdochs Firma 21st Century Fox Inc hält 39 Prozent an BSkyB, 55 Prozent an Sky Deutschland und Sky Italia komplett. Die Unternehmen seien schon seit Monaten in Gesprächen und die Transaktion könnte im Sommer über die Bühne gehen, hieß es bei „Bloomberg“. Allerdings könnten die Gespräche noch scheitern, so die Agentur weiter. Der Deal könnte ein Volumen von zehn Milliarden Euro haben.

Das Imperium des Rupert Murdoch

Geerbtes Unternehmen

Rupert Murdoch kam 1931 in Australien zur Welt. Das Unternehmertum liegt in der Familie: Sein Vater kaufte sich in die Zeitungskette News Limited ein, Sohn Rupert erbte sie 1952 – und baute sie zu einem Medienimperium aus, zu dem heute neben den Zeitungen in aller Herren Länder auch der Buchverlag Harper Collins, Internetbeteiligungen, Fernsehsender und mit „20th Century Fox“ ein legendäres Hollywood-Studio gehören.

Von der „Sun“ bis zum „Wall Street Journal“

Begonnen hat alles mit der Zeitung „The News“ aus dem australischen Adelaide, die der damals Anfang 20-jährige Rupert von seinem Vater übernahm. Später verleibte sich Murdoch in Großbritannien die renommierte Londoner „Times“ ein, außerdem das Massenblatt „Sun“. Die britische Sonntagszeitung „News of the World“ stampfte Murdoch nach einem Abhörskandal kurzerhand ein. Im Jahr 2007 landete Murdoch einen seiner größten Coups, indem er den US-Konzern Dow Jones übernahm, den Herausgeber Wirtschaftsblatts „Wall Street Journal“.

Fox-Fernsehsender

Flaggschiff des Konglomerats sind die amerikanischen Fox-Fernsehsender, die wegen ihrer konservativen Ausrichtung berühmt-berüchtigt sind. Hier ist aber auch die Heimat der Kultsendung „Die Simpsons“. Die gelbe Zeichentrick-Familie mit Oberhaupt Homer und der guten Seele Marge nimmt in vielen Folgen den Sender und seinen Patriarchen selbst auf die Schippe.

Auch in Deutschland aktiv

Murdoch hält die Mehrheit am Bezahlsender Sky, dem früheren Premiere. Sein Sohn James ist seit 2016 wieder Vorsitzender des Aufsichtsrates beim britischen Mutterkonzern.

Schiffbruch mit MySpace

Murdoch erkannte früh die Chancen des Internet und traute sich als einer der ersten großen Verleger, Geld für Nachrichten im Netz zu verlangen. Mit einem anderen Projekt erlitt er indes Schiffbruch: Das einstmals größte Online-Netzwerk MySpace ist nach dem Siegeszug von Facebook heute nur noch ein Schatten seiner selbst.

Aufspaltung in zwei Bereiche

2013 spaltete Murdoch sein Imperium in zwei Reiche auf: die profitable Filmsparte 21st Century Fox und das schwächelnde Verlagsgeschäft News Corp.

Die „FT“ berichtete dagegen unter Berufung auf einen Insider, es gebe derzeit keine Gespräche. Der Anteil an Sky Deutschland, den Murdoch über Fox hält, ist zum Schlusskurs vom Freitag rund drei Milliarden Euro wert. BSkyB, Sky Deutschland und Fox wollten zu dem Bericht keine Stellung nehmen.

Am Mittwoch hatte Murdochs Sohn James in einer Telefonkonferenz mit Anlegern gesagt, Fox überlege, seine Beteiligungen zusammenzulegen. „Wir haben kein Geheimnis daraus gemacht, dass wir denken, dass die Skys zusammen stark wären. Aber derzeit fokussieren wir uns darauf jedes einzelne Geschäft so gut wie möglich zu führen. Jeder Markt, in dem wir tätig sind, ist sehr dynamisch und steht unter hohem Wettbewerbsdruck.“

Von

rtr

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